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Aktuelle Lage in Nahost - Informationen für deutsche Staatsangehörige

Das Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amts

Das Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amts, © Thomas Imo/photothek.net

09.02.2024 - Artikel

Die Hamas hat in bislang unbekannten Ausmaß Terror über Israel gebracht. Mehr als 1.200 Menschen wurden getötet. Wichtige Informationen zur Lage vor Ort erhalten Sie hier.

Am Morgen des 7. Oktober 2023 hat die Terrororganisation Hamas Israel brutal angegriffen: Wohnungen und Krankenhäuser wurden von Raketen getroffen, Menschen wahllos in ihren Häusern und auf offener Straße erschossen. Auch Besucherinnen und Besucher eines Musikfestivals wurden zu Hunderten ermordet. Mehr als 1.200 unschuldige Menschen verloren dabei ihr Leben. Ferner wurden mehr als 200 Menschen von der Hamas entführt und in den Gazastreifen verschleppt, darunter auch deutsche Staatsangehörige. Das Auswärtige Amt hat einen Sonderstab eingerichtet und die Bundesregierung setzt sich auf allen zur Verfügung stehenden Wegen für die Freilassung der Geiseln ein. Mittlerweile wurden erste Geiseln freigelassen- darunter auch vierzehn deutsche Doppelstaater.

Dieser beispiellose Terror ist durch nichts zu rechtfertigen. In der Folge geht die israelische Armee im Rahmen der Selbstverteidigung gegen die Hamas in Gaza vor.

Israel kann bei der Verteidigung gegen den Terror der Hamas fest und unverbrüchlich auf Deutschland zählen. Als Demokratien stehen wir Schulter an Schulter. Selbstverständlich muss Israel alles in seiner Macht Stehende tun, um Zivilisten zu schützen. Dies gilt auch dann, wenn die Hamas sich weiter hinter Hunderttausenden von Zivilisten verschanzt und sich bewusst direkt unter Schulen und Krankenhäusern vergräbt.

- Außenministerin Annalena Baerbock am 10. November 2023

Die Zivilbevölkerung wird von der Hamas mutwillig als menschliches Schutzschild missbraucht. Die humanitäre Lage in Gaza ist katastrophal. Es gibt zehntausende Tote und Verletzte.

Ich bin äußerst besorgt über die verzweifelte Lage der Menschen in Khan Yunis. Auch beim Recht auf Selbstverteidigung gibt es Regeln und auch beim Kampf gegen Terroristen gilt das humanitäre Völkerrecht. Diese muss Israel genauso einhalten, wie alle anderen Staaten auf der Welt - auch in einem schwierigen Umfeld, in dem die Hamas alle Regeln bricht und Menschen als Schutzschilde missbraucht. Israel muss dringend mehr humanitäre Hilfe nach Gaza lassen und seine Operationsführung anpassen. Viele hunderttausende Menschen haben auf israelische Anweisung im Süden Gazas Schutz gesucht - gerade auch in UN-Einrichtungen und an anderen Orten. Sie können sich nicht einfach in Luft auflösen. Deswegen reicht ein Aufruf zum Verlassen dieser Orte nicht, sondern es braucht endlich eine humanitäre Feuerpause - auch damit endlich alle Geiseln freigelassen werden.

- Außenministerin Annalena Baerbock am 25. Januar 2024

Deutschland hat seine humanitäre Hilfe für die Menschen in den palästinensischen Gebieten in 2023 auf insgesamt 211 Mio. Euro aufgestockt. Details und aktuelle Informationen über die humanitäre Hilfe Deutschlands in Gaza finden Sie hier.

Seit dem bewaffneten Angriff der Hamas auf Israel ist Außenministerin Baerbock bereits mehrere Male in die Region gereist.

Auch die Lage im Westjordanland ist angespannt. Indes setzt die Hamas den Raketenbeschuss aus Gaza fort. Auch aus dem Süden des Libanon werden wiederholt Drohnen- und Raketenangriffe durch die Hisbollah auf Israel gemeldet. Der Krisenstab der Bundesregierung beobachtet die äußerst volatile Lage in Israel und den palästinensischen Gebieten sowie in Libanon weiterhin sehr genau.

In den palästinensischen Gebieten befindet sich derzeit noch eine registrierte mittlere dreistellige Zahl deutscher Staatsangehöriger. Aus dem Westjordanland sind Ausreisen weiterhin möglich. Und auch der Grenzübergang Rafah ist teilweise für Ausreisen geöffnet. Mehr als 700 Deutsche einschließlich ihrer Familienangehöriger konnten bisher mit Unterstützung der deutschen Auslandsvertretungen aus Gaza ausreisen.

Empfehlungen für deutsche Staatsangehörige in Israel, den palästinensischen Gebieten und Libanon

Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung für Israel, die gesamten Palästinensischen Gebiete und Libanon ausgesprochen.

Für Libanon gilt seit dem 19.10. eine Ausreiseaufforderung: Deutsche Staatsangehörige werden aufgerufen, aus Libanon auszureisen.

Für das Westjordanland und den Gazastreifen gilt eine Ausreiseempfehlung: Deutschen Staatsangehörigen, die sich derzeit im Gazastreifen und im Westjordanland aufhalten, wird empfohlen, auszureisen.

Deutsche sind dringend aufgerufen, sich in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND einzutragen. Durch diese Eintragung können wir Sie regelmäßig mit Landsleutebriefen über weitere Entwicklungen und Maßnahmen informieren. Prüfen Sie zudem regelmäßig die Reise- und Sicherheitshinweise auf weitere Aktualisierungen.

Weitere Auswirkungen des Konflikts auf die Region für deutsche Staatsangehörige

In Folge des Konflikts ist die Lage auch in anderen Ländern der Region teilweise angespannt. Auf die Schifffahrt im Roten Meer werden wiederholt Drohnen- und Raketenangriffe der Huthis gemeldet. Amerikanische Streitkräfte und befreundete Nationen gehen daher militärisch gegen Huthi-Stellungen in Jemen vor. Auch in Irak und Jordanien gab es bereits Drohnen- und Raketenangriffe auf amerikanische Einrichtungen. Deutsche Staatsangehörige in der Region sind daher angehalten, sich über die Reise- und Sicherheitshinweise ihres Reiselands informiert zu halten. Insbesondere wird auf die Reisewarnung und Ausreiseaufforderung für Jemen hingewiesen.

Deutsche Staatsangehörige in der Region sollten sich ferner in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND einzutragen und die Eintragungen aktuell zu halten.

Schlagworte

FAQ zu den aktuellen Entwicklungen in Nahost

Hier finden Sie Antworten auf die Fragen, die uns zurzeit im Zusammenhang mit dem aktuellen Geschehnissen in der Nahostregion am Häufigsten erreichen. Informationen explizit zur Situation in Israel und in den Palästinensischen Gebieten erhalten Sie hier:

FAQ der Botschaft Tel Aviv

FAQ des Vertretungsbüros Ramallah


FAQ

Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung für Israel, die gesamten Palästinensischen Gebiete und Libanon ausgesprochen.

Für Libanon gilt seit dem 19.10. eine Ausreiseaufforderung: Deutsche Staatsangehörige werden aufgerufen, aus Libanon auszureisen.

Für das Westjordanland gilt seit dem 19.10. eine Ausreiseempfehlung: Deutschen Staatsangehörigen wird eine Ausreise aus dem Westjordanland empfohlen.

Deutsche sind dringend aufgerufen, sich in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND einzutragen. Durch diese Eintragung können wir Sie regelmäßig mit Landsleutebriefen über weitere Entwicklungen und Maßnahmen informieren. Sollten Sie die Region zwischenzeitlich verlassen haben, löschen Sie bitte Ihre Daten in ELEFAND, damit wir uns nicht länger um Sie sorgen müssen.

Über die App „Sicher Reisen“ (kostenloser Download für Android und iOS) können Sie zudem Ihr Reiseland anpinnen und erhalten sofort eine Push-Nachricht von uns, wenn sich bei den Reise- und Sicherheitshinweisen etwas ändert.


Es gehen weiterhin Flüge vom internationalen Flughafen Ben Gurion ab (unter anderem El Al).

Bitte informieren Sie sich direkt bei einem Reiseveranstalter und/oder einer Fluggesellschaft über Ausreisemöglichkeiten. Prüfen Sie dabei bitte auch Flugverbindungen in andere Länder, um von dort dann weiter nach Deutschland zu fliegen. Nutzen Sie auch ggf. weniger bekannte Fluglinien.

Falls Ihr Flug storniert wurde, beobachten Sie bitte die aktuellen Entwicklungen der Sicherheitslage vor Ort, informieren Sie sich ggf. auch bei den israelischen Sicherheitskräften und leisten Sie deren Anweisungen folge. Sofern Sie einen zeitnahen weiteren Flug buchen konnten und die Lage am Flughafen/das Flughafenpersonal dies zulässt, kann ein Verbleib am Flughafen sinnvoll sein. Andernfalls empfiehlt sich eher das Aufsuchen einer sicheren Zwischenunterkunft.

Aktuell ist für deutsche Staatsangehörige auch die Ausreise auf dem Landweg nach Jordanien möglich:

  • Nutzen Sie dazu die Grenzübergänge in Norden Beit She’an (Jordan River)/Sheikh Hussein, insbesondere wenn Sie sich bereits dort in der Nähe befinden. Prüfen Sie vorab die Öffnungszeiten der Grenze auf israelischer und jordanischer Seite.
  • Sollten Sie sich ganz im Süden Israels befinden, können Sie auch den Grenzübergang Eilat (Yitzhak Rabin)/Akaba nutzen, um auf der jordanischen Seite auf dem Landweg zum internationalen Flughafen in Amman zu gelangen. Die Öffnungszeiten des Grenzübergangs auf israelischer und jordanischer Seite finden Sie online. Prüfen Sie diese vor Abfahrt!

Wir halten Sie zu weiteren Ausreiseoptionen per Landsleutebrief informiert, soweit Sie auf ELEFAND registriert sind. Bei Bedarf können kurzfristig weitere Luftwaffenflüge eingerichtet werden. Im Falle einer Lageverschlechterung steht die Bundeswehr auch für eine militärische Evakuierungsoperation bereit.

Deutsche Staatsangehörige tragen sich bitte bei der Krisenvorsorgeliste ELEFAND ein und halten den Eintrag stets aktuell.

Sollten Sie zwischenzeitlich Israel verlassen haben, löschen Sie bitte Ihre Daten in ELEFAND, damit wir uns nicht länger um Sie sorgen müssen.

Informationen und aktuelle Hinweise zu den Ausreisemöglichkeiten erhalten Sie im FAQ des deutschen Vertretungsbüros Ramallah. Sollten Sie über Israel ausreisen, finden Sie in gesonderter Frage Hinweise zur Ausreise aus Israel.​​​​​​​

Es sind zahlreiche kommerzielle Flugangebote verfügbar. Bitte nutzen Sie diese, um Libanon zu verlassen.

Es kann schwierig sein, Angehörige in den Palästinensischen Gebieten telefonisch oder per E-Mail zu erreichen. Wir stehen mit den Personen per E-Mail/Telefon in Kontakt, die in ELEFAND registriert sind. Sollten Ihre deutschen Angehörigen noch nicht in ELEFAND registriert sein, machen Sie sie bitte darauf aufmerksam.

Wir empfehlen, innerhalb von Familien eine Kontaktperson zu bestimmen, die Kontakt zu Angehörigen in den Palästinensischen Gebieten hält und Informationen bündelt und innerhalb der Familie weitergibt.

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