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Entwicklungspolitische Zusammenarbeit mit Lateinamerika und Menschenrechte

22.07.2026 - Artikel

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit in Lateinamerika setzt auf zwei globale Themen: den Schutz globaler öffentlicher Güter, vor allem im Bereich Umwelt- und Klimaschutz, sowie die Stärkung guter Regierungsführung und Rechtsstaatlichkeit, verbunden mit wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung.

Kaffeeverabreitungszentrum einer indigenen Gemeinde der Kogi (Kolumbien), das durch Deutschland unterstützt wird (Archiv)
Kaffeeverabreitungszentrum einer indigenen Gemeinde der Kogi (Kolumbien), das durch Deutschland unterstützt wird (Archiv) © Photothek/Köhler

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit engagiert sich seit über 50 Jahren erfolgreich in der Region und begleitet und unterstützt die Länder Lateinamerikas und der Karibik auf ihrem Weg zur nachhaltigen Entwicklung.

Lateinamerika ist nicht mehr nur Empfänger von Entwicklungsgeldern. Zahlreiche lateinamerikanische Länder setzen bereits eigene Entwicklungsmaßnahmen in Drittländern um. Dreieckskooperationen zwischen Entwicklungszusammenarbeit und Süd-Süd-Kooperation in Lateinamerika und der Karibik entwickelt das BMZ zu einem etablierten Instrument weiter.

Natürliche Ressourcen schützen und nachhaltig nutzen

Bauern bei Wiederaufforstung, El Salvador
Bauern bei Wiederaufforstung, El Salvador © GTZ / Richard Lord

Der tropische Regenwald Lateinamerikas bindet als globale „Lunge“ durchschnittlich 660 Tonnen CO2 pro Hektar und leistet damit einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel. Zudem verfügt Lateinamerika über eine Meeresküste von mehr als 50.000 km, an der über 13.000 Tier- und Pflanzenarten leben.

Gleichzeitig hat die Region außerordentliches Potenzial für die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen und verfügt über erhebliche Rohstoffvorkommen, die für den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft wichtig sind.

Während in Brasilien der Schutz des Tropenwaldes eine wichtige Rolle spielt, unterstützt Deutschland in Zentralamerika die Schaffung eines Biokorridors, der von Mexiko bis nach Panama reicht. In Zusammenarbeit mit indigenen Organisationen fördert das BMZ die Stärkung nachhaltiger Wertschöpfungsketten aus der Waldbewirtschaftung.

Zusammenarbeit in den Bereichen Energie und Klimaschutz

Lateinamerika ist ein Schlüsselkontinent für den Klima-, Umwelt- und Biodiversitätsschutz. Obwohl der Kontinent nur in geringem Maße zu den globalen Treibhausgasemissionen beiträgt, sind in Lateinamerika und der Karibik die Folgen des Klimawandels unverhältnismäßig stark spürbar.

Deutschland unterstützt seine Kooperationspartner durch bilaterale Energiepartnerschaften dabei, die richtigen Weichen für eine gesicherte und saubere Energieversorgung zu stellen: Verbesserung der Energieeffizienz, Förderung erneuerbarer Energien und Unterstützung der nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder. Mit der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) fördert die Bundesregierung zudem die Umsetzung der im Übereinkommen von Paris verankerten, national festgelegten Klimaschutzbeiträge und deren ambitionierte Weiterentwicklung sowie das Erreichen der Ziele des Übereinkommens über die biologische Vielfalt.

Frieden, gute Regierungsführung, wirtschaftliche Entwicklung

In der jüngeren Vergangenheit konnten zwischenstaatliche Konflikte in der Region weitgehend über internationale Mechanismen moderiert werden. Die deutsche Entwicklungspolitik begleitet diese Friedensprozesse und leistet Beiträge zur Aussöhnung und Wiedergutmachung. So werden Maßnahmen der Jugendgewaltprävention unterstützt. Außerdem fördert Deutschland unabhängige internationale Kommissionen sowie zivilgesellschaftliche Organisationen zur Aufarbeitung von Straflosigkeit und Korruption in Zentralamerika.

Auch wenn die meisten Länder Lateinamerikas über demokratische Regierungssysteme verfügen, stehen sie weiterhin vor der Herausforderung, alle Gesellschaftsgruppen gleichermaßen an der Entwicklung teilhaben zu lassen. Die deutsche Entwicklungspolitik unterstützt unter anderem durch Programme zur Staats- und Steuerreform, Dezentralisierung und Bürgerbeteiligung. Außerdem wurden regionale Institutionen und Mechanismen in den Bereichen Konfliktbeilegung, Justizzugang und Menschenrechte gestärkt. Eine Fiskal- und Steuerpolitik, die auf sozialen Ausgleich zielt, ist maßgeblich für den sozialen Frieden und die Stärkung der Demokratie. Für eine langfristige Integration in die Weltmärkte und die Weltpolitik ist es auch notwendig, soziale Sicherungssysteme aufzubauen und zu festigen und den sozialen Dialog zu intensivieren.

Eine besondere Bedeutung kommt auch der Zusammenarbeit zwischen entwicklungspolitischen Akteuren und der Privatwirtschaft zu. Viele der lateinamerikanischen Staaten eignen sich besonders für Public-Private-Partnership-Ansätze. Im Bereich der Beruflichen Bildung unterstützt Deutschland den Aufbau von Aus- und Fortbildungssystemen und die Eingliederung von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt.

Förderung der Menschenrechte in Lateinamerika

Deutschland und seine Partner in Lateinamerika eint das gemeinsame Bekenntnis zu universellen und unteilbaren Menschenrechten.

Die Bundesregierung unterstützt die Länder Lateinamerikas – je nach individueller Bedürfnislage – bei der Bekämpfung von Straflosigkeit und Korruption, bei Justiz- und Verwaltungsreformen, bei der Gewährung von Presse- und Meinungsfreiheit, bei der Bekämpfung der Kinderarbeit und Kinderprostitution, bei der Nichtdiskriminierung von Minderheiten sowie bei der Stärkung der wirtschaftlichen und sozialen Rechte von benachteiligten Bevölkerungsgruppen.

Dazu führt sie einen aktiven Dialog mit der Zivilgesellschaft und mit Nichtregierungsorganisationen in den lateinamerikanischen Ländern, die als Partner eine wesentliche Funktion bei der Projektarbeit übernehmen. In diesen Bereichen arbeitet die Bundesregierung mit Partnern vor Ort zusammen:

  • Förderung von Frauenrechten, etwa durch das 2019 ins Leben gerufene Frauennetzwerk „Unidas“
  • Förderung demokratischer, rechtsstaatlicher Institutionen
  • Stärkung des Menschenrechtsdialogs und Menschenrechtsfortbildung staatlicher Sicherheitskräfte
  • Schutz von Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidigern
  • Schutz von Migrantinnen und Migranten in Grenzgebieten
  • Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen
  • Umsetzung von Verwaltungs-, Strafrechts- und allgemeinen Justizreformen

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