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Beziehungen zu Deutschland Zypern

29.01.2019 - Artikel


Politische Beziehungen

Die Bundesrepublik Deutschland hat am 20. August 1960, kurz nach der Unabhängigkeit Zyperns am 16. August 1960, diplomatische Beziehungen zur Republik Zypern aufgenommen. Zwischen der Republik Zypern und Deutschland besteht eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit auf Regierungsebene. Mit dem Beitritt Zyperns zur Europäischen Union am 1. Mai 2004 haben die Beziehungen eine weitere politische Dimension erhalten.

Die militärische Intervention der Türkei 1974 im Norden der Insel hat das Land faktisch geteilt. Die Bundesrepublik Deutschland pflegt zwar keine offiziellen Beziehungen zu der nur von der Türkei anerkannten so genannten „Türkischen Republik Nordzypern“, hält jedoch vielfältige Kontakte zu Vertretern der türkisch-zyprischen Volksgruppe auf politischer und kultureller Ebene.

Wirtschaftsbeziehungen

Schon früh nach der Unabhängigkeit Zyperns wurde zwischen beiden Ländern ein Handels- und Wirtschaftsabkommen abgeschlossen (1961), dem ein Luftverkehrsabkommen (1967), ein Doppelbesteuerungsabkommen (1974) und ein Abkommen über den grenzüberschreitenden Personen- und Güterverkehr folgten (1980). Große Teile dieser Abkommen gingen ab 1987 in EU-Recht über, das seit dem 1. Mai 2004 mit dem vollzogenen Beitritt Zyperns zur EU auch in Zypern gilt. Das neue Doppelbesteuerungsabkommen trat am 16. Dezember 2011/de facto 1. Januar 2012 in Kraft.

Deutschland importierte 2017 Waren in Höhe von 120 Millionen Euro aus Zypern, die deutschen Exporte nach Zypern beliefen sich auf 567 Millionen Euro. Zu den wichtigsten deutschen Exportgütern gehörten Elektronik, chemische Erzeugnisse, Kraftfahrzeuge und  –teile, Nahrungsmittel, Maschinen und Nichteisenmetalle

In der für Zypern bedeutenden Tourismusindustrie belegte Deutschland im Jahr 2017 Rang 4 mit knapp 190.000 Besuchern. An erster Stelle stand Großbritannien (ca. 1,1 Millionen) gefolgt von Russland (ca. 780.000) und Israel (ca. 260.000).

Eine enge Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Zypern gibt es im Schifffahrtssektor – mit Zentrum in Limassol. Die Schifffahrtsbranche trägt mit über 7 Prozent zum zyprischen BIP bei. Zypern unterhält die zehntgrößte Flotte weltweit (mit derzeit 2.400 Schiffen). Die Industrie unterhält ca. 4.500 Arbeitsplätze „onshore“ und ca. 55.000 Seefahrer.

Kulturelle Beziehungen

Deutschland unterhält enge Kulturbeziehungen zu beiden Bevölkerungsteilen der Insel, wie auch zur autochthonen maronitischen Gemeinde. Wichtigster Träger der Kulturbeziehungen zwischen beiden Ländern ist das Goethe-Institut in Nikosia, das im Juli 2011 nach über zehnjähriger Schließung wieder eröffnet wurde. Darüber hinaus gibt es den Deutsch-Zyprischen Kulturverein, der eng mit dem Goethe-Institut und der deutschen Botschaft in Nikosia zusammenarbeitet, sowie einen Deutsch-Türkischzyprischen Kulturverein. Weitere deutsch-zyprische Vereinigungen (Deutschlehrer- und Ehemaligenvereine) bereichern das deutsche kulturelle Angebot auf der Insel. Ein Kulturabkommen mit der Republik Zypern wurde 1971 abgeschlossen.

Darüber hinaus ist das Studienangebot in der Republik Zypern für deutsche Studenten attraktiver geworden. Neben den staatlichen Universitäten (University of Cyprus in Nikosia und Technische Universität in Limassol) beteiligen sich auch eine Reihe privater Studieneinrichtungen an Austauschprogrammen mit deutschen und europäischen Partneruniversitäten.

Die bilaterale Wissenschaftskooperation intensiviert sich (Forschungskooperationen beispielsweise zwischen Max-Planck-Institut und „Cyprus Institute“). Am angesehenen Genetik-Institut in Nikosia arbeiten auch deutsche Forscher.

Im Jahr 2004 wurde ein Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung von Hochschulabschlüssen (Äquivalenzabkommen) unterzeichnet, das den Zugang zyprischer und deutscher Studierender zu deutschen und zyprischen Hochschulen sowie die spätere Führung dort erworbener Hochschulgrade im jeweiligen Partnerland erleichtern soll.

Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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