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Venezolanische Flüchtlingskrise: Deutschland stockt Hilfe auf 70 Mio. Euro auf Venezuela

Mehr als 5,6 Millionen Venezolaner und Venezolanerinnen haben ihr Land verlassen.

Mehr als 5,6 Millionen Venezolaner und Venezolanerinnen haben ihr Land verlassen., © dpa

17.06.2021 - Artikel

Eine der größten humanitären Tragödien spielt sich in Lateinamerika ab: Millionen Venezolaner mussten auf Grund der wirtschaftlichen und politischen Krise ihr Land verlassen. Zur Linderung der Not baut Deutschland seine humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit aus.   

Seit mehreren Jahren befindet sich Venezuela in einer schweren politischen Krise. Mehrere Millionen Menschen haben deshalb ihr Heimatland verlassen und v.a. in den Nachbarländern Aufnahme gefunden. Trotz der Unterstützung durch die Aufnahmeländer ist die wirtschaftliche und soziale Situation der meisten extrem schwierig. Hinzu kommt die Corona-Pandemie, die die Region besonders hart trifft. Die regionale Wirtschaft hat extrem unter der Pandemie gelitten. Viele Migranten und Flüchtlinge verloren ihre Arbeitsstellen. Zur Unterstützung der Aufnahmeländer fand deshalb am 17. Juni auf Einladung Kanadas eine internationale Geberkonferenz statt. Staatsminister Niels Annen unterstrich im Namen der Bundesregierung:

Das Leid von Millionen von Geflüchteten sowie Migrantinnen und Migranten aus Venezuela stellt eine der größten menschlichen Tragödien unserer Zeit dar. In den vergangenen 16 Monaten sind viele von ihnen aufgrund der Pandemie noch stärker von Hunger, Mangelernährung und Krankheit bedroht. Und zu allem Unglück kommt noch hinzu, dass ihre Gastländer mit am schwersten von COVID-19 und den sozialen und wirtschaftlichen Folgen betroffen sind. Trotz alledem beweisen diese Länder eine beeindruckende Solidarität.

Angesichts der schwierigen humanitären Lage unterstützt die Bundesregierung die Länder in der Region mit Entwicklungshilfe und Geldern der humanitären Hilfe. Deutschland sagte bei der Konferenz eine weitere Aufstockung der Mittel für 2021 zu: Deutschland wird 35,4 Millionen Euro an humanitärer Hilfe sowie 23,6 Millionen Euro an Entwicklungsgeldern bereitstellen. Damit summiert sich die deutsche Unterstützung für die Region in diesem Jahr auf insgesamt 71,7 Millionen  Euro.

Eine humanitäre Flüchtlings- und Migrationskrise

Mehr als 5,6 Millionen Venezolaner und Venezolanerinnen haben ihr Land verlassen. Sie flohen vor der wirtschaftlichen und politischen Krise in ihrem Heimatland. Die meisten von ihnen (80%) fanden Zuflucht in den Ländern der Region. In vielen Ländern wurde ihnen Zugang zu Sozialsystemen, dem Gesundheitssystem, Schulbildung und dem Arbeitsmarkt gewährt. So hat Kolumbien bin diesem Frühjahr ein  10-jähriges Schutzstatut für venezolanische Flüchtlinge angekündigt, dass u.a. deren Integration in die Sozialsysteme des Landes ermöglichen soll. Das Land hat mit 1,8 Mio. Flüchtlingen und Migranten die meisten Menschen aufgenommen.

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