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Beziehungen zu Deutschland Usbekistan

Artikel

Stand: April 2018

Politik

Usbekistan sieht in Deutschland seinen wichtigsten Partner in der EU. Die Zusammenarbeit erstreckt sich auf eine Vielzahl gesellschaftlicher Bereiche. Im Dialog mit Usbekistan werden neben den seit Jahren schwierigen Rahmenbedingungen für Handel und Investitionen auch Menschenrechtsfragen thematisiert.
Deutschland unterstützt die Bereitschaft des Landes zur regionalen Zusammenarbeit und tritt Usbekistan gegenüber für die Fortsetzung weiterer Reformen und einer Verbesserung der Menschenrechtslage ein.
Von 2002 bis 2015 nutzte die Bundeswehr den Lufttransportstützpunkt im südusbekischen Termez für ihren Einsatz im benachbarten Afghanistan.

Wirtschaft

Deutschland belegte 2017  nach usbekischer Statistik Platz 6 unter den Handelspartnern des Landes mit einem Anteil von 2,3% am gesamten Außenhandel – nach China (18,5%), Russland (17,9%), Kasachstan (7,7 %), der Türkei (5,7 %) und , Südkorea (5,1 %). (Quelle: Usbekische Statistik 2017: stat.uz). Wichtigste deutsche Exportgüter sind Maschinen, Kfz und Kfz-Teile sowie Arzneimittel. Das bilaterale Handelsvolumen im Jahr 2017 betrug ca. 604 Mio € (Quelle: Statistisches Bundesamt,, vorläufige Daten) und nahm damit gegenüber dem Vorjahr um mehr als 30% zu. In den ersten Monaten 2018 deutet sich eine weitere Zunahme des Handels an. Das Interesse deutscher Firmen in Usbekistan konzentriert sich noch vorwiegend auf den Handel, weniger auf den Investitionsbereich. Die usbekische Regierung bemüht sich jedoch um eine Verbesserung des Investitionsklimas, vereinfacht  zB Registrierungsanforderungen,  senkt Zölle und bietet für Investoren u.a. Steuererleichterungen, so wurden im September 2017 Schritte hin zu einer Abschaffung des Devisenbewirtschaftungssystems unternommen. Dennoch verhindert eine Reihe von Hemmnissen (Bürokratie, mangelnde Rechtssicherheit, Lokalisierungsanforderungen) weiterhin, dass das Potenzial der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen mit Usbekistan voll genutzt wird. Namhafte Investoren sind u.a. MAN, Knauf, Gühring oder Claas. Zum 1.1.2016 waren 54 deutsche Firmen in Usbekistan registriert, davon allerdings nur wenige mit entsandten deutschen Vertretern.

Entwicklungszusammenarbeit

Die Bundesregierung versteht die deutsch-usbekische Entwicklungszusammenarbeit als Unterstützung bei der Umsetzung der sozialen und wirtschaftlichen Menschenrechte sowohl in Usbekistan als auch in der Region Zentralasien. Einen Schwerpunkt der Projektarbeit deutscher Durchführungsorganisationen in Usbekistan bildet die Unterstützung des usbekischen Gesundheitssektors mit dem Ziel, den Gesundheitszustand der Bevölkerung zu verbessern. Das Augenmerk liegt u.a. auf der Mutter-Kind-Versorgung und der Tuberkulosebekämpfung. Insgesamt hat die Bundesregierung seit 1993 über 341 Mio. Euro für Entwicklungsprojekte der Technischen und Finanziellen Zusammenarbeit mit Usbekistan aufgebracht.

Kultur und Bildung

Maßgeblich für die kulturelle Zusammenarbeit ist das 1993 unterzeichnete Kulturabkommen  (in Kraft seit 2002). Deutsche Kulturmittlerorganisationen (ZfA - Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, Goethe-Institut, DVV international) sowie Stiftungen sind in Usbekistan tätig.
Es bestehen intensive Kontakte im Hochschulbereich, etwa in der Germanistik und  im Bereich Denkmalpflege. Im Rahmen der Initiative des Auswärtigen Amts "Schulen: Partner der Zukunft" werden sieben Schulen und Lyzeen mit vertieftem Deutschunterricht von der ZfA gefördert; mit neun weiteren Schulen und Lyzeen arbeitet das Goethe-Institut zusammen. Das Goethe-Institut unterstützt auch je einen Deutschen Lesesaal in Taschkent und Samarkand sowie ein Angebot an Informationsmaterialien in Fergana. Nach den Sprachkursen besteht große Nachfrage. In Usbekistan lernen immer noch fast eine halbe Millionen Menschen Deutsch.
In den letzten Jahren war ein reger Austausch zwischen deutschen und usbekischen Künstlern zu verzeichnen. Projekte der Deutschen Botschaft und deutscher Organisationen werden verstärkt in den Regionen durchgeführt, wie z.B. Konzerte und Meisterklassen mit deutschen Künstlern, Workshops im Theaterbereich und Sportveranstaltungen.
Mit dem Kulturerhalt-Programm des Auswärtigen Amts ist die Bundesregierung in besonderem Maße an der Bewahrung des einzigartigen architektonischen Erbes in Usbekistan beteiligt. Projekte wurden bisher unter anderem am Kuppelbau der Medresse Tilla Kari in Samarkand, in der Gräberstadt Shah-i-Sinda, am Mausoleum Ischrat-Khane in Samarkand, an der Medresse Abdulasis Khan in Buchara, im Museum für Kunstgeschichte mit der Digitalisierung von 5000 alten Glasnegativen und in der Akademie der Wissenschaft in Nukus zur Konservierung alter Handschriften durchgeführt.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.


Weitere Informationen

Chor-Minor-Madrasa in Buxoro
Chor-Minor-Madrasa in Buxoro © picture alliance/prisma

Deutsche Botschaft Taschkent

Usbekistan ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf die beiden Schwerpunkte Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Gesundheit. Zudem ist Usbekistan in Regionalvorhaben eingebunden, die regionale Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiet, in der Berufsbildung, im Mikrofinanzsektor und im Umweltbereich stärken und damit auch Krisen gezielt vorbeugen.
Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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