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Deutschland und Timor-Leste: bilaterale Beziehungen Timor-Leste

12.06.2019 - Artikel

Politische Beziehungen

Die Beziehungen zwischen Timor-Leste und Deutschland sind problemlos und freundschaftlich. Timor-Leste erhält seit der Zeit der VN-Übergangsverwaltung von 1999 umfangreiche Unterstützung aus Deutschland zum Aufbau des Landes. Mit Erreichen der staatlichen Unabhängigkeit am 20. Mai 2002 wurde Timor-Leste von Deutschland völkerrechtlich anerkannt. Timor-Leste unterstützt die deutschen Bemühungen um eine Reform der VN.

Der timoresische Botschafter in Brüssel ist auch in Deutschland akkreditiert; zudem gibt es in Berlin einen Honorarkonsul für Timor-Leste. Die deutsche Botschaft Jakarta ist auch für die Pflege der Beziehungen zu Timor-Leste zuständig (ebenfalls Doppel-Akkreditierung des Botschafters).

Wirtschaftsbeziehungen

Das bilaterale Handelsvolumen war 2018 mit 2,4 Mio. EUR sehr niedrig und verzeichnete nach einem Handelsvolumen 2017 von 5,7 Mio. EUR wieder eine absteigende Tendenz (2016: 1,5 Mio. EUR). Timoresischen Exporte nach Deutschland (größtenteils Kaffee, 937.200 KG) in Höhe von 2 Mio. EUR (2018) standen Einfuhren aus Deutschland im Wert von 400.000 EUR (2018) gegenüber.

Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Timor-Leste ist eine funktionierende Demokratie. Freie und faire Wahlen und die Menschenrechte werden garantiert.

Die deutsche entwicklungspolitische Zusammenarbeit richtet ihre Vorhaben auf den Schwerpunkt Frieden- und Sicherheit aus, insbesondere durch die Unterstützung der Schaffung wirtschaftlicher Perspektiven für Jugendliche  sowie die Förderung der gewaltfreien Konfliktbearbeitung. Deutschland hat Timor-Leste seit seiner Unabhängigkeit insgesamt rund 67 Mio. Euro zugesagt.

Der Ausbau der Infrastruktur, darunter die Verkehrsanbindung der ländlichen Regionen an die Hauptstadt und an die Küsten, bleibt eine wichtige Voraussetzung für die weitere Entwicklung. Deutschland und Timor-Leste arbeiten hier vor allem im maritimen Transportsektor zusammen: Die mit deutschen Mitteln gebaute Personen- und Frachtfähre BERLIN NAKROMA ist bis heute die wichtigste und erschwinglichste Seeverbindung innerhalb des Landes. Sie verbindet die Hauptstadt Dili mit der Insel Atauro sowie der Enklave Oecusse, die im indonesischen Staatsgebiet liegt. Zu diesem Programm gehören auch die Unterstützung des Hafenbetriebs und die Ausbildung von Seefahrern. Die Einrichtung einer weiteren Fährverbindung durch eine zweite durch Deutschland finanzierte Fähre an der Nordküste des Landes wird derzeit vorbereitet; die zweite Fähre ist im Bau.

Das bilaterale Engagement wird - teilweise auch mit Bundesmitteln unterstützt - durch zahlreiche Beiträge der Kirchen, der Politischen Stiftungen und anderer Nichtregierungsorganisationen ergänzt.

Kulturelle Zusammenarbeit

Deutschland hat in Zusammenarbeit mit dem timoresischen Kulturministerium und der UNESCO zum Aufbau eines Filmarchivs aus Mitteln des Kulturerhalts beigetragen.

2015 unterstützte Deutschland die UNESCO bei der Konservierung von Felsenkunst im Nino Konis Santana National Park.

Angesichts der schlechten Ausbildungsbedingungen für viele Journalisten in Timor-Leste hat Deutschland seit 2007 mehrere Journalisten aus Timor-Leste zu Fortbildungsseminaren der Deutschen Welle und der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit in Deutschland und in Indonesien eingeladen.

Im Rahmen von Programmen des Deutschen Akademischen Austauschdienstes konnten seit 2002 auch viele timoresische Studenten (die allerdings in Indonesien studierten) zu Stipendienaufenthalten nach Deutschland eingeladen werden.

Seit 2008 findet in Dili alljährlich im Dezember ein EU-Filmfestival statt, an dem neben Deutschland auch andere EU-Mitgliedstaaten teilnehmen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Deutschland unterstützt das Land seit 1999 beim Aufbau. In der Anfangsphase stand neben Nahrungsmittel-, Not- und Flüchtlingshilfe die Trinkwasserversorgung in den östlichen Distrikten im Mittelpunkt der Zusammenarbeit. Danach wurden die Entwicklung des maritimen Transportsektors und die Förderung der ländlichen Entwicklung als mittelfristige Schwerpunkte der Zusammenarbeit festgelegt. Künftig soll sich die Zusammenarbeit auf das Thema Krisenprävention und Konfliktbearbeitung konzentrieren.

Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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