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Deutschland und Serbien: Bilaterale Beziehungen

06.12.2021 - Artikel

Die bilateralen Beziehungen sind eng. Im Vordergrund der deutschen Politik gegenüber Serbien steht die Unterstützung für den politischen und wirtschaftlichen Reformkurs des Landes. Ziele sind die weitere rechtsstaatlich-demokratische Transformation und der Beitrittsprozess Serbiens zur EU.

Unterschiedliche Auffassungen vertreten Serbien und Deutschland bezüglich der Unabhängigkeit Kosovos, die Deutschland anerkannt hat.

Deutschland ist für Serbien Schlüsselpartner in der EU. Enge Verflechtungen zwischen Deutschland und Serbien existieren zudem wegen der großen Zahl von Serben und serbischstämmigen Bürgern, die dauerhaft in Deutschland leben. Insgesamt leben nach unterschiedlichen Schätzungen 400.000 bis 800.000 Menschen mit serbischem Hintergrund in Deutschland.

Deutschland zählt seit Jahren zu den wichtigsten Wirtschaftspartnern Serbiens. Über 400 Unternehmen mit deutschem Kapital beschäftigen über 70.000 Mitarbeiter/ innen in Serbien. Die Deutsch-Serbische Wirtschaftskammer umfasst mehr als 370 Mitgliedsunternehmen.

Das übergeordnete Ziel der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit mit Serbien ist die Unterstützung bei Reformen und Maßnahmen im Rahmen der EU-Beitrittsverhandlungen. Seit Oktober 2021 liegt der Fokus auf der Umsetzung der Grünen Agenda, konkret beim Ausbau von erneuerbaren Energien und einem sozial gerechten und wirtschaftlich tragfähigen Kohleausstieg. Hierzu hat die deutsche Entwicklungszusammenarbeit  eine strategische Klimakooperation mit Serbien vereinbart. Weitere Themen sind berufliche Bildung, insbesondere der Ausbau von grünen Jobs und gute Regierungsführung sowie die Inklusion von Roma und anderen marginalisierten Gruppen. Für all diese Themen wurden seit dem  Jahr 2000 rd. 2.3 Mrd. EUR investiert. Deutschland ist damit der größte bilaterale Geber.

Das kulturelle Leben des Landes ist reich und vielfältig, die kulturelle Zusammenarbeit mit Deutschland eng. Das Goethe-Institut Belgrad bietet ein umfangreiches und qualitativ ansprechendes Programm, seine Veranstaltungen (Ausstellungen, Vorträge, Konzerte, Theater) sind, wie auch die Deutschkurse, gut besucht. Deutsch ist als zweitbeliebteste Fremdsprache nach Englisch fest etabliert und wird von nahezu der Hälfte der Schülerinnen und Schüler gelernt.

Die verbliebene kleine deutsche Minderheit (Donauschwaben, 4064 eingeschriebene Mitglieder im Nationalrat lt. Zensus 2011) betreibt 14 Kulturvereine. St. Gerhard in Sombor mit über 750 Mitgliedern ist der aktivste der Vereine und die treibende Kraft für den Erhalt der Minderheit.

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