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Deutschland und Polen: Bilaterale Beziehungen Polen

09.10.2020 - Artikel

Die deutsch-polnischen Beziehungen sind für beide Seiten von herausgehobener Bedeutung und haben seit 1989 eine in der jüngeren Geschichte einmalige Dynamik entwickelt. Übereinstimmende Interessen in vielen Bereichen und die enge Partnerschaft in EU und NATO bilden ein solides Fundament für die Zukunft.

Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Polen sind ausgesprochen vielfältig. Neben zahlreichen bilateralen Kontakten gibt es regelmäßige Deutsch-Polnische Regierungskonsultationen sowie die jährlichen Sitzungen der Deutsch-Polnische Regierungskommission für regionale und grenznahe Zusammenarbeit. Allein im Jahr 2019 reisten der Bundespräsident, die Bundeskanzlerin und des Bundesaußenminister mehrfach nach Polen. Anlass waren politische Konsultationen bzw. die Teilnahme an Gedenkveranstaltungen im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg.

Zwischen Polen und Deutschland besteht auch unterhalb der nationalen Ebene ein tiefes und breites Beziehungsgeflecht. Die regionale und grenzüberschreitende Zusammenarbeit, rund 450 Städtepartnerschaften und die Zusammenarbeit zwischen Bundesländern und Woiwodschaften sorgen für eine große Breite und Dichte in den deutsch-polnischen Beziehungen. Außerdem ist Polen mit Deutschland und Frankreich seit 1991 im Rahmen des Weimarer Dreiecks verbunden, was hochrangige politische Kontakte ebenso einschließt wie trilaterale kulturelle und zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit.

Deutschland und Polen sind wirtschaftlich eng miteinander verflochten. Deutschland ist seit über zwei Jahrzehnten der mit Abstand wichtigste Handelspartner Polens. Das bilaterale Handelsvolumen belief sich 2019 auf rund 124 Milliarden Euro.

In Polen lernen circa 1,84 Millionen Menschen Deutsch; es ist weltweit das Land mit den meisten Deutschlernenden. Ein Schwerpunkt der deutschen auswärtigen Kulturpolitik in Polen liegt in Unterstützungsangeboten für den Erwerb der deutschen Sprache.

Die deutsche Minderheit in Polen umfasst nach eigener Einschätzung etwa 300.000 bis 350.000 Personen bzw. nach der Volkszählung von 2011 eine Zahl von 148.000 Menschen. Sie ist damit die größte von insgesamt 13 anerkannten nationalen oder ethnischen Minderheiten und zurzeit mit einem Abgeordneten im polnischen Parlament vertreten. Viele Angehörige der Minderheit besitzen neben der polnischen auch die deutsche Staatsangehörigkeit.

In Deutschland leben ca. 2,2 Millionen Menschen mit polnischem Migrationshintergrund und bilden die zweitgrößte Herkunftsgruppe.

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