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Beziehungen zu Deutschland Philippinen

Artikel

Stand: Oktober 2018

Politische Beziehungen

Die Philippinen zählen mit über 105 Mio. Einwohnern zu den bevölkerungsreichsten Ländern der Erde. Die demokratisch verfassten Philippinen sind Teil der westlichen Wertegemeinschaft. Unter der Regierung von Präsident Duterte distanziert sich das Land jedoch zunehmend von den USA und der EU.

Deutschland und die Philippinen stehen in einem regelmäßigen politischen Austausch auf Ebene der Regierungen wie auch zwischen den Parlamenten.

Die multilaterale Zusammenarbeit z.B. im Rahmen der Klimapolitik und der Armutsbekämpfung findet in den bilateralen Beziehungen durch entsprechende Schwerpunktsetzung in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit ihre Fortsetzung. Entwicklungen der Menschenrechtslage werden im Rahmen des kritischen Menschenrechtsdialoges aufgenommen. Die amtlichen Beziehungen werden durch die Aktivitäten der politischen Stiftungen und ein breites Engagement der deutschen Zivilgesellschaft ergänzt.

Wirtschaftsbeziehungen

Das bilaterale Handelsvolumen zwischen Deutschland und den Philippinen erreichte 2017 5,6 Milliarden Euro (2016: 4,8 Milliarden Euro). Die Importe aus den Philippinen erhöhten sich stark auf 3,6 Milliarden Euro (2016: 2,8 Milliarden Euro), die Exporte aus Deutschland blieben nahezu konstant bei 2,0 Milliarden Euro ab . Maschinen, Elektronik und Nahrungsmittel sind die wichtigsten Exportartikel. Daneben spielen Luftfahrzeuge sowie chemische und pharmazeutische Produkte eine wichtige Rolle.

Waren „Made in Germany“ genießen in den Philippinen einen ausgezeichneten Ruf, sind aber in vielen Produktkategorien nur im oberen Preissegment vertreten. Mit dem Entstehen einer breiteren Mittelschicht in den Großstädten werden sich auf Dauer bessere Absatzchancen im Konsumgüterbereich ergeben.

Vor dem Hintergrund stabiler makroökonomischer Daten und hoher Wachstumsraten sind deutlich positive Entwicklungen in den deutsch-philippinischen Wirtschaftsbeziehungen zu erkennen. Deutsche Neuinvestitionen im Bereich IT-gestützter Dienstleistungen haben in den letzten Jahren interne Geschäftsprozesse im Wege des Outsourcing in den PHL angesiedelt oder eigene Call-Center eröffnet. Firmen im maritimen Sektor, im Transportsektor und im Versicherungsbereich sehen die Philippinen ebenfalls als Zukunftsmarkt. Auch im Bereich industrielle Fertigung haben in den letzten Jahren deutsche Unternehmen in den Philippinen investiert.

Die 2008 gegründete deutsch-philippinische Handelskammer (GPCCI) wurde 2015 in das Netz der deutschen Außenhandelskammern aufgenommen. Deutschland zählt zu den größten ausländischen Investoren im Land.

Entwicklungs- und klimapolitische Zusammenarbeit und Katastrophenhilfe

Mit einem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von rund 2900 US Dollar (2017) zählen die Philippinen zu den wirtschaftlich schwächsten Ländern Südostasiens. Rund ein Fünftel der Bevölkerung (mehr als 20 Millionen Menschen) der Philippinen leben unterhalb der Armutsgrenze; besonders stark betroffen ist die Südinsel  Mindanao, wo rund ein Drittel der Bevölkerung in Armut lebt.

Deutschland gehört zu den bedeutendsten bilateralen Entwicklungspartnern der Philippinen. Der Schwerpunkt der Entwicklungszusammenarbeit liegt auf Friedensförderung und Konflikttransformation in Mindanao. Ferner sind die Philippinen ein Schwerpunktland der Internationalen Klimaschutzinitiative der Bundesregierung, mit der die Entwicklung von Klimaschutzstrategien, das nachhaltige Management natürlicher Ressourcen, der Schutz der Biodiversität sowie die Förderung des Einsatzes erneuerbarer Energien gefördert werden. Neben diesen zwischen den Regierungen vereinbarten Programmen tragen von der Bundesregierung finanzierte  Aktivitäten einer Vielzahl privater Träger, der Entwicklungsdienste der katholischen und der evangelischen Kirchen Deutschlands und der deutschen politischen Stiftungen zum Portfolio der deutschen Hilfe bei. Außerdem finanziert die Bundesregierung  regelmäßig Soforthilfe für die Opfer von in den Philippinen regelmäßig vorkommenden Naturkatastrophen (Tropenstürme, Erdbeben) und leistet Beratung bei der Verbesserung der Katastrophenvorsorge.


Kulturelle Zusammenarbeit

Das deutsch-philippinische Kulturabkommen aus dem Jahr 1983 bildet die Grundlage für die partnerschaftliche und vielfältige Zusammenarbeit auf kulturellem Gebiet.

Die Hochschulzusammenarbeit wurde in den letzten Jahren durch weitere Kooperationsabkommen, Forschungsprojekte und Wissenschaftleraustausch intensiviert. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert seit Sommer 2008 eine Langzeitdozentur an der University of the Philippines (Germanistik). Insgesamt haben über 300 philippinische Wissenschaftler eine Förderung durch den DAAD oder die Alexander-von-Humboldt-Stiftung erhalten.

Der Schwerpunkt der Arbeit des seit 1961 bestehenden Goethe-Instituts Manila liegt im Sprachbereich (Deutschkurse bzw. Sprachausbildung von Lehrern auf den Philippinen) und der Programmarbeit in den Bereichen Film, Musik, Architektur und Bildende Kunst/Fotografie. Ferner ist das Goethe-Institut im Rahmen der PASCH-Initiative (Schulen: Partner der Zukunft) seit Anfang 2008 aktiv bei der Rekrutierung von Partnerschulen, sowie dem Auf- und Ausbau der bereits bestehenden DaF-(Deutsch als Fremdsprache)Institutionen zu einem philippinenweiten Netzwerk. Die Deutsche Schule Manila (DESM) - gegründet 1980 - ist eine anerkannte Deutsche Auslandsschule, die bis zum Sekundarschulabschluss II führt. Seit 1992 bildet sie gemeinsam mit der Französischen Schule den so genannten Eurocampus. Die DESM bietet ein bilinguales deutsch-englisches „International Baccalauréat (IB)-Diploma Program“ an, das in Deutschland als allgemeine Hochschulzugangsberechtigung anerkannt wird. Seit dem Schuljahr 2008/2009 hat die DESM einen englischsprachigen Zweig eingeführt, der sukzessive ausgebaut wird. Seit 2014 wird das Deutsche Sprachdiplom I verliehen.

Die Botschaft organisiert auch eigene Veranstaltungen wie z.B. Kammermusikkonzerte mit philippinischen und deutschen Künstlern und widmet sich der Betreuung ehemaliger Stipendiaten, die nach ihrem Deutschlandaufenthalt eine wertvolle Brücke zwischen beiden Ländern bilden. Zahlreiche deutsch-philippinische Freundschaftsvereine tragen zum kulturellen Austausch bei. Philippinische Chöre begeistern auf Gastspielen immer wieder das deutsche Publikum und belegen bei Chorwettbewerben die vordersten Plätze.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Mit den Philippinen findet themenbezogene Entwicklungszusammenarbeit im Bereich Friedensentwicklung und Konfliktbearbeitung aus regionalen Mitteln statt. Mehr dazu beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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