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Deutschland und Peru: bilaterale Beziehungen Peru

23.05.2019 - Artikel

Politik

Die bilateralen politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Peru sind freundschaftlich und von Vertrauen geprägt. Deutschland unterstützt die Staatsmodernisierung Perus, darunter die Stärkung der Institutionen und des Beamtenapparats auf verschiedenen staatlichen Ebenen sowie die Einbeziehung der Zivilgesellschaft. 

Der politische Besucheraustausch hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen und war im Jahr 2015 mit den Reisen des damaligen Außenministers Steinmeier (Februar 2015) und des damaligen Bundespräsidenten Gauck (März 2015) nach Peru besonders intensiv. Im September 2016 besuchte der hessische Ministerpräsident Bouffier Peru. Außerdem gab es zahlreiche Besuche anderer Minister, Staatssekretäre und Bundestagsabgeordneter, zuletzt einer Delegation des Bundestagsausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit (AwZ) Ende Mai 2018.

Wirtschaft

Deutschland ist ein wichtiger Handelspartner Perus als Lieferant hochwertiger Kapitalgüter sowie als Abnehmer peruanischer metallischer Rohstoffe und landwirtschaftlicher Produkte.

In Peru wurden 2018 Waren im Wert von 1,048 Mrd. USD aus Deutschland eingeführt. Die peruanischen Exporte nach Deutschland erreichten einen Wert von 1,127 Mrd. USD.

Insgesamt exportiert Peru mehr als es importiert, insbesondere wegen der hohen Rohstoffausfuhren.

Die peruanischen Exporte nach Deutschland werden weiterhin vom Bergbausektor angeführt (meist Kupfer, Silber, Zink und Zinn). Dem folgen landwirtschaftliche Produkte wie Früchte und Kaffee. Peru führt aus Deutschland vor allem Investitionsgüter wie Maschinen und Kraftfahrzeuge, aber auch Textilien, Arzneimittel und chemische Produkte ein.

Seit 1997 ist ein deutsch-peruanisches Investitionsschutzabkommen in Kraft; ein bilaterales Doppelbesteuerungsabkommen besteht nicht. Zudem gilt ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Peru, Kolumbien sowie Ecuador.

Ein bilaterales Abkommen über Zusammenarbeit im Rohstoff-, Industrie- und Technologiebereich trat Anfang 2015 in Kraft. Diese Partnerschaft sieht eine engere Zusammenarbeit u.a. bei der Umsetzung internationaler Umwelt- und Sozialstandards bei Erkundung, Gewinnung und Erschließung von Rohstoffen vor.

Entwicklungszusammenarbeit

Peru ist Partnerland und einer der größten Empfänger von Mitteln der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Lateinamerika. Die entwicklungspolitische Zusammenarbeit  wird von peruanischer Seite geschätzt und anerkannt.

In Absprache mit der peruanischen Regierung konzentriert sich die Entwicklungszusammenarbeit zwischen Deutschland und Peru auf drei Schwerpunkte: Demokratie, Zivilgesellschaft- und öffentliche Verwaltung. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die peruanische Regierung dabei, die öffentliche Verwaltung zu modernisieren und die Leistungsfähigkeit staatlicher Institutionen zu erhöhen. Ein wichtiges Element der Zusammenarbeit ist die Unterstützung der Reformen Perus mit Blick auf die Antikorruptionsagenda.

Nachhaltige Stadtentwicklung in Zeiten des Klimawandels: Städte und Stadtentwicklung nehmen für die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele in Peru eine besonders wichtige Rolle ein. Ein zentraler Bereich urbaner Infrastruktur ist der städtische Wassersektor, der in Peru stark vom Klimawandel bedroht ist. Ebenso spielt die Zusammenarbeit in den Bereichen urbane Mobilität (Transportsektor, Energie und Abfallwirtschaft) eine wichtige Rolle.

Umweltpolitik: Schutz und nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die peruanische Regierung dabei, den außergewöhnlichen Ressourcenreichtum Perus (viertgrößte Tropenwaldfläche weltweit, hohe Vielfalt an Flora und Fauna) zu schützen und besser in Wert zu setzen. Ein besonders wichtiger Bereich ist hier der Waldschutz und die Förderung von Nachhaltigkeit im Forstsektor.

Mehr dazu beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: BMZ Länderseite Peru.

Kultur und Bildung

Auch im kulturellen Bereich sind die Beziehungen vielfältig. Das Goethe-Institut ist in Lima vertreten, ein deutsch-peruanisches Kulturinstitut befindet sich in Arequipa. Neben der Alexander-von-Humboldt-Schule (Begegnungsschule mit rund 1.600 Schülern) in Lima gibt es zwei weitere Deutsche Auslandsschulen in Chosica (bei Lima) und in Arequipa, sowie sechs Schulen, die insbesondere wegen ihres Deutschunterrichts durch das Auswärtige Amt gefördert werden. Insgesamt 15 peruanische Schulen nehmen an dem Programm „Schule – Partner der Zukunft“ (PASCH) teil. Mit dieser Initiative soll bei jungen Menschen langfristiges Interesse für das moderne Deutschland und die deutsche Sprache geweckt werden. Auch dank dieser Initiative lernen mittlerweile rund 18.500 Menschen in Peru Deutsch.

Ein weiterer Schwerpunkt der kulturellen Zusammenarbeit ist der Wissenschaftsaustausch. 2017 haben sich 231 Peruanerinnen und Peruaner – von Studierenden bis Hochschullehrkräften - mit einem Stipendium des DAAD in Deutschland aufgehalten. Umgekehrt unterstützte der DAAD 285 Deutsche, die in Peru studierten. Das im März 2016 gegründete DAAD-Informationszentrum an der Pontificia Universidad Católica in Lima wurde Ende Juni 2017 wieder geschlossen.  Insgesamt studierten 2016/2017 1.118 Peruanerinnen und Peruaner in Deutschland.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützte in der Vergangenheit mehrere Projekte mit Peru-Bezug. Die Alexander von Humboldt-Stiftung förderte mehrere peruanische Wissenschaftler.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Peru ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Arbeitsschwerpunkte sind die Stärkung demokratischer und rechtsstaatlicher Strukturen, die Stärkung der öffentlichen Verwaltung und der Zivilgesellschaft, die Verbesserung der Trinkwasserversorgung und der Abwasserentsorgung sowie die Förderung der ländlichen Entwicklung und des Umweltschutzes. Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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