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Beziehungen zu Deutschland Panama

Artikel

Stand:  März 2018

Politik

Deutschland unterhält seit 1951 diplomatische Beziehungen zu Panama. Panamas demokratische Grundordnung, politische Stabilität, Übereinstimmung in vielen internationalen Fragen, offene dynamische Marktwirtschaft und zunehmende regionale Integration sind eine solide Grundlage für die weitere Intensivierung der guten Beziehungen. Panamas Präsident Varela hat sich zu einem dreitägigen Besuch im  Oktober 2016 in Deutschland aufgehalten. 

Wirtschaft

Panama ist in Zentralamerika Deutschlands Hauptexportmarkt und Investitionsschwerpunktland. Für die Niederlassung deutscher Firmen sind in erster Linie Panamas Standortvorteile als überaus leistungsfähiges, dollarisiertes regionales Dienstleistungszentrum mit Kanal, Häfen, Luftverkehrsdrehkreuz, Sonderwirtschaftszonen, Banken und Versicherungen sowie eine investorenfreundliche Gesetzgebung attraktiv. An den Großprojekten (Metro Panama-Stadt, vierte Brücke über dem Panamakanal, Kupfermine, Sanierung der zweitgrößten Stadt des Landes, Colón) sind z. T. deutsche Unternehmen als Subkontraktoren der ausführenden Konsortien beteiligt.

Die deutsch-panamaische Handelskammer hat über 110 Mitglieder und gehört dem Verbund der deutschen Auslandshandelskammern an. In Panama sind viele namhafte deutsche Unternehmen vertreten. Einige nutzen den Standort Panama als regionalen Sitz.

2016 betrug der bilaterale Handelsaustausch 422,5 Mio. Euro; dies bedeutet einen Rückgang um 52,4 Mio. Euro im Vergleich zu 2015. 2016 importierte Deutschland Güter im Wert von 39.9 Mio. Euro aus Panama; Deutschland exportierte Güter im Wert von 382,6 Mio. Euro nach Panama, der deutsche Exportüberschuss betrug 342,7 Mio. Euro. Hauptausfuhrgüter Panamas nach Deutschland waren 2016: (nach SITC) Nahrungsmittel 69,6%; sonstige Fahrzeuge 7,1%; natürl. Öle, Fette, Wachse 6,2%; Maschinen 2,3%; Getränke/Tabak 2,1%; Sonstige 12,7%. Hauptausfuhrgüter Deutschlands nach Panama waren 2016: Arzneimittel 24,9%; Maschinen  20,0%; Reinigungsmittel/Kosmetik 10,1%; sonstige Fahrzeuge 9,9%; Kfz und -Teile 8,8%; Kautschuk. Erzeugnisse 3,5%; sonst. 22,8%. 

Panama erreichte  im Jahre 2016 Platz 123 bei den deutschen Einfuhren und Platz 82 bei deutschen Exporten von insgesamt 239 Handelspartnern. Deutsche Direktinvestitionen in Panama (Bestand) lagen 2015 bei 4.573 Mio. Euro (entspr. Nettotransfer-Zunahme von 84 Mio. Euro im Vergleich zu 2014). Direktinvestitionen Panamas in Deutschland (Bestand) betrugen 2015 78 Mio. Euro (entspr.Nettotransfer-Rückgang von 15 Mio. Euro gegenüber 2014). Ein Investitionsschutzabkommen ist seit 10.03.1989 in Kraft.
Ein allgemeines Doppelbesteuerungsabkommen besteht nicht; jedoch ist 2016 ein Doppelbesteuerungsabkommen im Bereich Luft- und Seeschifffahrt unterzeichnet worden, das am 27.10.2017 in Kraft getreten ist.

Entwicklungszusammenarbeit

Aufgrund des vergleichsweise hohen Entwicklungsstandes wurde die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit 2004 eingestellt. Als Mitglied des zentralamerikanischen Integrationssystems SICA wird Panama aber in Regionalvorhaben, z. B. im Bereich Sicherheit, Umwelt oder Indigene einbezogen. Panama nimmt auch teil an Projekten, die Deutschland im Rahmen der strategischen Partnerschaft mit der VN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika (CEPAL) fördert (nachhaltige Entwicklung mit geringer Kohlenstoffintensität, Energieeffizienz, soziale Kohäsion). Die Internationale Klimainitiative des Bundesumweltministeriums unterstützt im Zeitraum 2014-2017 den Schutz von Feucht- und Naturschutzgebieten in Panama über das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP)/Globale Umweltfazilität mit fast 1 Mio. Euro. Deutschland unterstützt Panama auch durch die für die Region und bilateral für Panama bereitstehenden Kooperationsmittel der Europäischen Union.
Die Deutsche Botschaft realisiert jedes Jahr kleinere sozial- und entwicklungsorientierte Projekte. Im Rahmen des „weltwärts“-Programms des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) halten sich Frewillige aus Deutschland in Panama auf. Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) und die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) kooperieren mit Partnern in Panama.

Kultur und Bildung


Ein bilaterales Kulturabkommen zwischen Deutschland und Panama besteht nicht. Der DAAD unterstütz jedoch die Fortbildung von wissenschaftlichem Personal durch akademische Austauschprogramme. Hierbei werden kofinanzierte Jahrestipendien an Hochschullehrer und Studierende der panamaischen Universitäten in Master-, Promotions- und Postdoktoranden-Programmen vergeben. (2016: etwa 85 Stipendien). Auch kurze Forschungsaufenthalte in Deutschland können gefördert werden. Die Universitäten Frankfurt und Ulm arbeiten erfolgreich mit der Universität David auf dem Gebiet der Biochemie zusammen. Des Weiteren besteht ein Kooperationsabkommen zwischen der Universidad Católica Santa Maria La Antigua und der Hochschule für angewandte Wissenschaften Neu-Ulm.
Seit August 2016 gibt es eine deutsche Begegnungsschule in Panama: das „Colegio Alemán Nikolaus Kopernikus“ hat den Betrieb mit Kindergarten, Vorschule und Grundschule aufgenommen. Hier werden aktuell 79 Kinder in Kindergarten und Vorschule sowie 31 Grundschulkinder unterrichtet. Die Schule bietet Unterricht in drei Sprachen an (Deutsch, Englisch und Spanisch).
Deutschunterricht wird auch an einer Privatschule und einer öffentlichen Schule - im Rahmen der deutschen Partnerschulinitiative (PASCH) –  in Panama-Stadt  angeboten. Deutschkurse werden ebenfalls an einer Universität durchgeführt. Außerdem erteilt das 'Centro Cultural Alemán' mit Unterstützung  des Goethe-Instituts deutschen Sprachunterricht.
Goethe Institut und DAAD sind in Panama nicht mit eigenen Büros vertreten.  Dennoch bietet die Botschaft  in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Mexiko (Netzwerk Zentralamerika) und lokalen Partnern regelmäßig Kulturveranstaltungen an.  Der DAAD hat sein Regionalbüro in San José, Costa Rica. Dieses arbeitet eng mit der deutschen Botschaft in Panama zusammen.
Die Deutsche Welle ist auf nachrangigem Platz im hauptstädtischen Kabelnetz (Abo erforderlich) präsent (deutscher und spanischsprachiger Kanal), jedoch auf dem Lande überwiegend nicht verfügbar. Es gibt keine deutschen Medienvertreter vor Ort.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Kreuzfahrtschiff im Panama-Kanal
Kreuzfahrtschiff im Panama-Kanal © picture-alliance/prisma
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