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Beziehungen zu Deutschland Panama

Artikel

Stand:  Oktober 2018

Politik

Deutschland unterhält seit 1951 diplomatische Beziehungen zu Panama. Panamas demokratische Grundordnung, politische Stabilität, Übereinstimmung in vielen internationalen Fragen, offene dynamische Marktwirtschaft und zunehmende regionale Integration sind eine solide Grundlage für die weitere Intensivierung der guten Beziehungen. Panamas Präsident Varela hat sich im Oktober 2016 zu einem dreitägigen Besuch in Deutschland aufgehalten. 

Wirtschaft

Panama ist in Zentralamerika Deutschlands Hauptexportmarkt und Investitionsschwerpunktland. Für die Niederlassung deutscher Firmen sind in erster Linie Panamas Standortvorteile als überaus leistungsfähiges, dollarisiertes regionales Dienstleistungszentrum mit Kanal, Häfen, Luftverkehrsdrehkreuz, Sonderwirtschaftszonen, Banken und Versicherungen sowie eine investorenfreundliche Gesetzgebung attraktiv. An den Großprojekten (Metro Panama-Stadt, dritte Brücke bei Colón über dem Panamakanal, Kupfermine, Sanierung der zweitgrößten Stadt des Landes, Colón) sind z. T. deutsche Unternehmen als Sub-Kontraktoren der ausführenden Konsortien beteiligt.

Die deutsch-panamaische Handelskammer hat über 120 Mitglieder und gehört dem Verbund der deutschen Auslandshandelskammern an. In Panama sind viele namhafte deutsche Unternehmen vertreten. Einige nutzen den Standort Panama als regionalen Sitz.

2017 betrug der bilaterale Handelsaustausch  436,6 Mio. Euro; dies bedeutet einen Zuwachs von 7,7 Mio. Euro im Vergleich zu 2016. 2017 importierte Deutschland Güter im Wert von 43,1 Mio. Euro aus Panama; Deutschland exportierte Güter im Wert von 393,5 Mio. Euro nach Panama, der deutsche Exportüberschuss betrug 350,4 Mio. Euro.

Panama erreichte  im Jahre  2017 Platz 126 bei den deutschen Einfuhren und Platz 86 bei deutschen Exporten von insgesamt 239 Handelspartnern. Deutsche Direktinvestitionen in Panama (Bestand) lagen 2015 bei 4.573 Mio. Euro (entspr. Nettotransfer-Zunahme von 84 Mio. Euro im Vergleich zu 2014). Direktinvestitionen Panamas in Deutschland (Bestand) betrugen 2015 rd. 78 Mio. Euro (entspr. Nettotransfer-Rückgang von 15 Mio. Euro gegenüber 2014). Ein Investitionsschutzabkommen ist seit 10.03.1989 in Kraft.

Ein allgemeines Doppelbesteuerungsabkommen besteht nicht.  Am 27.10.2017 ist  ein Doppelbesteuerungsabkommen im Bereich Luft- und Seeschifffahrt in Kraft getreten. Nach Panamas Beitritt Anfang 2018 zum multilateralen OECD-Steuerabkommen CRS MCAA “Common Reporting Standard -  Multilateral Competent Authority Agreement“ findet ab Oktober 2018 auch mit Deutschland ein automatischer Finanzdatenaustausch statt.

Entwicklungszusammenarbeit

Aufgrund des vergleichsweise hohen Entwicklungsstandes wurde die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit 2004 eingestellt. Als Mitglied des zentralamerikanischen Integrationssystems SICA wird Panama aber in Regionalvorhaben, z. B. im Bereich Sicherheit, Umwelt oder Indigene einbezogen. Panama nimmt auch teil an Projekten, die Deutschland im Rahmen der strategischen Partnerschaft mit der VN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika (CEPAL) fördert (nachhaltige Entwicklung mit geringer Kohlenstoffintensität, Energieeffizienz, soziale Kohäsion). Die Internationale Klimainitiative des Bundesumweltministeriums unterstützt im Zeitraum 2014-2018 den Schutz von Feucht- und Naturschutzgebieten in Panama über das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP)/Globale Umweltfazilität mit fast 5 Mio. Euro. Deutschland unterstützt Panama auch durch die für die Region und bilateral für Panama bereitstehenden Kooperationsmittel der Europäischen Union.

Die Deutsche Botschaft realisiert jedes Jahr kleinere sozial- und entwicklungsorientierte Projekte. Im Rahmen des „weltwärts“-Programms des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) halten sich zahlreiche Freiwillige aus Deutschland in Panama auf. Die in Costa Rica mit Regionalbüros ansässigen politischen Stiftungen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) und Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) kooperieren mit Partnern in Panama, die FES mit lokaler Dependance in Panama.

Kultur und Bildung

Ein bilaterales Kulturabkommen zwischen Deutschland und Panama besteht nicht. Der DAAD unterstützt jedoch die Fortbildung von wissenschaftlichem Personal durch akademische Austauschprogramme. Hierbei werden kofinanzierte Jahrestipendien an Hochschullehrer und Studierende der panamaischen Universitäten in Master-, Promotions- und Postdoktoranden-Programmen vergeben. (2017: etwa 55 Stipendien). Zudem erhielten 30 Deutsche im deutsch-panamaischen Austausch eine Förderung des DAAD. Auch kurze Forschungsaufenthalte in Deutschland können gefördert werden. Die Universitäten Frankfurt und Ulm arbeiten erfolgreich mit der Universität David auf dem Gebiet der Biochemie zusammen. Des Weiteren besteht ein Kooperationsabkommen zwischen der Universidad Católica Santa Maria La Antigua und der Hochschule für angewandte Wissenschaften Neu-Ulm.
Seit August 2016 gibt es eine deutsche Begegnungsschule in Panama: das „Colegio Alemán Nikolaus Kopernikus“ hat den Betrieb mit Kindergarten, Vorschule und Grundschule aufgenommen. Hier werden aktuell 72 Kinder in Kindergarten und Vorschule sowie 31 Grundschulkinder unterrichtet. Die Schule bietet Unterricht in drei Sprachen an (Deutsch, Englisch und Spanisch). Aufnahme in das Schulförderprogramm des Auswärtigen Amts wird angestrebt.

Deutschunterricht wird auch an einer Privatschule und einer öffentlichen Schule - im Rahmen der deutschen Partnerschulinitiative (PASCH) – in Panama-Stadt angeboten. Deutschkurse werden ebenfalls an einer Universität durchgeführt. Außerdem erteilt das 'Centro Cultural Alemán' mit Unterstützung  des Goethe-Instituts deutschen Sprachunterricht.

Goethe Institut und DAAD sind in Panama nicht mit eigenen Büros vertreten. Dennoch bietet die Botschaft  in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Mexiko (Netzwerk Zentralamerika) und lokalen Partnern regelmäßig Kulturveranstaltungen in Panama an.  Der DAAD hat sein Regionalbüro in San José, Costa Rica. Dieses arbeitet eng mit der deutschen Botschaft in Panama zusammen.

Die Deutsche Welle ist auf nachrangigem Platz im hauptstädtischen Kabelnetz (Abo erforderlich) präsent (deutscher und spanischsprachiger Kanal), jedoch auf dem Lande überwiegend nicht verfügbar. Es gibt keine deutschen Medienvertreter vor Ort.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.


Weitere Informationen

Kreuzfahrtschiff im Panama-Kanal
Kreuzfahrtschiff im Panama-Kanal © picture-alliance/prisma
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