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Beziehungen zu Deutschland Palau

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Stand: März 2017

Politische Beziehungen

Die Beziehungen zwischen Palau und Deutschland sind freundschaftlich und gut. Anknüpfungspunkt für die bilateralen Beziehungen ist die Periode der deutschen Kolonialverwaltung zwischen 1899 und 1914, aus der jedoch außer einigen baulichen Überresten von Phosphatförderanlagen auf der Insel Angaur und dem Namen einer Wasserstraße („German Channel“) so gut wie keine Zeugnisse übrig geblieben sind. Im Nationalmuseum wurde im Oktober 2005 eine kleine Deutschlandabteilung eingerichtet.

Diplomatische Beziehungen wurden am 11. November 1997 aufgenommen. Der deutsche Botschafter in Manila/Philippinen ist auch in Palau akkreditiert. Deutschland ist in Palau mit einem Honorarkonsul vertreten.

Palau erfährt auch Unterstützung durch deutsche Entwicklungshilfe und durch humanitäre Entminung von Sprengkörpern, die dort seit dem zweiten Weltkrieg liegen. Inselstaaten wie Palau, die Marshallinseln und die Föderierten Staaten von Mikronesien sind besonders von den Auswirkungen des Klimawandels bedroht. 2006 haben die Präsidenten der drei Länder und die Regierungschefs der mikronesischen US-Territorien die "Micronesia Challenge" unterzeichnet, mit dem Ziel, bis zum Jahr 2020 30 Prozent der küstennahen Meeres- und 20 Prozent der Landressourcen zu schützen. Im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative unterstützt die Bundesregierung diese Bemühungen mit Projekten der Entwicklungszusammenarbeit.

Wirtschaftsbeziehungen

Die bilateralen Handelsbeziehungen sind nur schwach ausgeprägt. Im Jahr 2014 betrugen die deutschen Importe aus Palau 52.000 EUR, die deutschen Ausfuhren etwa 33.000 EUR.

Entwicklungspolitisch tritt Deutschland nur in bescheidenem Umfang durch Kleinstprojekte im Rahmen der Technischen Zusammenarbeit in Erscheinung. Jedoch trägt es über seine Beiträge an die EU erheblich zu Entwicklungsprojekten der EU in Palau bei. Das Auswärtige Amt unterstützt die Entsorgung von Altminen und –munition aus dem 2. Weltkrieg, die im palauischen Archipel nach wie vor gefunden werden, über die australische Nichtregierungsorganisation Clear Ground Demining.

Kulturbeziehungen

Die sogenannten "Krämer"-Bände der deutschen Südsee-Expedition (1907-1910) des deutschen Marinearztes, Anthropologen und Ethnologen August Krämer (1864-1941) sind weiterhin von aktueller Bedeutung: Die in fünf Bänden enthaltenen Aufzeichnungen werden noch heute von palauischen Gerichten als einzige authentische Quelle bei Grundstücks-/Stammesstreitigkeiten anerkannt. Mangels eigener oder anderer schriftlicher Aufzeichnungen sind die "Krämer"-Aufzeichnungen das kodifizierte Gedächtnis der durch moderne Lebensart bedrohten palauischen Kultur und Identität. Die Botschaft hat das Projekt einer Übersetzung der Aufzeichnungen in die englische Sprache im Rahmen des Kulturerhaltungsprogramms des Auswärtigen Amts im Zeitraum 2010 bis 2012 finanziell unterstützt. Im Mai 2014 erfolgte die feierliche Übergabe des Projekts durch den Deutschen Botschafter an den Präsidenten und weitere politische und kulturelle Würdenträger Palaus.

Die Botschaft in Manila beteiligte sich außerdem regelmäßig mit einem deutschen Filmbeitrag am jährlich stattfindenden EU-Filmfestival in Koror.

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