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Deutschland und Pakistan: bilaterale Beziehungen Pakistan

05.03.2019 - Artikel

Politik

Deutschland und Pakistan pflegen seit vielen Jahren enge und vielfältige Beziehungen. In Pakistan ist Deutschland mit einer Botschaft in der Hauptstadt Islamabad sowie einem Generalkonsulat in der Wirtschaftsmetropole Karachi vertreten.

Deutschland hat großes Interesse an einer demokratischen und stabilen Entwicklung in Pakistan und an einer konstruktiven Rolle Pakistans in der Region.

Wirtschaft

Das bilaterale Handelsvolumen Deutschlands mit Pakistan betrug 2017 2,87 Mrd. Euro. Deutschen Exporten nach Pakistan in Höhe von 1,2 Mrd. Euro standen Importe aus Pakistan in Höhe von 1, 67 Mrd. Euro gegenüber. Pakistan exportiert nach Deutschland vor allem Textilien, Lederwaren, Sportartikel, Schuhe und medizinische Instrumente. Aus Deutschland importiert Pakistan in erster Linie Maschinen, chemische sowie elektrotechnische Erzeugnisse, Fahrzeuge und Eisenwaren.

Die Zahl der in Pakistan tätigen deutschen Unternehmen ist in den vergangenen Jahren gewachsen. Vor allem in den Bereichen Energie und Infrastruktur steigt das Interesse der deutschen Wirtschaft. Deutsche und pakistanische Firmen mit Interesse an den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen schlossen sich 2016 zur “German Pakistan Chamber of Commerce and Industry (GPCCI)” mit Hauptsitz in Karachi zusammen. Die GPCCI hat auch Standorte in Lahore und Islamabad. Die GPCCI ist eine Körperschaft nach pakistanischem Recht unter dem Dach der “Federation of Pakistan Chambers of Commerce and Industry”. 2014 wurde in Deutschland eine Organisationen zur Förderung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen gegründet: „GATE Pakistan“. Regelmäßig erfolgen Besuche von Unternehmerdelegationen. Die Zahl der pakistanischen Unternehmen, die an Industriemessen in Deutschland teilnehmen, steigt kontinuierlich.

Zwischen Pakistan und Deutschland bestehen unter anderem folgende bilaterale Abkommen:

  • Luftverkehrsabkommen
  • Doppelbesteuerungsabkommen
  • Investitionsschutz- und –fördervertrag
  • Rahmenabkommen über Technische Zusammenarbeit (ergänzt von den jährlichen Abkommen über finanzielle und technische Zusammenarbeit)
  • Abkommen über Zusammenarbeit in der wissenschaftlichen Forschung und technologischen Entwicklung

Entwicklungszusammenarbeit

Die deutsch-pakistanische Entwicklungszusammenarbeit besteht seit den 1950-er Jahren. Die Bundesregierung hat seitdem Projekte im Volumen von rund 3,5  Mrd. Euro zugesagt, rund 3,1 Mrd. wurden bisher ausgezahlt  Die mit der pakistanischen Regierung abgestimmten Schwerpunkte der bilateralen Zusammenarbeit sind:

  • Energie (mit Fokus auf Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz)
  • Gute Regierungsführung (vor allem Generierung von Steuereinnahmen und Dezentralisierung)
  • Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung (insbesondere Berufsbildung)

Darüber hinaus leistet Deutschland weiterhin umfangreiche Unterstützung im Gesundheitsbereich (Impfprogramme, Bluttransfusionszentren, kommunale Gesundheitsstationen).

Die deutsche technische und finanzielle Zusammenarbeit unterstützt damit zentrale Reformvorhaben der pakistanischen Regierung - wie die Stärkung von Föderalismus und Mitbestimmung sowie die Verbesserung der Produktionsbedingungen der pakistanischen Wirtschaft (von der Energiezufuhr über gut ausgebildete Arbeitskräfte bis hin zur Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards). Zudem leistet Deutschland Unterstützung für Flüchtlinge.

Der geographische Schwerpunkt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Pakistan liegt auf dem Norden und Westen des Landes (Provinz Khyber-Pakhtunkhwa einschließlich der früheren FATA-Stammesgebiete), sowie auf der bevölkerungsreichsten Provinz Punjab  im Osten. Zudem gibt es Projekte in Belutschistan, Sindh, Gilgit-Baltistan und in AJK (Azad Jammu & Kashmir).

Die Zusammenarbeit mit Pakistan zeichnet sich aus durch eine Vielzahl von Vorhaben, die Deutschland gemeinsam mit anderen Gebern finanziert - vor allem mit der EU, Norwegen und der Schweiz. Deutschland engagiert sich zudem gemeinsam mit der pakistanischen Regierung in unterschiedlichen multilateralen Finanzierungsinstrumenten wie dem “Multi Donor Trust Fund” der Weltbank und einem Unterstützungsprogramm für afghanische Flüchtlinge und deren Aufnahmegemeinden über das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR).

Auch das Auswärtige Amt finanziert Projekte in Pakistan –  in den Bereichen Menschenrechte, Rechtsstaat, Zivilgesellschaft und Medien. Die geförderten Maßnahmen werden zusammen mit lokalen, deutschen und internationalen Organisationen umgesetzt.

Kultur und Bildung

In den kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Pakistan spielt insbesondere der seit Jahren gut funktionierende Wissenschaftsaustausch eine wichtige Rolle.

Stipendienprogramme, Deutschland als Studienland, Hochschulkooperation

Vermittler der wissenschaftlichen Zusammenarbeit sind im Wesentlichen der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Alexander-von-Humboldt-Stiftung (AvH) auf deutscher und die Higher Education Commission (HEC) auf pakistanischer Seite. Daneben existieren Austauschbeziehungen zwischen Fachbereichen mehrerer deutscher und pakistanischer Universitäten (vor allem Ingenieurs- und Naturwissenschaften, aber auch Sozialwissenschaften). Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) eröffnete im September 2009 ein Informationszentrum in Islamabad und verfügt über eine besetzte Lektorenstelle in der Quaid I-Asam Universität in Islamabad.

Deutschland ist für junge pakistanische Forscher bei der Länderwahl zu Promotionszwecken eines der beliebtesten Länder - neben den USA, Großbritannien und Australien. Derzeit studieren rund 4100 junge Menschen aus Pakistan in Deutschland. 2017 förderte der DAAD 676 Pakistanische Studierende und Forschende.

PASCH-Initiative

Im Rahmen der weltweiten Initiative des Auswärtigen Amts „Schulen – Partner der Zukunft“ (PASCH) wurde in Pakistan an mehreren Sekundarschulen schrittweise deutscher Sprachunterricht eingeführt. Derzeit sind sieben Privatschulen (zwei aus Karachi, Lahore Islamabad und eine Schule aus Peshawar) Partner der PASCH-Initiative. Insgesamt lernen 5900 Schüler (von insgesamt 9000 Deutschlernern) an den PASCH-Schulen Deutsch.

Archäologie

Deutsche Archäologen sind seit Jahrzehnten in Pakistan präsent. So werden z.B. mit Unterstützung der Heidelberger Akademie der Wissenschaften seit 1979 Felsbilder und Inschriften am Karakorum Highway erforscht.

Kulturerhalt-Projekte

Das Auswärtige Amt finanziert seit einigen Jahren Projekte im Bereich Kulturerhalt. 2010 und 2011 wurden mit Mitteln des Auswärtigen Amts in Zusammenarbeit mit der Aga-Khan-Stiftung traditionelle Wohnhäuser in der historischen Altstadt von Lahore saniert und renoviert. Beide Projekte wurden 2010 bzw. 2014 mit dem UNESCO Asia-Pacific Heritage Award for Cultural Preservation” ausgezeichnet. 2017 unterstützte Deutschland - ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Aga Khan-Stiftung - die Restauration eines Teiles der Bildermauer des Fort Lahore. Das deutsche Generalkonsulat in Karachi förderte 2015 und 2016 ein Projekt zum Erhalt des historisch und baukünstlerisch wertvollen Grabmals des Mirza Jan Baba in Makli mit ca. 85.000 Euro aus dem Fonds für Kulturerhalt. Damit hat Deutschland einen wichtigen Beitrag geleistet, um die berühmt Nekropole von Makli als Stätte des Welt-Kulturerbes zu erhalten

Goethe-Institut

Wichtigster institutioneller Akteur der bilateralen Kulturbeziehungen ist das Goethe-Institut in Karachi. In dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude aus der Bauhaus-Epoche werden neben Sprachkursen auch zahlreiche Kulturveranstaltungen angeboten. Weiter wichtige Institution in der kulturellen Zusammenarbeit ist das mit dem Goethe-Institut verbundene Annemarie-Schimmel-Haus in Lahore, in dem ebenfalls Sprachkurse und ein Kulturprogramm angeboten werden.

Deutsche Welle

Die Deutsche Welle und die Pakistan Broadcasting Corporation (PBC) arbeiten im Ausbildungsbereich seit langem eng zusammen . Das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung stellte 2018 weitere Mittel bereit, um diese Zusammenarbeit zu vertiefen und die Ausbildung zu fördern.

Tätigkeit der deutschen politischen Stiftungen

Konrad-Adenauer-Stiftung, Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung, Hanns-Seidel-Stiftung und Heinrich-Böll-Stiftung sind in Pakistan z.T. seit Jahrzehnten vertreten. Sie fördern Projekte u.a. in den Bereichen Stärkung der demokratischen Institutionen, Menschenrechte und Frauenförderung, Klimawandel, Deradikalisierung, regionale Zusammenarbeit und Medienarbeit. Aktuell sind die administrativen Voraussetzungen für die Fortsetzung der Arbeit der politischen Stiftungen in Pakistan eine zentrale Herausforderung in den bilateralen Beziehungen.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.


Weitere Informationen

Pakistan ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Grundbildung, medizinische Grundversorgung sowie erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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