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Deutschland und Norwegen: Bilaterale Beziehungen Norwegen

03.06.2021 - Artikel

Das deutsch-norwegische Verhältnis ist sehr eng und freundschaftlich. Die traditionell sehr guten Beziehungen zwischen Norwegen und Deutschland erfuhren durch die deutsche Besatzung während des Zweiten Weltkriegs eine tiefe Zäsur. Eine zentrale Rolle im Aussöhnungsprozess nach dem Krieg spielte Willy Brandt, der die Jahre 1933 bis 1940 als Emigrant in Norwegen verbracht hatte.

Heute sind die bilateralen politischen Beziehungen hervorragend. Für Deutschland ist Norwegen ein wichtiger Partner als Energielieferant und bei der Umsetzung der Energiewende sowie bei einer Vielzahl internationaler Fragestellungen (Allianz für den Multilateralismus). Wichtiges Dokument für die Gestaltung der bilateralen Beziehungen bleibt für die norwegische Regierung ihre Deutschlandstrategie, deren aktualisierte Version die Außenministerin beim Besuch von Bundesaußenminister Maas Mitte Juni 2019 vorgestellt hat. Norwegen sieht Deutschland als wichtigsten Partner in Europa und Schlüsselland im Verhältnis zur EU.  Ziel – neben dem Ausbau der zwischengesellschaftlichen Verbindungen – ist verstärkte Zusammenarbeit mit Deutschland, um „multilaterale Institutionen, internationale Verhaltensregeln und einen möglichst freien Welthandel zu verteidigen“. Norwegen ist für Deutschland der zweitwichtigste Energielieferant. 

Deutschland war 2020 mit einem Importanteil von 11,5 Prozent Norwegens zweitwichtigstes Lieferland nach China. Den größten Anteil an den Einfuhren aus Deutschland im Wert von 8,2 Milliarden Euro hatten Kraftfahrzeuge (30%), Maschinen (23%) sowie chemische (9%) und pharmazeutische Produkte (6%). Norwegen ist traditionell ein sehr beliebtes Reiseziel für deutsche Urlauber. Sie stellen die größte Gruppe ausländischer Touristen in Norwegen. Jedes Jahr werden ca. 1,5 Millionen Übernachtungen deutscher Gäste in Norwegen gezählt.

Die im Jahr 2000 gegründete norwegisch-deutsche Willy-Brandt-Stiftung vergibt seit 2000 jährlich den Willy-Brandt-Preis für besondere Verdienste um die bilateralen Beziehungen. 2020 ging der Preis an drei Schulen: die Kongshavn videregående Skole in Oslo, das Paul-Natorp-Gymnasium in Berlin und das Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasium, ebenfalls in Berlin.

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