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Deutschland und Niger: bilaterale Beziehungen Niger

28.06.2019 - Artikel

Die traditionell guten Beziehungen zu Deutschland waren lange auf die Entwicklungszusammenarbeit konzentriert und haben sich in den letzten Jahren diversifiziert und seit Anfang 2016 dynamisch entwickelt.

Sichtbarstes Zeichen dieser neuen Qualität ist die dichte Abfolge hochrangiger Besuche in Niamey und Berlin: neben Bundeskanzlerin Merkel, die Niger im Mai 2019 zum zweiten Mal besuchte (zuvor im Oktober 2016) waren auch der damalige Bundesaußenminister Steinmeier (gemeinsam mit seinem französischen Amtskollegen Ayrault), der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Müller und – sogar mehrmals - Bundesverteidigungsministerin von der Leyen in Niger zu Gast. Im Gegenzug besuchte der nigrische Staatspräsident Issoufou 2016, 2017 und 2018 Deutschland.

Politische Beziehungen zur Stabilisierung und Friedenssicherung

Besonders durch das deutsche sicherheitspolitische Engagement in der Sahelregion, vor allem der Beteiligung an der UN-Mission MINUSMA im benachbarten Mali, die auch einen Lufttransportstützpunkt für Versorgung und medizinische Evakuierungsflüge für das deutsche Kontingent in Gao/Nordmali in Niamey unterhält, ist das Land weiter in das deutsche öffentliche Bewusstsein gerückt.

Deutschland ist neben Nigeria, Norwegen und der UNO Mit-Urheber der Tschadsee-Konsultativgruppe, einem regionalen Kooperationsformat, das die Stabilisierungsbemühungen der Anrainerprovinzen (neben Niger in Tschad, Kamerun und Nigeria belegen) unterstützt und dort den Übergang von humanitärem Notstand zu Sicherheit und Entwicklung erleichtern soll.

Das Auswärtige Amt stellt regelmäßig bei Versorgungskrisen humanitäre Hilfe zur Verfügung und fördert Projekte der Stabilisierung und zu friedenserhaltenden Maßnahmen, wie z.B. ein Grenzsicherungsprojekt, ein Polizeiausbildungsprojekt, ein mehrjähriges, regional übergreifendes Programm der IOM zur Betreuung, Rückführung und Reintegration von Migranten. Der nigrische Sicherheitssektor wird im Bereich Logistik und Pionierwesen aus der so genannten Ertüchtigungsinitiative von Auswärtigem Amt und Bundesministerium der Verteidigung unterstützt.

Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Seit 1962 betrug die deutsch-nigrische bilaterale technische und finanzielle Zusammenarbeit über 770 Millionen Euro. In Zusammenhang mit Nigers Rolle als Haupt-Transitland der Migration aus Westafrika ist das Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit maßgeblich erhöht und um Komponenten zum Migrationsmanagement und zur Schaffung von ersatzweisen Erwerbsmöglichkeiten erweitert worden. Bei den Regierungsverhandlungen 2017 wurden in der Folge die Zusagen für Niger für die Jahre 2018-2020 mit insgesamt 115,5 Millionen Euro gegenüber dem vorhergehenden Zeitraum fast verdoppelt. Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit liegen weiterhin in den Bereichen „Dezentralisierung und gute Regierungsführung“ sowie „Produktive Landwirtschaft und Ernährungssicherung“. Außerdem gibt es Projekte in den Bereichen Gesundheit und Grundbildung.

Weitere Informationen

Niger ist ein Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

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