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Beziehungen zu Deutschland Neuseeland

Artikel

Stand: Oktober 2018

Politische Beziehungen

Am 10. November 2018 jährt sich der Jahrestag der  Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Neuseeland zum 65. Mal. In über sechs Jahrzehnten hat sich ein Vertrauensverhältnis entwickelt, das nicht zuletzt auf die sehr oft ähnlichen Positionen zu internationalen Fragen zurückzuführen ist. Auf verschiedenen Ebenen hat sich ein regelmäßiger Dialog zwischen beiden Ländern entwickelt. Bundespräsident Steinmeier besuchte Neuseeland vom 5.-7. November 2017, Bundeskanzlerin Merkel war vom 13.- 14. November 2014 vor dem G 20-Gipfel in Australien auch in Neuseeland. Premierministerin Ardern traf am 17. April 2018 mit Bundeskanzlerin Merkel in Berlin zusammen. Der ehemalige Präsident des Parlaments von Neuseeland, David Carter, besuchte im April 2015 mit einer Parlamentarierdelegation München und Berlin. Im Oktober 2016 erfolgte der Gegenbesuch des Bundestagspräsidenten Dr. Norbert Lammert nach Neuseeland.

Wirtschaftliche Beziehungen

Die bilateralen Handelsbeziehungen zwischen Neuseeland und Deutschland gestalten sich problemlos. Ein 1978 unterzeichnetes Doppelbesteuerungsabkommen ist seit 1980 in Kraft. Die Aufgaben einer deutschen Außenhandelskammer werden seit mehr als 30 Jahren durch die New Zealand-German Business Association (NZGBA) in Auckland wahrgenommen. Sie vermittelt auf Anfrage Kontakte zu neuseeländischen Geschäftspartnern und erstellt Marktanalysen. Die neuseeländische Wirtschaft ist in Hamburg durch die staatliche neuseeländische Organisation „New Zealand Trade and Enterprise“ vertreten.

Deutschland war 2017 der sechstwichtigste Handelspartner von Neuseeland. Die wichtigsten Ausfuhrgüter Neuseelands nach Deutschland sind land- und forstwirtschaftliche Produkte, insbesondere Schaf- und Wildfleisch, Früchte,  Molkereiprodukte sowie Wolle aus Deutschland werden vor allem Fahrzeuge und Maschinen sowie pharmazeutische Produkte importiert. Neuseeland stand 2015 auf Rang 65 der deutschen Exportdestinationen sowie auf Rang 66 der Importländer.  DEU erzielt gegenüber NZL einen Handelsbilanzüberschuss.

Deutsche Touristen spielen für Neuseeland eine wichtige Rolle: Mit allein rund 100.000 Touristen pro Jahr stehen deutsche Reisende weit oben in der Besucherstatistik. 

Wissenschaftliche Beziehungen

Deutschland gehört neben den USA, Australien und Großbritannien zu den wichtigsten Partnern Neuseelands der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit. Seit Abschluss des Abkommens über wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit im Dezember 1977 arbeiten Wissenschaftler beider Länder an zahlreichen gemeinsamen Forschungsprojekten. 2017  feierte das Wissenschaftskooperationsabkommen sein 40 jähriges Bestehen. Bilaterale Wissenschaftskonsultationen finden Ende Oktober 2018 statt.

Herausragende Beispiele für die deutsch-neuseeländische Forschungskooperation sind die institutionelle Partnerschaft „GENESYS“ zwischen dem Geoforschungszentrum Potsdam und dem „Institute of Geological and Nuclear Science“(GNS) im Bereich der Geowissenschaften sowie das im Februar 2010 gestartete gemeinsame Graduiertenprogramm „INTERCOAST - Integrierte Küsten- und Schelfmeerforschung“ der Universitäten Bremen und Waikato. Anfang 2008 wurde offiziell der Deutsch-Neuseeländische Wissenschaftskreis („science circle“) ins Leben gerufen, eine Regierungsinitiative mit Vortragsveranstaltungen prominenter Wissenschaftler, die das gegenseitige Verständnis für die Forschungslandschaft weiter fördern soll. Am Rande des Besuches von Bundeskanzlerin Merkel in Auckland unterzeichneten im November 2014 die Universität Auckland und die Fraunhofer-Gesellschaft ein Memorandum of Understanding (MoU) zu einem Forschungsprojekt für präventive Ergonomie sowie Rehabilitationsmaßnahmen. Eine weitere Kooperation zwischen Fraunhofer IPA mit den Universitäten Auckland und Stuttgart im Bereich Produktionstechnik ist in der fortgeschrittenen Antragsphase.

Zahlreiche deutsche Wissenschaftler sind an neuseeländischen Universitäten und Forschungseinrichtungen tätig. Während von deutscher Seite viele Stipendien des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und überdurchschnittlich viele Humboldt-Stipendien an Neuseeländer vergeben werden, wurde im Jahr 2004 von neuseeländischer Seite speziell für den deutsch-neuseeländischen Forscheraustausch das „Von-Haast-Fellowship-Programm“ aufgelegt. Dieses Programm ermöglicht deutschen Wissenschaftlern Forschungsaufenthalte in Neuseeland. An der Universität Auckland steht ein entsandter Deutsch-Lektor des DAAD, zusammen mit der Botschaft und dem Goethe-Institut als Ansprechpartnerin für Anfragen zu Stipendien und zum Studien- und Forschungsstandort Deutschland zur Verfügung. Umgekehrt vertritt das Institut Ranke-Heinemann in Essen und Berlin alle neuseeländischen Universitäten. Es berät kostenlos und unabhängig zu allen Fragen über das Studium in Neuseeland. Im November 2014 wurde der an der Massey-Universität in Auckland forschende deutsche Chemiker Prof. Peter Schwerdtfeger von der Royal Society of New Zealand (RSNZ) mit dem höchsten neuseeländischen Wissenschaftspreis - der Rutherford-Medaille - ausgezeichnet. Das deutsche Forschungsschiff „Sonne“ arbeitet regelmäßig in neuseeländischen Gewässern. Anfang 2017 wurde das 40. Jubiläum des bilat. Abkommens  über Wissenschaftsbeziehungen in Auckland mit einem „Open Ship Day“ auf dem Forschungsschiff SONNE begangen.

Kulturelle Beziehungen

Der bilaterale Kulturaustausch ist intensiv und breit gefächert. Das Kulturleben Neuseelands ist durch eine besonders lebhafte Festivalszene für alle Formen der darstellenden Kunst (auch der Off-Kultur) gekennzeichnet. Deutsche Künstler sind auf vielen Festivals vertreten.

Das in Wellington beheimatete Goethe-Institut ist der landesweit wichtigste Mittler deutscher Sprache und Kultur. Es bietet jährlich neben seinem Sprachkursprogramm eine breite Palette kultureller Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit neuseeländischen Partnerorganisationen an. Darüber hinaus tragen die Goethe-Gesellschaften in Auckland, Waikato und Wellington zur Pflege der deutschen Sprache und Kultur bei.

In Neuseeland gibt es fünf Schulen des Partnerschul-Netzwerks (PASCH), in dem Schulen vernetzt sind, an denen Deutsch einen besonders hohen Stellenwert hat..

Seit dem Jahr 2000 ermöglicht das „Working Holiday Programme“ jungen Menschen, einen bis zu zwölfmonatigen Aufenthalt durch die Annahme von Ferienjobs im jeweils anderen Land selbst zu finanzieren und Kultur und Alltagsleben des Gastlandes kennen zu lernen. Jährlich reisen inzwischen rund 16.000 junge Deutsche im Rahmen von Work and Travel-Programmen durch Neuseeland.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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