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Beziehungen zu Deutschland Nauru

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Stand: November 2018

Diplomatische Beziehungen zwischen Nauru und Deutschland wurden am 20. September 1984 aufgenommen. Die politischen Beziehungen zwischen beiden Staaten sind freundschaftlich und problemlos. Die deutsche Botschafterin in Canberra, Australien, ist auch in Nauru akkreditiert.

Das bilaterale Handelsvolumen lag im Jahr 2016 bei etwa 21.000 EUR. In der Rangfolge der Handelspartner im Außenhandel der Bundesrepublik Deutschland liegt Nauru auf Platz 223 (Importe nach Deutschland, 5.000 EUR) bzw. Rang 233 (Exporte nach Nauru, 16.000 EUR).

Deutschland unterstützt vor allem über seine substantiellen Beiträge an die Europäische Union die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung Naurus. Die EU ist in der Region nach Australien der zweitwichtigste Geber von Entwicklungshilfe. Schwerpunkt i.R. des Europäischen Entwicklungsfonds (EEF) in Nauru ist die Entwicklung des Sektors erneuerbare Energiequellen.

Nauru ist auch die enge klimapolitische Zusammenarbeit Deutschlands mit den Staaten der Südpazifik-Region eingebunden. An dem Seminar „Seismologie und Tsunami-Frühwarnung“ des Geoforschungszentrums Potsdam im Juli 2010 war auch Nauru vertreten. Das von der GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) durchgeführte Regionalprojekt „Anpassung an den Klimawandel“ (2009-2018) wurde unter anderem auch auf Nauru ausgeweitet. Daneben unterstützt die Deutsche Botschaft Canberra von Zeit zu Zeit kleinere Projekte in Nauru.

Nauru war von 1888 bis zum ersten Weltkrieg - in einer vor der systematischen Ausbeutung der Phosphatvorkommen liegenden Zeit - deutsche Kolonie. Viele historische Unterlagen aus dieser Zeit, wie Karten, Statistiken und Briefe wurden von den Administratoren damals in deutscher Sprache verfasst.

Deutschland hat vor diesem Hintergrund in den 1990er Jahren zwei Veröffentlichungen gefördert: 1992 wurde in Anwesenheit des damaligen Präsidenten Naurus, Bernard Dowiyogo, in der australischen Nationalbibliothek das Buch „Nauru 1888-1900“ vorgestellt. Darin hat der ehemalige deutsche Botschafter in Canberra, Wilhelm Fabricius, eine Vielzahl von Dokumenten aus der Kolonialzeit zusammengestellt und kommentiert. 1993 erschien eine Grammatik der nauruischen Sprache, basierend auf den akribischen Aufzeichnungen des deutschen Missionars Alois Kayser, der von 1903 bis 1943 in Nauru lebte.

Im Rahmen des Kulturerhalt-Programms des Auswärtigen Amts ist für 2018/19 vorgesehen, die Übersetzung eines zweibändigen Werkes des deutschen Ethnologen Paul Hambruch ins Englische zu fördern. Dieser hatte von 1908 bis 1910 an der sog. Hamburger Südsee-Expedition zur Durchführung von ethnographischen Untersuchungen Mikronesiens teilgenommen. Die Ergebnisse seiner Forschungen zu Kultur und Sprache Naurus hatte er in zwei Bänden festgehalten, die in der Wissenschaft noch heute als wichtige Grundlage gesehen werden, da es zu Nauru nur wenig wissenschaftliche Untersuchungen gibt. Mit den Hambruch-Büchern können einer breiten nauruischen Öffentlichkeit historische Informationen über ihr Land und damit ein wichtiger Schlüssel zur Geschichte, der traditionellen Kultur und dem kulturellen Erbe zugänglich gemacht werden.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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