Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Beziehungen zu Deutschland Mosambik

Artikel

Stand: September 2018

Politische Beziehungen

Die Bundesrepublik Deutschland nahm 1976 diplomatische Beziehungen zum jungen Staat Mosambik auf und ist seitdem ein Hauptpartner des Landes bei der Entwicklungspolitischen Zusammenarbeit.

Schon im Unabhängigkeitsjahr 1975 nahm die DDR diplomatische Beziehungen zu Mosambik auf. Mosambik unterhielt intensive Beziehungen zur früheren DDR. Viele Mosambikaner haben dort studiert, rund 22.000 waren als sogenannte Vertragsarbeiter dort tätig. Nach dem Ende des Bürgerkriegs in Mosambik im Jahr 1992 hat sich Deutschland am Wiederaufbau des Landes beteiligt. Zahlreiche hochrangige Besuche belegen die freundschaftliche Qualität der Beziehungen. Im April 2006 hat der damalige Bundespräsident Köhler Mosambik einen Staatsbesuch abgestattet, Staatspräsident Guebuza besuchte Deutschland im November 2007. Im Januar 2010 war Bundesminister Niebel zu Besuch in Maputo und Beira, im Juni 2011 war der frühere Premierminister Ali in Bayern zu Gast. Im März 2013 besuchten die Staatssekretäre des Auswärtigen Amts und des Bundeswirtschaftsministeriums mit einer Unternehmerdelegation Mosambik, kurz darauf im April 2013 der damalige Außenminister Westerwelle, ebenfalls mit einer Unternehmerdelegation, sowie damaliger Außenminister Frank-Walter Steinmeier im November 2015. Außenminister Baloi besuchte Deutschland im Juni 2014, der spätere Präsident Nyusi im August 2014. Präsident Nyusi besuchte Deutschland erneut im April 2016. Der Bundesratspräsident und hessische Ministerpräsident Volker Bouffier reiste im März 2015 in Begleitung einer Wirtschaftsdelegation nach Mosambik. Bundesminister Müller besuchte im August 2018 erstmals Mosambik. Mosambikanische Fachminister haben Deutschland in den letzten Jahren mehrfach besucht Der Austausch von Bundestag und Bundesrat mit dem mosambikanischen Parlament ist intensiv (Besuche mosambikanischer Parlamentarier in Deutschland im Oktober 2015, Februar 2017 und erstmals alle drei Fraktionsvorsitzenden gemeinsam im Juli 2018; Besuch SADC-Parlamentariergruppe Bundestag in Maputo im Oktober 2016).

Wirtschaftsbeziehungen

Aufgrund bedeutsamer Rohstofffunde, insbesondere Offshore-Erdgasfunde im nördlichen Rovuma-Becken im Jahre 2011, war das Interesse der deutschen Wirtschaft an Mosambik zunächst gewachsen. Allerdings ist die erste Dynamik in den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen durch die schwere Wirtschafts- und Finanzkrise ab 2015 und der aufgedeckten Skandalkredite (im April 2016) gedämpft. Ein grundsätzliches Interesse der deutschen Wirtschaft an Mosambik besteht weiterhin.

Regelmäßig finden mosambikanische Wirtschaftsinformationstage in Deutschland und Reisen deutscher Unternehmer nach Mosambik z.B. zu den Themen Rohstoffe und Bauwirtschaft, Energie und Transportinfrastruktur statt.

Im April 2014 eröffnete die Außenhandelskammer für das südliche Afrika in Maputo ein deutsch-mosambikanisches Büro für Wirtschaftsförderung, das mit Bundesmitteln unterstützt wird.

Seit 2012 ist Deutschland wieder regelmäßig – nach einer Pause seit 2007 - mit einem offiziellen Pavillon auf der multisektoralen Internationalen Industrie- und Handelsmesse FACIM in Maputo vertreten, 2018 mit 10 deutschen Firmen.

Das bilaterale Handelsvolumen mit Mosambik belief sich 2017 auf 297,5 Millionen Euro (2016: 191,9 Millionen; 2015: 270,9), das Land lag damit an 109. Stelle. Den Großteil der mosambikanischen Exporte nach Deutschland machen Aluminium-Exporte aus der Aluminium-Schmelze MOZAL aus. Deutsche Lieferungen nach Mosambik sind seit 2013 zunächst deutlich gewachsen, aber in den Jahren der Wirtschafts- und Finanzkrise deutlich eingebrochen. Sie betrugen 2017 56,1 Millionen Euro. Exportgeschäfte deutscher Firmen werden teilweise auch über Südafrika abgewickelt und erscheinen dann nicht in der bilateralen Handelsstatistik.

Für Deutschland ist Mosambik drittwichtigster Handelspartner in der Entwicklungsgemeinschaft im südlichen Afrika (SADC) nach der Republik Südafrika und Angola.

Größere ausländische Direktinvestitionen im Land stammen in den letzten Jahren insbesondere aus China, Südafrika, und Portugal.

Ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht nicht.

Entwicklungszusammenarbeit

Die Entwicklungszusammenarbeit ist ein Schwerpunkt der deutsch-mosambikanischen Beziehungen. Deutschland stellt Mosambik derzeit circa 50-60 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. Im Rahmen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit erhielt Mosambik seit den 1980er Jahren rund 1,3 Milliarden Euro aus Deutschland. Hinzu kommt der Anteil Deutschlands, am umfangreichen Unterstützungsprogramm der Europäischen Union und an multilateralen Institutionen wie der Weltbank.

Zur Ausgestaltung der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit finden zwischen der deutschen und der mosambikanischen Regierung regelmäßig Regierungskonsultationen und -verhandlungen statt, in denen unter anderem die gemeinsamen Arbeitsschwerpunkte festgelegt werden. Die nächsten Regierungsverhandlungen finden Ende Oktober 2018in Deutschland statt.

Entsprechend der vereinbarten Schwerpunkte konzentriert sich die deutsch-mosambikanische Entwicklungszusammenarbeit auf die Bereiche

  • Bildung, einschließlich berufliche Bildung
  • Dezentralisierung und öffentliche Finanzensowie
  • nachhaltige Wirtschaftsentwicklung.

Besonderer Fokus liegt dabei auf den Provinzen Inhambane und Sofala.

Neben diesen Schwerpunkten fördert die Bundesregierung im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit Projekte zum Schutz der Biodiversität und zur Verbesserung der Energieversorgung mit Fokus auf regenerative Energien.

Im Rahmen der in Maputo etablierten Koordinierungsforen stimmt die Bundesregierung ihr Engagement vor Ort eng ab mit ihren mosambikanischen Partnern sowie mit anderen EU- und internationalen Geberländern und –organisationen

Neben der bilateralen staatlichen Zusammenarbeit führen politische Stiftungen sowie zahlreiche deutsche Nichtregierungsorganisationen breit gefächerte Aktivitäten in Mosambik durch. Die Friedrich-Ebert-Stiftung ist mit einem eigenen Büro in Mosambik vertreten.

Kulturelle Beziehungen

Für die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Mosambik sind die zahlreichen Mosambikaner, die als Studenten oder Vertragsarbeiter in der damaligen DDR gelebt haben, ein wichtiges Bindeglied. Sie sprechen vielfach noch Deutsch und haben sich in Ehemaligenorganisationen zusammengeschlossen. Das 2003 gegründete Deutsch-Mosambikanische Kulturinstitut/Goethezentrum und 2017 als mosambikanischer Verein unter dem Namen Centro Cultural Mocambique Alemanha registrierte CCMA bietet ein regelmäßiges Kulturprogramm sowie Sprachkurse an. Ein bilaterales Kulturabkommen ist im Oktober 2009 in Kraft getreten. Zunehmend gewinnt die kreative und IT-begeisterte städtische Jugend Bedeutung in unserer Kulturarbeit.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ist seit September 2012 mit einer Lektorin an der Universidade Pedagógica in Maputo vertreten.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Weitere Informationen

Mosambik ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Mehr hierzu erfahren Sie beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

Verwandte Inhalte

nach oben