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Deutschland und Malta: Bilaterale Beziehungen Malta

09.03.2021 - Artikel

Deutschland und Malta haben ihre diplomatischen Beziehungen 1965 aufgenommen, kurz nach der Unabhängigkeit Maltas. Seit dem 1. Mai 2004 ist Malta Mitglied der EU.

Malta hat eine sehr offene Marktwirtschaft. Deutschland ist einer der wichtigsten Wirtschafts- und Handelspartner. In Malta sind zurzeit circa 50-60 deutsche Unternehmen tätig, darunter zahlreiche produzierende Firmen, die internationale Märkte bedienen. Deutsche Direktinvestitionen in Malta betrugen Ende 2018 23 Milliarden Euro. Den zahlenmäßig größten Anteil haben Finanzdienstleister, die meisten Arbeitsplätze stellen die produzierenden Betriebe, u.a. Playmobil, sowie technische Dienstleistungsunternehmen wie Lufthansa Technik und Oil Tanking.

Tourismus, Finanzdienstleistungen und Online-Glücksspiele waren 2019 sehr dynamische Sektoren. Der Finanzdienstleistungssektor ist durch Covid-19 nicht stark betroffen. Die sehr technologiebasierte Branche der Online-Glücksspiele konnte sich relativ schnell auf die Arbeit vom Homeoffice aus umstellen. Das Geschäft mit Sportwetten ging zurück, während in anderen Bereichen wie Online-Poker und –Casinos steigende Umsätze zu verzeichnen waren.

Die 2,8 Mio. Urlauberinnen und Urlauber und 766.000 Kreuzfahrttouristinnen und -touristen generierten 2019 einen geschätzten Anteil am Bruttoinlandsprodukt von 25-30%. Pandemiebedingt kam es 2020 zu einem Rückgang des Tourismus um ca. 76,1%, im Kreuzfahrtsektor um 92,3%. Die Zahl der Abflüge und Landungen sank um mehr als 60%. Nachdem 2019 erneut ein Haushaltsüberschuss (0,5%) erzielt werden konnte, wird für 2020 von einem Defizit von 9,5% ausgegangen. Die Staatsverschuldungsquote wird von 42,4% im Jahr 2019 auf ca. 55,3% im Jahr 2020 angestiegen sein. Grund für diese Verschlechterung sind die gestiegenen Ausgaben, bspw. für die Hilfspakete, und die gesunkenen Steuereinnahmen aufgrund von COVID19.

Seit 1962 fördert der Deutsch-Maltesische Zirkel (DMZ) die kulturellen Beziehungen zwischen Malta und Deutschland. Er bietet Sprachkurse an und organisiert u.a. Ausstellungen, Filmvorführungen, Konzerte und nimmt somit die Aufgaben des auf Malta nicht vertretenen Goethe-Instituts wahr.

Zudem gibt es verschiedene Kooperationen der Universität Malta und des Malta College of Arts, Science and Technology mit deutschen Bildungseinrichtungen. Seit dem Wintersemester 2009/2010 gibt es einen durch das Auswärtige Amt finanzierten deutschen Lehrstuhl zur Friedens- und Konfliktforschung im Mittelmeerraum an der Mittelmeerdiplomatenakademie (Mediterranean Academy of Diplomatic Studies) der Universität Malta.

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