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Malta: Beziehungen zu Deutschland Malta

23.05.2019 - Artikel


Politik

Die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Malta wurden 1965 aufgenommen, kurz nach der Unabhängigkeit Maltas. Seit dem Beitritt Maltas zur Europäischen Union am 1. Mai 2004 sind die traditionell engen und freundschaftlichen Kontakte noch intensiver geworden.

Im Frühjahr 2015 stattete der damalige Bundespräsident Joachim Gauck Malta einen Staatsbesuch ab. Im Februar 2015 traf Premierminister Dr. Joseph Muscat Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel zu offiziellen Gesprächen in Berlin. Während der maltesischen EU-Ratspräsidentschaft kam es in 2017 zu weiteren hochrangigen Begegnungen.

Wirtschaft

Deutschland ist ein wichtigsten Wirtschaftspartner Maltas. In Malta sind zurzeit ca. 60 deutsche Unternehmen tätig, darunter zahlreiche produzierende Firmen, die internationale Märkte bedienen. Der Bestand an deutschen unmittelbaren und mittelbaren Direktinvestitionen lag Ende 2017 bei ca. 13,5 Milliarden Euro.

Das Volumen des bilateralen Warenhandels Maltas mit Deutschland wuchs 2018 bei Importen um rd. 4 Prozent auf 440 Millionen Euro und  bei Exporten aus Malta um 4,5 Prozent auf 421 Millionen Euro. Deutschland ist ein wichtiger Handelspartner für Malta (Rang 3 bei den Einfuhren und Rang 1 bei den Exporten).

Zwischen Malta und Deutschland bestehen folgende Wirtschaftsabkommen:

  • Investitionsschutzabkommen, in Kraft seit 17.12.1975
  • Doppelbesteuerungsabkommen, in Kraft seit 27.12.2001
  • Luftverkehrsabkommen von 1994, in Kraft seit 17.03.1997

Malta ist ein (auch bei Deutschen) beliebtes Reiseziel: Die Insel kann neben einem umfangreichen Kulturangebot auch im Winter angenehme Temperaturen bieten und ist schnell mit dem Flugzeug von Deutschland aus erreichbar. Aufgrund seiner Lage im Mittelmeer ist Malta auch für Kreuzfahrten attraktiv. Auch besuchen zahlreiche deutsche Schüler die diversen englischen Sprachschulen auf Malta.

Die Zahl deutscher Touristen ist  2018 auf 227.000 Besucher gestiegen. Deutschland stellt nach Großbritannien und Italien die drittgrößte Besuchergruppe. 97.000 der 633.000  Kreuzfahrttouristen kamen aus Deutschland (nach Großbritannien die zweitgrößte Gruppe).

Die zentrale Fremdenverkehrsbehörde „Malta Tourism Authority“ unterhält auch ein Büro in Frankfurt am Main. Informationen zum Urlaubsland Malta finden sich in verschiedenen Sprachen auf der Internetseite der Maltesischen Tourismuszentrale.

Seit Oktober 2011 gibt es in der maltesischen Industrie- und Handelskammer einen deutsch-maltesischen Wirtschaftsausschuss.

Kultur und Bildung

Auch kulturell sind die Beziehungen zwischen Malta und Deutschland eng. Seit 1962 nimmt der „Deutsch-Maltesische Zirkel“ (DMZ) Aufgaben des auf Malta nicht vertretenen Goethe Instituts wahr. Der DMZ bietet Sprachkurse an und organisiert Ausstellungen, Filmvorführungen Konzerte sowie weitere kulturelle Veranstaltungen. In Deutschland ist die Deutsch-Maltesische Gesellschaft aktiv.

An der Universität Malta wurde zum Oktober 2008 erstmalig ein vollwertiger Germanistik-Studiengang eröffnet. Außerdem gibt es eine Vielzahl von direkten Kooperationen der Universität Malta mit deutschen Hochschulen. Seit dem Wintersemester 2009/2010 gibt es einen durch das Auswärtige Amt finanzierten deutschen Lehrstuhl zur Friedens- und Konfliktforschung im Mittelmeerraum an der Mittelmeerdiplomatenakademie (Mediterranean Academy of Diplomatic Studies) der Universität Malta.

Das Fraunhofer-Institut unterstützte in einem durch die EU finanzierten Projekt die maltesische Berufsausbildungsakademie MCAST bei der Weiterbildung von Lehrkräften und dem Ausbau zur Fachhochschule.

Seit 2013 gibt es eine Partnerschule der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) des Auswärtigen Amts auf Malta. Um alle Stufen des Deutschunterrichts abzudecken, werden das St. Margaret College, Cospicua (Cospicua Middle School + Secondary School) und das St. Thomas More College, Żejtun (Secondary School – Luqa) als eine PASCH-Schule geführt.
Die Deutsche Kapelle (Chapel of the Langue of Germany) in der St. John’s Co-Cathedral in Valletta – eines der historisch bedeutendsten Monumente in Malta und zudem wichtiges Zeugnis einer gemeinsamen (europäischen) Geschichte – wurde mit Mitteln des Kulturerhaltprogramms des Auswärtigen Amts 2011 und 2012 restauriert. Ebenfalls aus Mitteln des Kulturerhaltprogramms wurde 2017 der Erhalt der Dürer-Sammlung im Museum der Kathedrale von Mdina, einer der größten Dürer-Sammlungen außerhalb Deutschlands, ermöglicht.

Hinweis: Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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