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Deutschland und Malta: Bilaterale Beziehungen Malta

13.10.2021 - Artikel

Malta wurde im Jahr 1964 unabhängig von Großbritannien; zwischen Deutschland und Malta bestehen seit 1965 diplomatischen Beziehungen. Seit 1. Mai 2004 ist Malta Mitglied der EU.

Malta hat eine offene Marktwirtschaft; Deutschland ist einer der wichtigsten Wirtschafts- und Handelspartner. Aktuell sind in Malta circa 50-60 deutsche Unternehmen tätig, die Direktinvestitionen betrugen Ende 2019 22 Milliarden Euro. Den quantitativ größten Anteil haben Finanzdienstleister, die meisten Arbeitsplätze stellen die produzierenden Betriebe, u.a. Playmobil, sowie technische Dienstleistungsunternehmen wie Lufthansa Technik und Oil Tanking.

Die wirtschaftlichen Beeinträchtigungen durch die Coronakrise hat Malta u.a. durch Lohnzuschüsse abgefedert. Ausfälle zeigten sich in Tourismussektor und Handel; die Sektoren Bau, IT-, Gaming- und Finanzdienstleitungen entwickelten sich hingegen gut. Aus dem europäischen Aufbauprogramm (ARP) soll Malta 316 Mio. Euro erhalten. Nominales BIP war von 14 (2019) auf 13 (2020) gefallen.

Ca. 2,8 Mio. Urlaubs- und 766.000 Kreuzfahrttouristinnen und -touristen generierten 2019 einen geschätzten Anteil am BIP von 25-30%. Pandemiebedingt kam es 2020 zu einem Tourismusrückgang um ca. 76,1%, im Kreuzfahrtsektor um 92,3%. Nachdem 2019 erneut ein Haushaltsüberschuss (0,4%) erzielt werden konnte, wird für 2020 von einem Defizit von 10,1% ausgegangen. Die Staatsverschuldungsquote ist von 42% im Jahr 2019 auf ca. 54,3% im Jahr 2020 angestiegen. Grund für diese Verschlechterung sind die gestiegenen Ausgaben, bspw. für die Hilfspakete, und die gesunkenen Steuereinnahmen aufgrund der Pandemie.

Seit 1962 fördert der Deutsch-Maltesische Zirkel (DMZ) die kulturellen Beziehungen zwischen Malta und Deutschland. Er bietet Sprachkurse an und organisiert u.a. Ausstellungen, Filmvorführungen, Konzerte und nimmt somit die Aufgaben des auf Malta nicht vertretenen Goethe-Instituts wahr.

Zudem gibt es verschiedene Kooperationen der Universität Malta und des Malta College of Arts, Science and Technology mit deutschen Bildungseinrichtungen. Seit dem Wintersemester 2009/2010 gibt es einen durch das Auswärtige Amt finanzierten deutschen Lehrstuhl zur Friedens- und Konfliktforschung im Mittelmeerraum an der Mittelmeerdiplomatenakademie (Mediterranean Academy of Diplomatic Studies) der Universität Malta.

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