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Deutschland und Madagaskar: bilaterale Beziehungen Madagaskar

30.09.2019 - Artikel

Der seit über 135 Jahren bestehende deutsch-madagassische Freundschaftsvertrag ist Zeugnis des traditionell freundschaftlichen Verhältnisses zwischen den beiden Ländern. Nach einem Putsch und einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise in Madagaskar von 2009 bis 2013 nahm Deutschland im Jahr 2014 die zeitweilig unterbrochene Entwicklungszusammenarbeit wieder auf.

Nach der Rückkehr zur Demokratie erholte sich das Wirtschaftswachstum auf relativ niedrigem Niveau. 2018 wuchs die Wirtschaft wieder um 5,8 Prozent, wurde jedoch von dem hohen Bevölkerungswachstum (2,7 bis 3 %) stark relativiert. Madagaskar ist offen gegenüber einem stärkeren Engagement internationaler Investoren und will auch die Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland ausbauen. Aktuell ist Deutschland drittgrößter Abnehmer für Produkte aus Madagaskar (2018: 286,9 Mio. Euro) während die Exporte in das Land 2018 auf einem ebenfalls sehr niedrigen Niveau von 39,5 Mio. Euro lagen. Tendenziell stieg das Außenhandelsvolumen in den letzten Jahren an.

Mindestens 75 Prozent der madagassischen Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze (andere Analysen nennen 90%) und jedes zweite Kind leidet unter Mangelernährung. Zudem haben 87 Prozent der Bevölkerung keinen Zugang zu Elektrizität. Die traditionell stark ausgeprägte Entwicklungszusammenarbeit wurde daher nach Ende der Krisenzeit wieder aufgenommen. Die bilaterale Zusammenarbeit im Bereich Umweltschutz konzentriert sich auf den Erhalt der einzigartigen Biodiversität Madagaskars, nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen bei Energie und Landwirtschaft. Deutschland ist drittgrößter bilaterale Geber und der größte Geber im Umweltbereich. unterstützt außerdem bei der Dezentralisierung und der Korruptionsbekämpfung. Für das Jahr 2018 wurden 29,6 Mio. Euro an bilateraler Entwicklungszusammenarbeit bereitgestellt.

Die kulturellen Beziehungen zu Madagaskar sind von der Arbeit des Goethe-Zentrums „Cercle Germano-Malagasy“ (CGM) und wissenschaftlichen Kontakten geprägt. Das CGM sorgt mit ca. 900 Deutschschülern für die Verbreitung der deutschen Sprache und ist seit Jahrzehnten mit einem breit gefächerten Veranstaltungsangebot ein anerkannter und geschätzter Akteur im kulturellen Leben, vor allem der Hauptstadt Antananarivo, und eine wichtige Ergänzung zum nach wie vor starken französischen Einfluss auf die Kultur des Landes.

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