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Deutschland und Liechtenstein: Bilaterale Beziehungen Liechtenstein

26.03.2021 - Artikel

Deutschland verbindet mit Liechtenstein traditionell eine enge Partnerschaft, die auf gemeinsamer Geschichte und Kultur sowie vielfältigen wirtschaftlichen, politischen und personellen Verflechtungen beruht. Seit 2002 unterhält Liechtenstein in Berlin eine Botschaft und seit 2008 Honorarkonsulate in Frankfurt am Main und München. Der deutsche Botschafter in Bern ist seit 1992 auch in Vaduz akkreditiert. Ein Honorarkonsul amtiert seit 2005 für Deutschland in Liechtenstein. Regelmäßige hochrangige Kontakte gewährleisten einen kontinuierlichen Austausch zwischen beiden Regierungen. Besonders eng ist die Zusammenarbeit in den Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen.

Deutschland ist neben der Schweiz der wichtigste Handels- und Wirtschaftspartner Liechtensteins. Der Gesamtumsatz im bilateralen Handel betrug 1,09 Milliarden Euro. 2019 gingen 21,2% der liechtensteinischen Warenexporte nach Deutschland und 36,3% der Warenimporte kamen aus Deutschland. Der Kapitalbestand Liechtensteiner Investitionen in Deutschland betrug 5,5 Milliarden Euro, der von deutschen Investitionen in Liechtenstein 933 Millionen Euro. In Liechtenstein waren 2018 rund 3.000 Personen in Unternehmen mit mehrheitlich deutschem Kapitalbesitz beschäftigt. Rund 180 Liechtensteiner Unternehmen beschäftigten (mit einem Umsatz von 5,97 Milliarden Euro) in Deutschland rund 24.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Ein Abkommen über die Amtshilfe in Steuersachen nach OECD-Standard trat 2010 in Kraft, ein umfassendes Doppelbesteuerungsabkommen im Jahr 2012.

Die kulturellen Beziehungen der beiden Staaten sind eng und vielfältig. Das Engagement Liechtensteins in Deutschland ist beachtlich. Dazu zählt u.a. eine langjährige Präsenz auf der Frankfurter Buchmesse sowie ein intensiver Austausch mit dem Berliner Stadtbezirk Treptow/Köpenick.

Auch im Bildungsbereich, insbesondere bei Deutschlehrerinnen und Deutschlehrern, besteht eine enge Zusammenarbeit. Einflüsse auf die liechtensteinische Bildungspolitik sind durch die Ziele und Aufgaben der Schweizerischen und Deutschschweizerischen Erziehungsdirektorenkonferenz (vergleichbar der deutschen Kultusministerkonferenz) erkennbar. Weitgehend gleiche Interessen bestehen in den Bereichen der Freizügigkeitsvereinbarungen, Diplomanerkennung, Sonderpädagogik und des Bildungsmonitorings.

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