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Beziehungen zu Deutschland Laos

Artikel

Stand: März 2018

Politische Beziehungen

Diplomatische Beziehungen mit Laos bestehen seit 1958; mit Gründung der Demokratischen Volksrepublik Laos im Jahr 1975 wurden sowohl Botschaften der Bundesrepublik Deutschland wie auch der DDR in Vientiane eröffnet. In den Jahren nach der Revolution war Laos für die ehemalige DDR Schwerpunktland der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. Hieran knüpfte die Bundesrepublik Deutschland 1990 erfolgreich an. 2012 statteten der damalige Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Niebel und Bundesaußenminister Westerwelle (anlässlich des ASEM-Gipfels) Laos offizielle Besuche ab. Im Juli 2015 reisten Mitglieder der ASEAN-Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestags nach Laos, im Januar/Februar 2017 Abgeordnete aus dem Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Bundeskanzlerin Merkel traf beim ASEM-Gipfel in Ulan Bator am 14. Juli 2016 mit dem laotischen Premierminister Thongloun Sisoulith zusammen. Der stellvertretende laotische PM Siphandone hat Deutschland aus Anlass des 60-jährigen Jubiläums der deu-lao Beziehungen besucht und die laotische Nacht auf der ITB eröffnet.

Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Laos ist ein Schwerpunktland deutscher Entwicklungszusammenarbeit, die sich auf zwei Bereiche konzentriert:

  • Ländliche Entwicklung in armen Regionen des Landes unter besonderer Berücksichtigung des Erhalts der Wälder und
  • Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, insbesondere durch  Verbesserung menschlicher Ressourcen (Berufsbildung), Aufbau eines Mikrofinanzsektors und Unterstützung bei der Integration von Laos in die ASEAN Economic Community (AEC).

Seit 2017 ist Deutschland zusammen mit Europäischer Union und Schweiz an der Förderung guter Regierungsführung und zivilgesellschaftlicher Strukturen beteiligt.

Für Vorhaben im Rahmen dieser Schwerpunkte wurden bei den EZ-Regierungsverhandlungen vom 9./10. November 2016  45,8 Mio. Euro für das Zweijahresprogramm 2016/2017 zugesagt. Zusätzlich zur bilateralen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit fördert die Bundesregierung Maßnahmen der Europäischen Union und verschiedener Organisationen der Vereinten Nationen (Office on Drugs and Crime - UNODC, World Food Programme - WFP, Food and Agriculture Organization - FAO u.a.).

Des Weiteren unterstützt die Bundesregierung die Regionalorganisation „Mekong River Commission“ (MRC, mit den Mitgliedern Laos, Thailand, Vietnam und Kambodscha), die ihren Sitz in Vientiane hat. Deutschland fördert zudem über deutsche und  internationale Nichtregierungsorganisationen sowie durch Kleinstprojekte der Botschaft die Entwicklung des Landes mit Schwerpunkt bei der Armutsbekämpfung.

Für die Räumung von Bomben, Minen und sonstigen Munitionsresten, die infolge der Bombardements während der Indochinakriege auch heute.

Wirtschaftsbeziehungen

Aufgrund der geringen Bevölkerungszahl und der relativ niedrigen Kaufkraft sind die wirtschaftlichen Beziehungen zu Laos bisher noch wenig ausgeprägt. Der Handelsaustausch belief sich 2016 auf 107 Mio. Euro (Einfuhren nach Deutschland 75 Mio. Euro, Ausfuhren 32 Mio. Euro). Damit ist die Bundesrepublik neben Frankreich wichtigster europäischer Handelspartner von Laos.

Seit 1996 besteht ein Investitionsschutz- und förderungsabkommen (veröffentlicht im Bundesgesetzblatt 1998 II, S. 1466).

Deutsche bzw. deutsch-laotische Unternehmen gibt es im Bereich der erneuerbaren Energie, im Dienstleistungssektor, der Textilproduktion, im Baugewerbe und im Bergbausektor. Mercedes Benz und BMW sind mit örtlichen Händlern vertreten. Wichtig als Devisenbringer ist auch der wachsende Tourismus (32.000 deutsche Touristen im Jahr 2015).

Kulturbeziehungen

Deutschland vergibt Lang- und Kurzzeitstipendien an Laoten, die an deutschen Universitäten studieren. Insgesamt gibt es ca. 600 DAAD-Alumni. In der DDR haben mehr als 2.000 Laoten eine handwerkliche oder akademische Ausbildung erhalten. Viele von ihnen pflegen in deutsch-laotischen Gesellschaften weiterhin die deutsche Sprache und Kultur.

An der Nationalen Universität von Laos (NUoL) in Vientiane wurde im Jahr 2003 Deutsch als Hauptfach eingeführt (Bachelor-Studiengang mit Spezialisierung auf Tourismus). Das Goethe-Institut in Bangkok unterstützt mit Maßnahmen der Lehrerfortbildung, der DAAD in Hanoi bezieht die Studenten ebenfalls in seine Förderprogramme ein. Sieben Kooperationen deutscher Hochschulen bzw. Anstalten des öffentlichen Rechts mit laotischen Partnern ergänzen den kulturellen Austausch.  Langjährige Kooperationsbeziehungen bestehen zwischen der Universität Siegen und der NUoL mit dem Ziel, englischsprachige Studienangebote im Bereich Ingenieurwissenschaften/Wasserbau aufzubauen. Hervorzuheben ist der 2006 an der NUoL eingeführte Masterstudiengang „Environmental Engineering and Management“. Parallel berät die Universität Siegen auch das Hochschulmanagement in der Ingenieurwissenschaftlichen Fakultät der NUoL.

Die Forstfakultät der NUoL ist Partner in einem multilateralen Hochschulkooperationsprojekt zum Aufbau eines englischsprachigen Masterstudiengangs „International Tropical Forestry“ an der Vietnamese Forestry University Xuan Mai. Deutsche Partner sind die Universität Göttingen und die TU Dresden. Der Studiengang steht vor allem Studierenden aus Laos, Kambodscha, Myanmar und Vietnam offen.  

Das Goethe-Institut Bangkok unterstützt seit einigen Jahren das „Vientianale“-Filmfestival und hat im November 2015 im Rahmen seiner Programmarbeit eine Tanz-Werkstatt in Vientiane organisiert. Weitere Kooperationsprogramme sind geplant.

Mit Mitteln des Kulterhalt-Programms des Auswärtigen Amts wurde 2011- 2017 ein Projekt zur Konservierung und Restaurierung der stark gefährdeten Wandmalereien des Vat Sisaket-Tempels in Vientiane finanziert.  Ferner hat die Bundesregierung als Maßnahmen des Kulturerhalts die Restauration buddhistischer Tempel und von Palmblatt-Handschriften, die Erfassung und Digitalisierung buddhistischer fotografischer Sammlungen und die Aufzeichnung klassischer laotischer Musik unterstützt. Ein ehemaliges Wohnhaus der früheren Königsfamilie wurde 2015 in Luang Prabang  – der ehemaligen nordlaotischen Königsstadt – u.a. mit Mitteln des Auswärtigen Amts teilerneuert.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Laos ist ein Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
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