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Beziehungen zu Deutschland Laos

Artikel

Stand: Oktober 2018

Politische Beziehungen

Diplomatische Beziehungen mit Laos bestehen seit 1958; mit Gründung der Demokratischen Volksrepublik Laos im Jahr 1975 wurden sowohl Botschaften der Bundesrepublik Deutschland wie auch der DDR in Vientiane eröffnet. In den Jahren nach der Revolution war Laos für die ehemalige DDR Schwerpunktland der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. Hieran knüpfte die Bundesrepublik Deutschland 1990 erfolgreich an. 2012 statteten der damalige Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Niebel und Bundesaußenminister Westerwelle (anlässlich des ASEM-Gipfels) Laos offizielle Besuche ab. Im Juli 2015 reisten Mitglieder der ASEAN-Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestags nach Laos, im Januar/Februar 2017 Abgeordnete aus dem Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Bundeskanzlerin Merkel traf beim ASEM-Gipfel in Ulan Bator am 14. Juli 2016 mit dem laotischen Premierminister Thongloun Sisoulith zusammen. Der laotische stellvertretende Premierminister Siphandone hat im März 2018 Deutschland aus Anlass des 60-jährigen Jubiläums der deutsch-laotischen Beziehungen besucht und die laotische Nacht auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin eröffnet.

Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Laos ist ein Schwerpunktland deutscher Entwicklungszusammenarbeit.  Unsere entwicklungspolitische Kooperation konzentriert sich auf die beiden Schwerpunktsektoren Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung (Berufsbildung, Mikrofinanzen, Privatwirtschaftsförderung, ASEAN-Integration) sowie Ländliche Entwicklung (Landrechte und Landmanagement, Schutz und Management natürlicher Ressourcen, Klimaschutz und ländlicher Wegebau). 2017 hat zudem in Zusammenarbeit mit EU und anderen europäischen Partnern ein Governance-Programm zur Förderung von Parlament, Justizsektor und Zivilgesellschaft die Arbeit aufgenommen. Seit dem Beginn der bilateralen Kooperation im Jahre 1964 belaufen sich die deutschen EZ-Leistungen an Laos auf über 450 Mio. EUR.  

Für Vorhaben im Rahmen der entwicklungspolitischen Schwerpunkte wurden bei den EZ-Regierungsverhandlungen vom 03./04.September 2018 in Berlin eine Gesamtsumme von 50 Mio. Eurofür das nächste Zweijahresprogramm bis 2020 zugesagt, darunter ein Sonderprogramm i.H.v. 10 Mio. Euro für Wiederaufbau und Rehabilitierung der zerstörten Infrastruktur in Folge des Dammbruchs vom Juli 2018 in der Provinz Attapeu. Des Weiteren unterstützt die Bundesregierung die Regionalorganisation Mekong River Commission (MRC), mit den Mitgliedern Laos, Thailand, Vietnam und Kambodscha, die ihren Sitz in Vientiane hat. Deutschland fördert zudem über deutsche und  internationale Nichtregierungsorganisationen (u.a. Deutsches Rotes Kreuz, DVV International, Sparkassenstiftung, Deutscher Genossenschafts- und Raiffaisenverband (DGRV), BORDA, German Lao Association for Development)  sowie durch Kleinstprojekte der Botschaft die Entwicklung des Landes mit Schwerpunkt bei der Armutsbekämpfung.

Wirtschaftsbeziehungen

Aufgrund der geringen Bevölkerungszahl und der relativ niedrigen Kaufkraft sind die wirtschaftlichen Beziehungen zu Laos bisher noch wenig ausgeprägt. Der Handelsaustausch belief sich 2017 auf 109 Mio. Euro (Einfuhren nach Deutschland 79 Mio. Euro, Ausfuhren  30 Mio. Euro). Damit ist die Bundesrepublik neben Frankreich wichtigster europäischer Handelspartner von Laos.

Das Investitionsschutz- und förderungsabkommen vom 09.08.1996 (veröffentlicht im Bundesgesetzblatt 1998 II, S. 1466) ist seit dem 24.03.1999 in Kraft.

Deutsche bzw. deutsch-laotische Unternehmen sind in Laos im Bereich der erneuerbaren Energie, im Dienstleistungssektor, der Textilproduktion, im Baugewerbe und im Bergbausektor tätig. Mercedes Benz und BMW sind mit örtlichen Händlern vertreten. Wichtig als zweitgrößter Devisenbringer ist  der wachsende Tourismus (35.500 deutsche Touristen im Jahr 2016).

Kulturbeziehungen

Deutschland vergibt Lang- und Kurzzeitstipendien an Laoten, die an deutschen Universitäten studieren. Insgesamt gibt es ca. 600 DAAD-Alumni. In der DDR haben mehr als 2.000 Laoten eine handwerkliche oder akademische Ausbildung erhalten. Viele von ihnen pflegen in deutsch-laotischen Gesellschaften weiterhin die deutsche Sprache und Kultur.

An der Nationalen Universität von Laos (NUoL) in Vientiane wurde im Jahr 2003 Deutsch als Hauptfach eingeführt (Bachelor-Studiengang mit Spezialisierung auf Tourismus). Das Goethe-Institut in Bangkok unterstützt mit Maßnahmen der Lehrerfortbildung, der DAAD in Hanoi bezieht die Studenten ebenfalls in seine Förderprogramme ein. Sieben Kooperationen deutscher Hochschulen bzw. Anstalten des öffentlichen Rechts mit laotischen Partnern ergänzen den kulturellen Austausch.  Langjährige Kooperationsbeziehungen bestehen zwischen der Universität Siegen und der NUoL mit dem Ziel, englischsprachige Studienangebote im Bereich Ingenieurwissenschaften/Wasserbau aufzubauen. Hervorzuheben ist der 2006 an der NUoL eingeführte Masterstudiengang „Environmental Engineering and Management“. Parallel berät die Universität Siegen auch das Hochschulmanagement in der Ingenieurwissenschaftlichen Fakultät der NUoL.

Die Forstfakultät der NUoL ist Partner in einem multilateralen Hochschulkooperationsprojekt zum Aufbau eines englischsprachigen Masterstudiengangs „International Tropical Forestry“ an der Vietnamese Forestry University Xuan Mai. Deutsche Partner sind die Universität Göttingen und die TU Dresden. Der Studiengang steht vor allem Studierenden aus Laos, Kambodscha, Myanmar und Vietnam offen. 

Das Goethe-Institut Bangkok unterstützt seit einigen Jahren das „Vientianale“-Filmfestival sowie das Luang Prabang Filmfestival mit Filmworkshops, Masterclasses und Filmbeiträgen. Das jährlich stattfindende Fang Mae Khon Dance Festival wurde in den letzten Jahren ebenfalls vom Goethe-Institut Bangkok unterstützt.

Mit Mitteln des Kulterhalt-Programms des Auswärtigen Amts wurde 2011- 2017 ein Projekt zur Konservierung und Restaurierung der stark gefährdeten Wandmalereien des Vat Sisaket-Tempels in Vientiane finanziert.  Ferner hat die Bundesregierung als Maßnahmen des Kulturerhalts die Restauration buddhistischer Tempel und von Palmblatt-Handschriften, die Erfassung und Digitalisierung buddhistischer fotografischer Sammlungen und die Aufzeichnung klassischer laotischer Musik unterstützt. Ein ehemaliges Wohnhaus der früheren Königsfamilie wurde 2015 in dem zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Stadtkern von Luang Prabang  – der ehemaligen nordlaotischen Königsstadt – u.a. mit Mitteln des Auswärtigen Amts teilerneuert. Aktuell werden die Außenanlagen des Gebäudes mit Mitteln des Auswärtigen Amts renoviert. Im oberen Stockwerk des Gebäudes soll sich ein deutsch-laotisches Kulturzentrum etablieren.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Laos ist ein Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
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