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Deutschland und Kuba: Bilaterale Beziehungen Kuba

14.05.2019 - Artikel

Politik

Die Beziehungen Kubas zu Deutschland bewegten sich bis zur deutschen Wiedervereinigung im Spannungsverhältnis zwischen dem engen Verhältnis zur sozialistischen DDR einerseits und der kritischen Haltung zur Bundesrepublik Deutschland andererseits.
Seit dem Besuch des damaligen Bundesaußenministers Frank-Walter Steinmeier 2015 haben die Beziehungen an Intensität gewonnen. Trotz erheblicher Meinungsunterschiede in vielen Fragen, darunter wichtige Aspekte wie Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte, haben beide Seiten ein Interesse an einem weiteren Ausbau ihrer Zusammenarbeit.

Wirtschaft

Die wirtschaftlichen Beziehungen sowie die deutschen Direktinvestitionen sind gering. Deutschland ist insbesondere  im Energie- und Gesundheitsbereich vertreten. Deutschland stellt mit ca. 250.000 jährlichen Besuchern die drittgrößte Gruppe von Touristen. Zur Förderung der Wirtschaftsbeziehungen wurde im Oktober 2018 das Deutsche Büro zur Förderung von Handel und Investitionen offiziell eröffnet. Mit dem im Jahr 2000 geschlossenen deutsch-kubanischen Umschuldungsabkommen wurde die Gewährung von Exportkreditgarantien zur Außenwirtschaftsförderung möglich.

Die Außenhandelsbilanz betrug 2018 279,4 Mio. Euro, davon Exporte in Höhe von 227,8 Mio. Euro nach Kuba (Maschinen, chemische und pharmazeutische Erzeugnisse, Kunststofferzeugnisse, Medizintechnik, Kraftfahrzeuge und Ersatzteile). Die Importe betrugen 51,6 Mio. Euro (alkoholische Getränke, Zuckerwaren, Tabak, Obst-und Gemüsesäfte).

Entwicklungszusammenarbeit

Die bilaterale staatliche Entwicklungszusammenarbeit wurde auf Initiative Kubas 2003 eingestellt und bisher nicht wieder aufgenommen. 

Es sind einige deutsche Nichtregierungsorganisationen  in Kuba tätig, vornehmlich im Bereich von Energie- und Wasserversorgung sowie in der Erwachsenenbildung. Das Büro der Deutschen Welthungerhilfe wurde auf Betreiben Kubas 2016 geschlossen. Die Botschaft fördert Kleinstprojekte in Zusammenarbeit mit örtlichen Partnern. 

Kultur und Bildung

Obwohl es kein deutsch-kubanisches Kulturabkommen und kein unabhängiges Goethe-Institut gibt, bilden der kulturelle Austausch, die Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung sowie der akademische Austausch eine wichtige Säule der bilateralen Beziehungen. Der Deutsche Akademische Auslandsdienst (DAAD) hat ein umfassendes Personen- und Projektförderungsprogramm und ist mit einer Lektorin an der Universität Havanna vertreten. Im Herbst 2018 fand zum 16. Mal die wirtschaftswissenschaftliche Sommerschule in Zusammenarbeit zwischen der Humboldt-Universität Berlin und der Universität Havanna statt. 
Es gibt ein privates Sprachlernzentrum für die deutsche Sprache in Havanna.

Deutschland beteiligt sich an großen internationalen Kulturereignissen auf Kuba wie der Buchmesse, der Ausrichtung deutscher Theaterwochen sowie der Etablierung einer Deutschen Reihe innerhalb des Internationalen Festivals des neuen Lateinamerikanischen Films. Wichtig sind zudem der Austausch und die praktische Vernetzung kubanischer Kulturschaffender mit der deutschen Kulturszene, insbesondere in den Bereichen Theater, Kino und Musik. Aus Anlass des 250. Geburtstages von Alexander von Humboldt und des 500. Gründungsjahres der Hauptstadt Havanna im Jahre 2019 sind eine Fülle von Veranstaltungen geplant. Es wird unter anderem eine Dauerausstellung zu Alexander von Humboldt im restaurierten Humboldt-Haus in Havanna eröffnet werden.

Einen wichtigen Faktor des kulturellen Austausches stellen die etwa 30.000 Kubaner dar, die in Deutschland – vor allem in der ehemaligen DDR – studiert oder gearbeitet haben. 

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Straßenszene in Cienfuegos
Straßenszene in Cienfuegos © picture alliance/DUMONT Bildarchiv

Deutsche Botschaft Havanna

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