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Kolumbien: Politisches Porträt

11.08.2022 - Artikel

Kolumbien ist von einem mehr als 50 Jahre währenden Konflikt mit über 450.000 Toten und mehr als  8 Mio. Vertriebenen geprägt. 2016 unterzeichnete die Regierung  mit der größten Guerillagruppe FARC ein Friedensabkommen, das jetzt umgesetzt wird. Eine erhebliche Bedrohung geht heute von kriminellen Banden aus, die sich z.T. aus früheren Paramilitärs rekrutieren. Hinzu kommen ELN-Guerilla und nicht demobilisierte FARC-Dissidenten. Diese Gruppen finanzieren sich u.a. durch Drogengeschäfte. Kolumbien zählt zu den Ländern mit der größten Kokainproduktion.

Insgesamt ist das Gewaltniveau im Land stark gesunken. Ein aktuelles Problem stellen Morde an Personen dar, die sich insbesondere gegen Kokaanbau und Drogenproduktion und für soziale Belange oder Schutz der Menschenrechte einsetzen. Zudem flammen im Land immer wieder soziale Proteste auf (zuletzt zwischen April und Juni 2021), die z.T. von gewalttätigen Ausschreitungen begleitet sind.

Eine große Herausforderung sind zudem die hohe Zahl an venezolanischen Flüchtlingen bzw.  Migrantinnen und Migranten in Kolumbien ( die Zahlen variieren zwischen1,8 – 2,4 Mio.) sowie die Auswirkungen der Pandemie, insbesondere im Bildungsbereich und bei den Beschäftigungen im informellen Sektor.  Insbesondere vulnerablen Bevölkerungsgruppen bereitet die hohe Inflation (im Juli 2022 über 10 %)  und der Anstieg des Lebensmittelpreisindex auf ca. 25% große Schwierigkeiten.

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