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Katar: Beziehungen zu Deutschland Katar

11.02.2019 - Artikel

Politische Beziehungen

Diplomatische Beziehungen zwischen Katar und Deutschland bestehen seit 1973. Eine Vielzahl gegenseitiger hochrangiger Besuche ist Ausdruck der guten Zusammenarbeit beider Länder. So besuchte Bundeskanzlerin Merkel Katar im Jahr 2010. Der damalige Außenminister Gabriel reiste im Sommer 2017 im Rahmen einer Golfreise nach Katar, der katarische Außenminister Scheich Mohammed kam im November 2017 zu Gesprächen nach Berlin. Zuletzt besuchte der katarische Emir Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, der bereits 2014 und 2017 zu Gesprächen in Berlin war, mit einer hochrangigen Delegation aus Politik und Wirtschaft Deutschland im September 2018. In diesem Rahmen fand auch eine Begegnung mit Bundesminister Maas statt. Die Außenminister treffen sich zudem regelmäßig im Rahmen internationaler Konferenzformate.

Aufgrund seiner engagierten Außenpolitik ist Katar in vielen regionalpolitischen Fragen für Deutschland ein wichtiger Partner. Deutschland und Katar kooperieren auch im Rahmen der internationalen Koalition gegen den sog. „Islamischen Staat“/Daesh. 

Wirtschaftliche Beziehungen

Ein Investitionsförderungs- und -schutzvertrag sowie ein Luftverkehrsabkommen sind seit 1999 in Kraft.

Der bilaterale Handelsumfang belief sich 2017 laut statistischem Bundesamt auf rund 2,5 Mrd. EUR. Die deutschen Exporte nach Katar betrugen 2017 rund 2,18 Mrd. EUR, die Importe beliefen sich auf etwa 320 Mio. EUR. Wertmäßig stehen Kraftfahrzeuge, Flugzeuge, Anlagen und Maschinen an der Spitze deutscher Exporte.

Deutsche Firmen sind vornehmlich im Anlagenbau, Energieerzeugung, Bauwirtschaft und im Dienstleistungssektor sowie im Bereich der Verkehrsinfrastruktur aktiv. Darüber hinaus arbeiten deutsche und katarische Unternehmen im Energiebereich (Flüssiggas) zusammen. Marktpotenzial für deutsche Unternehmen besteht in der Chemie- und Baubranche sowie in den Bereichen Maschinenbau, Kfz, Nahverkehrs-, Umwelt- und Medizintechnik.

Katar ist einer der größten ausländischen Investoren in Deutschland und u.a. an Volkswagen, der Deutschen Bank, Siemens und Hapag-Lloyd substanziell beteiligt. Für die kommenden Jahre hat Katar weitere umfangreiche Investitionen in Deutschland angekündigt.

Das Land misst der anwendungsorientierten Forschung hohe Bedeutung bei. In diesem Bereich engagieren sich auch deutsche Technologieunternehmen im “Qatar Science and Technology Park”.

Die Deutsche Botschaft in Doha, das Delegiertenbüro der Deutschen Wirtschaft in Doha und der Ende 2002 gegründete “German Business Council Qatar” (GBCQ) fördern gemeinsam mit katarischen Ansprechpartnern den weiteren Ausbau der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen. 2007 wurde eine Deutsch-Katarische Gemischte Wirtschaftskommission (GWK) unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie eingerichtet. Ende 2012 fand das Treffen der GWK erstmalig in Katar statt. Es folgten weitere Gesprächsrunden 2014 in Berlin und2016 in Doha. 2019 tagt die GWK in Berlin.

Kulturelle Beziehungen

Seit Beginn des Schuljahres 2008/09 besteht die Deutsche Internationale Schule Doha, die zu einer deutsch-katarischen Begegnungsschule ausgebaut wird und seit Beginn des Schuljahres 2016/17 mit dem Gemischtsprachigen International Baccalaureate zu einem Abschluss mit Hochschulzugangsberechtigung (GIB) in Deutschland führt. Der Schule ist ein Kindergarten angeschlossen.

Im Schuljahr 2013/14 wurde erstmalig an einer katarischen Regelschule (Oberschule) Deutsch als Wahlfach eingeführt. Wie auch die Deutsche Internationale Schule Doha ist diese Schule nun Mitglied der Partnerschul-Initiative PASCH.

Seit 2013 gibt es die “Arab-German Young Academy of Sciences” (AGYA) mit Hauptsitz in Berlin. Diese bietet ein Austauschformat für deutsche und arabische Jungwissenschaftler aller Fakultäten an.

Die deutsche Medizin erfreut sich eines guten Rufs. Zwischen zahlreichen deutschen und katarischen Kliniken und medizinischen Forschungseinrichtungen wurden Kooperationsabkommen geschlossen. 

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und weitere führende deutsche Museen arbeiten mit der katarischen Kulturinstitution “Qatar Museums” (QM) zusammen an gemeinsamen Ausstellungsprojekten. Das Deutsche Archäologische Institut hat im April 2012 eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit mit Katar abgeschlossen und Erkundungsmissionen nach Katar durchgeführt. Im Sportbereich gibt es Beziehungen im Fußball (Trainer, Winterlager, Liga-Beratung), Tischtennis (Trainer) und durch deutsche Experten bei der katarischen Sportakademie “Aspire”.

Im Jahr 2017 wurde zwischen Deutschland und Katar ein bilaterales Kulturjahr („Deutsche Saison in Katar“) durchgeführt. Dabei wurde ein vielseitiges Ausstellungs- und Dialogprogramm organisiert, das katarisches Interesse an deutschen Themen aufgriff und einen gemeinsamen Austausch vor allem in den Bereichen Kunst, Kultur und Sport förderte. Die gesellschaftlichen Verbindungen zwischen Deutschland und Katar wurden gestärkt sowie Diskurse zu gesellschaftlich-relevanten Themen durch Austausch und Dialog ermöglicht.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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