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Jordanien und Deutschland: bilaterale Beziehungen
Die politischen Beziehungen zwischen Jordanien und Deutschland sind seit langer Zeit eng und freundschaftlich. Auch in den vergangenen Monaten waren die seit mehr als 70 Jahren bestehenden Beziehungen geprägt von einer hohen Intensität gegenseitiger Besuchsdiplomatie. Deutschland ist nach den USA zweitgrößter bilateraler Geber und gehört in vielen Bereichen zu den wichtigsten Partnern des Landes, das weithin als Stabilitätsanker in der Region gilt. Seit Oktober 2017 sind im Rahmen der Anti-IS-Koalition Bundeswehr-Einheiten in Jordanien stationiert.
Deutschland gehört mit den USA, den Ländern des Golfkooperationsrates und China zu Jordaniens wichtigsten Handelspartnern: 2025 beliefen sich die deutschen Exporte nach Jordanien auf 899,3 Mio. € und deutsche Importe aus Jordanien auf 134,5 Mio. €. Seit Inkrafttreten des Assoziierungsabkommens mit der EU im Mai 2002 gibt es eine EU-Jordanische Freihandelszone, im April 2026 findet der 1. EU-Jordanische Investment-Gipfel in Jordanien statt.
Jordanien ist eines der wichtigsten Aufnahmeländer für Flüchtlinge in der Region und Gaststaat für rund drei Millionen Geflüchtete – bei einer Gesamtbevölkerung von etwa 11,5 Mio (ca. 25%). Derzeit sind etwa 436.000 Flüchtlinge in Jordanien beim UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) registriert, davon stammen, auch nach Rückkehr von rund 180.000 syrischen Flüchtlingen seit dem Fall des Assad Regimes Ende 2024 nach Syrien, etwa 410.000 aus Syrien. Außerdem leben ca. 2,4 Mio. UNRWA-registrierte Palästina-Flüchtlinge in Jordanien. Schwerpunkte der humanitären Hilfe der Bundesregierung liegen auf Nahrungsmittelversorgung, Schutz/Beratung sowie Gesundheit.
Jordanien ist im Weltmaßstab eines der ärmsten Länder in Bezug auf die pro Kopf verfügbaren Wasserressourcen. Die Entwicklungszusammenarbeit legt daher einen Fokus auf die Verbesserung im Wassersektor. Weitere Schwerpunkte liegen in den Bereichen Bildung/Berufsbildung und Beschäftigung sowie Verwaltungsreform.
Seit 1982 besteht ein bilaterales Kulturabkommen. Das Goethe-Institut in Amman bietet neben Sprachkursen ein reichhaltiges interkulturelles Begegnungsangebot an. Die 2005 eröffnete Deutsch-Jordanische Hochschule (German Jordanian University, GJU) ist das größte deutsche Hochschulexportprojekt in Jordanien. Schwerpunkt sind ingenieurswissenschaftliche und betriebswirtschaftliche Fächer. Curricula und Lehre dieser staatlichen jordanischen Universität orientieren sich am Modell deutscher Fachhochschulen. Im Rahmen der PASCH-Initiative wird an sechs jordanischen Schulen Deutsch als Fremdsprache unterrichtet.
In der Archäologie arbeiten Deutschland und Jordanien seit vielen Jahrzehnten eng zusammen. Eine Niederlassung des Deutschen Evangelischen Instituts für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes (DEIAHL), zugleich Forschungsstelle des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI), koordiniert gemeinsame Grabungen mit dem jordanischen Antikendienst.
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