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Zivilgesellschaft im Fokus: Jemen im UN Sicherheitsrat Jemen

Eine Ärztin berät Mädchen in einer Schule von Ärzten zur kostenlosen Gesundheitsvorsorge für ärmere Familien während der Corona-Pandemie.

Eine Ärztin berät Mädchen in einer Schule von Ärzten zur kostenlosen Gesundheitsvorsorge für ärmere Familien während der Corona-Pandemie., © dpa

28.07.2020 - Artikel

Der Konflikt in Jemen dauert an, politische Initiativen konnten bislang keine Durchbrüche erzielen. Covid-19 verschärft die humanitäre Katastrophe weiter. Im UN-Sicherheitsrat rückt Deutschland zivilgesellschaftliche Initiativen in den Vordergrund.

Zivilgesellschaftliche Initiativen spielen in Jemen, wo humanitäre Zugänge durch die Konfliktparteien oft erschwert werden, eine wichtige Rolle. Dabei geht es nicht nur um die Versorgung der Bevölkerung mit Hilfsgütern, sondern auch um das Wissen der Helferinnen und Helfer vor Ort, die die Entwicklungen vor Ort erleben und Bedürfnisse und Situation vor Ort weitergeben können.

Im Rahmen der monatlichen Befassung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen mit der Situation in Jemen hat Deutschland im Rahmen seines Vorsitzes zwei jemenitische Frauen eingeladen, von der Situation vor Ort zu berichten. Im Vordergrund steht dabei, Möglichkeiten aufzuzeigen, die katastrophale humanitäre Situation zu lindern – etwa durch einen besseren Zugang von Helfern.

Beispiel Menschen mit Behinderung

Raja Abdullah Ahmed Almasabi
Raja Abdullah Ahmed Almasabi© Raja Almasabi

Raja Abdullah Ahmed Almasabi setzt sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen und Frauen in Jemen ein. Sie gründete 1988 die jemenitische Handicap-Organisation und arbeitet mit internationalen Organisationen zusammen, um auf die Situation von Menschen mit Behinderungen in Jemen aufmerksam zu machen. Dabei geht es ihr auch um Jemenitinnen und Jeminiten, die durch den Konflikt Behinderungen erlitten haben. 

Die Unterstützung und Versorgung von Menschen mit Behinderungen ist ein wichtiger Aspekt der deutschen Humanitären Hilfe. Sie gehören zu einer der verletzlichsten Gruppen in Konflikten. In Jemen fördert das Auswärtige Amt die Nichtregierungsorganisation Handicap International mit vier Millionen Euro. Menschen mit Behinderungen erhalten Reha-Maßnahmen und psychosoziale Unterstützung sowie die Möglichkeit, Prothesen und Orthesen anzupassen.

Auch die von Deutschland geförderten Hilfs- und Schutzmaßnahmen des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) sind besonders auf Menschen mit schwerwiegenden Verletzungen und Behinderungen ausgerichtet. Ein wichtiger Aspekt, um andauernde Verletzungen zu verhindern, ist humanitäres Minenräumen. Deshalb fördert das Auswärtige Amt die Arbeit der Vereinten Nationen und des Jemen Exekutiven Minen-Aktionsdienstes in diesem Bereich.

Beispiel Gesundheitsversorgung

Wafa Alsaidy in ihrem Büro in Sanaa.
Wafa Alsaidy in ihrem Büro in Sanaa.© Ärzte der Welt

Die Pharmazeutin Wafa Alsaidy leitet das Jemen-Büro der Nichtregierungsorganisation Ärzte der Welt. Die Organisation ermöglicht für viele Jemenitinnen und Jemeniten grundlegende Gesundheitsversorgung durch 16 medizinische Zentren und über hundert jemenitische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im ganzen Land. Dem Sicherheitsrat wird sie über die Gesundheitsversorgung in Jemen berichten: die war schon vor der Corona-Pandemie kaum ausreichend, immer wieder kommt es zu Ausbrüchen von Cholera.

Deutschland setzt sich dafür ein, die medizinische Infrastruktur in Jemen zu stärken und mehr medizinische Güter wie Medikamente oder Beatmungsgeräte nach Jemen zu bringen. Die Organisation Ärzte der Welt unterstützt das Auswärtige Amt im Rahmen seiner humanitären Hilfe seit 2018 mit insgesamt neun Millionen Euro. Im Fokus stehen dabei Basisgesundheitsversorgung, psychosoziale Unterstützung und die Bekämpfung von Cholera und COVID-19.

Humanitäre Hilfe bleibt wichtig

In Jemen sind nach Angaben der Vereinten Nationen 24 Millionen Menschen von insgesamt 30,5 Millionen auf Humanitäre Hilfe angewiesen. Deutschland stellt deshalb in 2020 125 Millionen Euro für Humanitäre Hilfe bereit. Schwerpunkte der deutschen Unterstützung sind neben Nahrungsmittelnothilfe auch Gesundheitsversorgung und Wasser- bzw. sanitäre Versorgung für die notleidende Bevölkerung. Zudem unterstützt die Bundesregierung die Bemühungen des Sondergesandten Martin Griffiths um einen anhaltenden Waffenstillstand und Wiedereinstieg in den politischen Prozess.

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