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Deutschland und Japan: Bilaterale Beziehungen Japan

09.02.2021 - Artikel

Das bilaterale Verhältnis Deutschlands zu Japan ist von einer hohen Dichte des politischen Austauschs und einer engen internationalen Zusammenarbeit gekennzeichnet: Als liberale und pluralistische Demokratien teilen Deutschland und Japan fundamentale Werte und sind politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich vielfältig miteinander verbunden. Zu den wichtigsten multilateralen Foren für die Zusammenarbeit mit Japan gehören neben G7 und G20 die Vereinten Nationen und die Europäisch-Asiatischen Gipfeltreffen (ASEM) sowie (mit Japan als Kooperationspartner) OSZE und NATO. Die EU ist darüber hinaus Mitglied im ASEAN Regional Forum (ARF), in dem sicherheitspolitische Fragen in Asien diskutiert werden.

Bei der Pflege der bilateralen Beziehungen kommt dem Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin (JDZB) eine besondere Bedeutung zu. Das Institut setzt sich seit 1985 für einen Austausch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft ein. Es fungiert zudem als deutsches Sekretariat des jährlich stattfindenden Deutsch-Japanischen Forums (DJF).

War das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Japan in den Jahren vor der Covid-19-Pandemie noch leicht angestiegen (2019: 44,7 Mrd. Euro), ging es 2020 pandemiebedingt auf 38,8 Mrd. Euro zurück. Deutsche Exporte nach Japan beliefen sich in diesem Zeitraum auf 21,2 Mrd. Euro (-16,8%), während Deutschland Waren im Wert von 17,6 Mrd. Euro (-14,9%) aus Japan importierte. Das Freihandelsabkommen zwischen Japan und der EU, das am 1. Februar 2019 in Kraft trat, erleichtert den Marktzugang in beide Richtungen weiter und dürfte nach dem Ende des pandemiebedingten Einbruchs eine Erholung befördern. Für deutsche Unternehmen hatte Japan vor der Krise zunehmend an Bedeutung gewonnen, u.a. auch für Drittmarktgeschäfte in Asien.

Der kulturelle Austausch zwischen Deutschland und Japan ist intensiv und vielseitig. Am 24.01.2021 feierten beide Länder das 160. Jubiläum der Aufnahme erster diplomatischer Beziehungen. Im Laufe des Jahres 2021 sind in diesem Zusammenhang sowohl in Deutschland als auch in Japan zahlreiche und vielfältige Veranstaltungen geplant, sofern sie unter Corona-Bedingungen möglich sind. 55 Japanisch-Deutsche Gesellschaften in Japan, rund 50 Deutsch-Japanische Gesellschaften in Deutschland, über 800 bilaterale Hochschulkooperationen, derzeit 50 Städtepartnerschaften sowie die Zweigstellen des Goethe-Instituts in Japan und die Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens (OAG) in Tokyo bilden ein dichtes kulturelles Netzwerk. Zudem besteht seit 1974 ein Regierungsabkommen über die Zusammenarbeit auf wissenschaftlich-technologischem Gebiet, insbesondere der Hochtechnologieforschung.

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