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Beziehungen zu Deutschland Irland

Artikel

Stand: April 2018

Politische Beziehungen

Die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Irland sind eng und freundschaftlich. Seit dem Beitritt Irlands zur ehemals Europäischen Gemeinschaft (heute Europäische Union (EU)) 1973 arbeiten beide Länder auch auf europäischer Ebene intensiv zusammen.

1990 leistete Irland, das seinerzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehatte, einen engagierten Beitrag zur Vollendung der deutschen Einheit.

Ausdruck der vertrauensvollen bilateralen Beziehungen sind gegenseitige Besuche, wie zuletzt im März 2018 von Premierminister Varadkar bei Bundeskanzlerin Merkel in Berlin. Weitere Besuche: Der damalige Außenminister Flanagan besuchte im Juli 2016 Berlin, der damalige Premierminister Kenny im April 2017.  Bundeskanzlerin Merkel war im März 2014 in Dublin, Finanzminister Schäuble im Oktober 2014 und Bundespräsident Gauck im Juli 2015.

Außenminister Coveney kündigte im Dezember 2017 an, die Beziehungen zu Deutschland, insbesondere vor dem Hintergrund des EU-Austritts Großbritanniens, zukünftig weiter ausbauen und vertiefen zu wollen.

Wirtschaftliche Beziehungen

Die deutsch-irischen Wirtschaftsbeziehungen haben eine lange Tradition. Die Deutsch-Irische Industrie- und Handelskammer besteht seit 1980.

Deutschland gehört zu den wichtigsten Handelspartnern Irlands. Irland lieferte an Deutschland 2016 6,7% seiner Exporte. Damit lag Deutschland hinter Großbritannien, der USA und Belgien auf Platz 4 der Rangliste. Auch als Importland lag Deutschland mit 10,1% auf Platz vier. Die Importgüter aus Deutschland sind vor allem Kraftfahrzeuge, chemische Erzeugnisse, Elektronik und Maschinen. Deutschland importiert aus Irland hauptsächlich Arzneimittel, Industriechemikalien, Elektronik, Nahrungsmittel und Mess- und Regeltechnik.

Kulturelle Beziehungen

Die deutsch-irischen Kulturbeziehungen sind intensiv und werden zum ganz überwiegenden Teil ohne Beteiligung staatlicher Stellen gepflegt. Es bestehen Städtepartnerschaften und Austauschinitiativen. Das irische Interesse an der deutschen Kultur zeigte sich auch anhand gut besuchter Veranstaltungen zum 100. Geburtstag von Heinrich Böll 2017.

Das Goethe-Institut als offizielles deutsches Kulturinstitut hat eine Niederlassung in Dublin. Zwischen den sieben irischen Universitäten und 14 „Institutes of Technology“ (vergleichbar Fachhochschule) und deutschen Hochschulen bestehen eine Reihe von Partnerschaften. Sieben Lektorinnen und Lektoren des DAAD sowie eine Sprachassistentin sind an irischen Hochschulen tätig. Seit 1997 besteht an der Universität Limerick ein Zentrum für deutsch-irische Studien. Das Auswärtige Amt und der Pädagogische Austauschdienst (PAD) der Kultusministerkonferenz (KMK) laden jährlich fünf irische Schüler, die im „Junior Certificate“ landesweit die besten Ergebnisse in Deutsch erzielt haben, als Preisträger nach Deutschland ein; außerdem 24 weitere Schüler im Rahmen eines Sprachförderungsprogramms.

Die Deutsche Schule St. Kilian’s in Dublin ist eine Begegnungsschule nach irischem Lehrplan. Ihre Absolventen erhalten mit dem „bilingual leaving certificate“ bzw. dem „leaving certificate“ in Kombination mit dem Deutschen Sprachdiplom (DSD) II unmittelbaren Zugang zu deutschen Universitäten und Hochschulen. Die enge Zusammenarbeit mit der französischen Schule mit teilweise gemeinsamem Unterricht auf dem deutsch-französischen „Eurocampus“ hat weltweit Modellcharakter.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Irland hat internationale Mitglieder und wird von einem aus Deutschland entsandten Pastor geleitet. Sie engagiert sich seit Jahrzehnten für die Ökumene in Irland.

Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.


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