Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Irak: Beziehungen zu Deutschland Irak

29.05.2019 - Artikel

Politische Beziehungen

Mit der Akkreditierung von Botschaftern in Bagdad und Berlin am 24. und 28. August 2004 wurden die vollen diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Irak wieder hergestellt. In Erbil unterhält Deutschland seit Anfang 2009 ein Generalkonsulat

Deutschland und Irak verbinden enge freundschaftliche Beziehungen, die bis weit vor die Gründung des modernen irakischen Staates zurückreichen. Seit dem Regime-Wechsel im Jahre 2003 bestehen intensive Beziehungen. Seit Amtsantritt der neuen irakischen Regierung unter Premierminister Abdul-Mahdi im Herbst 2018 fanden zahlreiche hochrangige gegenseitige Besuche statt. Der Bundesminister des Äußeren Maas traf im Dezember 2018 den irakischen Staatspräsidenten, den Premierminister sowie den Außenminister in Bagdad. In Erbil traf er zu Gesprächen mit dem Premierminister der Region Kurdistan-Irak zusammen. Der Präsident des irakischen Parlaments traf im Rahmen seines Berlin-Besuches im Februar 2019 mit dem Bundestagspräsidenten sowie mit Ministern der Bundesregierung zusammen. Im April besuchte der irakische Premierminister Abdul-Mahdi Berlin und führte u.a. Gespräche mit Bundespräsident Steinmeier und Bundeskanzlerin Merkel.

Unterstützungsleistungen bei Stabilisierung, Wiederaufbau, Humanitäre Hilfe und weitergehende Hilfsmaßnahmen

Die Bundesregierung hat seit 2014 mehr als 1,7 Milliarde Euro für Unterstützungsmaßnahmen bereitgestellt, davon knapp 500 Millionen Euro für humanitäre Hilfe für Flüchtlinge und Binnenvertriebene. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Stabilisierung von IS-befreiten Gebieten durch versöhnungsfördernde Projekte, Unterstützung der zivilen Sicherheit sowie Stärkung der Regierungskapazität zur Verbesserung der Lebensbedingungen vor Ort.

Seit Ende 2015 beteiligt sich die Bundeswehr – mandatiert durch den Deutschen Bundestag – an der Operation “Inherent Resolve” der Anti-IS-Koalition mit Aufklärungs- sowie Luftbetankungsflügen und im Rahmen der NATO an AWACS-Flügen zur Luftraumüberwachung. Darüber hinaus finden Trainings für die irakischen Streitkräfte u.a. im Sanitätswesen und bei der Kampfmittelräumung statt. Das gültige Mandat wurde am 19. Oktober 2018 bis 31. Oktober 2019 verlängert.

Wirtschaftsbeziehungen

Die traditionell engen Wirtschaftskontakte zwischen Deutschland und Irak können maßgeblich zum Wiederaufbau von Infrastruktur und wirtschaftlicher Grundversorgung beitragen und insofern positive Auswirkungen auf die weitere Stabilisierung des Landes haben. Grundsätzlich birgt der irakische Markt großes Potential für die deutsche Wirtschaft.

Die Bundesregierung unterstützt zwei Deutsche Wirtschaftsbüros Irak (DWI) mit Vertretungen in Erbil und Bagdad. Die engen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Irak kommen auch in der in Abständen stattfindenden „Gemischten Wirtschaftskommission“ zum Ausdruck. Unter Ko-Vorsitz der jeweiligen Wirtschaftsminister tauschen sich beide Seiten über die Zusammenarbeit im Wirtschaftsbereich aus.

Kultur- und Bildungsbeziehungen

Deutschland und Irak arbeiten im Kultur- und Bildungsbereich eng zusammen. 1983 schlossen beide Länder ein Kulturabkommen ab. In den vergangenen Jahren wurde das Engagement deutlich gestärkt, um an eine lange Tradition der kulturellen Zusammenarbeit mit Irak anzuknüpfen, insbesondere bei den Wissenschafts- und Hochschulbeziehungen. Über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) kommen jedes Jahr rund 500 irakische Studierende, Graduierte und Wissenschaftler nach Deutschland. Außerdem fördert der DAAD mit einem eigenen Programm Kooperationen zwischen deutschen und irakischen Hochschulen. Insgesamt gibt es 14 Hochschulpartnerschaften. Der DAAD ist seit 2011 mit einem Informationszentrum in Erbil vertreten. Das Goethe-Institut unterhält seit 2010 ein Verbindungsbüro in Erbil.

Im Rahmen der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ werden fünf Schulen gefördert, an denen Deutsch unterrichtet wird, darunter die 2010 neu aufgenommene Deutsche Schule Erbil sowie vier weitere Schulen im nationalen Bildungssystem. Die Deutsche Schule Erbil wird von ca. 100 Schülerinnen und Schülern besucht (ab Kindergarten bis einschl. 11.Klasse).

Der Erhalt des kulturellen Erbes über Einzelprojekte und Kooperationen des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) stellt einen Schwerpunkt der deutsch-irakischen Zusammenarbeit dar.

Mit Projekten der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik leistet Deutschland einen Beitrag zur Stärkung der Medien und der Zivilgesellschaft in Irak.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Verwandte Inhalte

Schlagworte

nach oben