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Beziehungen zu Deutschland Hongkong

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Stand: April 2018

Beziehungen allgemein

Hongkong ist eine Sonderverwaltungsregion der Volksrepublik China, somit bestehen keine zwischenstaatlichen Beziehungen. Der rechtlich abgesicherte Autonomiestatus Hongkongs, seine starke wirtschaftliche Rolle in China und als Drehscheibe für den Kapital-, Dienstleistungs- und Warenverkehr in der Region, seine hohen Devisenreserven sowie seine einzigartige Position an der Schnittstelle der Systeme verleihen Hongkong eine herausgehobene Bedeutung.

Dies kommt in zahlreichen Kontakten führender Vertreter der Regierung von Hongkong mit ihren Partnern im Ausland zum Ausdruck. Die Regierung ist bemüht, die früher auf den anglo-amerikanischen Bereich konzentrierten Außenbeziehungen zu diversifizieren und damit den eigenen Anspruch als Weltstadt und internationales Finanzdienstleistungszentrum in Asien zu unterstreichen.

Deutschland wird auch vor diesem Hintergrund als Gesprächspartner geschätzt. Seit Frühjahr 2009 hat Hongkong eine Vertretung in Berlin, das Hong Kong Economic and Trade Office (HKETO). Die Hongkonger Wirtschafts- und Investitionsförderung (HKTDC) unterhält ein europäisches Regionalbüro in Frankfurt.

Wirtschaft

In Hongkong sind rund 600 Firmen, Firmenvertretungen und Regionalbüros aus Deutschland präsent. Hongkong bleibt für deutsche Firmen ein wichtiges Tor zum chinesischen Markt. Von Hongkong aus werden außer mit Festlandchina vor allem die Geschäfte mit Japan, Korea, Südostasien, Indien und Australien/Neuseeland abgewickelt. Der überwiegende Teil der etwa 4.000 in Hongkong niedergelassenen Deutschen sind Geschäftsleute.

Die deutsche Wirtschaft kann sich institutionell auf die Delegation der deutschen Wirtschaft, die Deutsche Auslandshandelskammer (AHK), einen Korrespondenten von „Germany Trade and Invest - Bundesgesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing“ (GTaI), ein Büro der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), mehrere Messegesellschaften sowie das Generalkonsulat stützen.

Deutschland ist vor Großbritannien Hongkongs wichtigster Handelspartner in der EU mit einem Gesamthandelsvolumen von 8,2 Milliarden Euro. Der überwiegende Teil des Handelsaustauschs beruht auf Re-Exporten von und nach Festlandchina. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (bereinigt von Re-Exporten) wurden 2016 Güter im Wert von 6,64 Milliarden Euro nach Hongkong exportiert. Hauptausfuhrgüter sind Maschinen, elektrotechnische und elektronische Produkte, aber auch Luxusgüter für den Hongkonger Markt (unter anderem Autos), die in Hongkong hohes Ansehen genießen, sowie Nahrungsmittel. Die Importe aus Hongkong blieben mit 1,7 Milliarden Euro ungefähr auf Vorjahresniveau.

Deutschland war 2016 in Hongkong auf acht internationalen Messen (vor allem im Konsumgüterbereich) vertreten.

Deutsche Konsumgüter und Luxusmarken werden in Hongkong zunehmend nachgefragt. Auch im Umweltbereich gilt Deutschland als kompetenter Partner. Deutsche Expertise ist gefragt. Bei der Anwendung innovativer Umwelttechnologien stehen die Bekämpfung der Luftverschmutzung, Abfallentsorgung sowie das Thema Gebäudeenergieeffizienz im Vordergrund. Hier könnten sich Geschäftsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen ergeben. Mittelfristig bieten auch die umfassenden Infrastrukturvorhaben der Hongkonger Regierung insbesondere in den Bereichen Verkehr und Stadtentwicklung sowie Kultur Investitionsmöglichkeiten für deutsche Firmen. Marktchancen bestehen auch in den Bereichen Innovation und Technologie, Zertifizierungsdienstleistungen und Telekommunikation.
Unternehmerdelegationen aus Deutschland, die teilweise hochrangig geleitet werden, besuchen Hongkong regelmäßig zur Beurteilung von Geschäftsmöglichkeiten und Anbahnung von Kontakten. 2016 kamen 226.594 Touristen und Geschäftsleute aus Deutschland nach Hongkong, ein Anstieg von 6% gegenüber dem Vorjahr.

Kultur und Bildung

Die Deutschkurse des Goethe-Instituts sind mit über 5.000 Einschreibungen pro Jahr sehr gut nachgefragt, das Interesse nimmt seit Jahren leicht zu. In seiner variantenreichen multimedialen Programmarbeit sucht das Goethe-Institut immer einen Bezug zu Hongkong und der Region. In einer Stadt mit einer der höchsten Bevölkerungsdichten der Welt spielen dabei multimediale Ereignisse eine wichtige Rolle. Im Rahmen der Kooperation mit der sich entwickelnden Hongkonger Kulturszene sind zusätzlich zu den sehr geschätzten klassischen Kulturdarbietungen auch gegenwartsbezogene und avantgardistische kulturelle Themen für die Vermittlung eines differenzierten Deutschlandbilds wichtig. Hongkong bietet als hochentwickeltes, urbanes Ballungszentrum hierfür vielfältige Ansatzmöglichkeiten.

Fester Bestandteil deutscher Kulturdarbietungen sind die deutschsprachige Filmwoche, die unter dem Namen „Kino (mit dem jeweiligen Jahr)“, dieses Jahr also „Kino 2017“, läuft, sowie die Beteiligung am jährlichen EU-Filmfestival. Ferner gibt es die erfolgreiche Reihe „German Film Forum“. Auch beim „Hong Kong International Filmfestival“ werden regelmäßig deutsche Filme gezeigt. So auch in diesem Jahr, wo das Festival dem bedeutenden deutschen Filmemacher Werner Herzog eine große Retrospektive widmet und er als Ehrengast teilnehmen wird.

In der 1969 gegründeten renommierten Deutsch-Schweizerischen Internationalen Schule (DSIS) verteilen sich circa 1.300 Schüler auf einen deutschen, einen englischen sowie einen dualen berufsbildenden Zweig. Die DSIS wurde von der Bund-Länder-Inspektion als „Exzellente Deutsche Auslandsschule“ zertifiziert. Sie bietet im deutschen Zweig die Deutsche Internationale Abiturprüfung (DIAP), den Realschulabschluss, den Hauptschulabschluss sowie zwei kaufmännische Berufsschulabschlüsse an. Der englische Zweig führt zum International Baccalaureate (IB). Im Hochschulbereich bestehen ca. 130 Partnerschaften mit deutschen Universitäten. Wachsendes Interesse an Studienmöglichkeiten in Deutschland lässt sich auf diversen Hochschulmessen feststellen, zum Beispiel auf der jährlichen „Education and Careers Expo“.
An der „Hong Kong Baptist University“ besteht ein Informationszentrum des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), das von dem dort tätigen Lektor geleitet wird. 

Im Rahmen des deutsch-französischen „European Studies Programme“ der „Hong Kong Baptist University“ verbringen die Studenten des deutschen Zweigs ein Jahr in Deutschland, um dort eine Universität zu besuchen und ein Betriebspraktikum zu absolvieren. Seit 2003 ist es möglich, an der „University of Hong Kong“ Deutsch als Hauptfach mit dem Abschluss „BA in German“ zu belegen. Auch an anderen Hongkonger Universitäten wird Deutsch gelehrt, allerdings in geringerem Umfang. Ein „Working Holiday“-Programm erlaubt jungen Leuten aus Hongkong und Deutschland im jeweils anderen Gebiet ein Jahr lang Lern- und Arbeitserfahrung zu sammeln. 2014 konnte die Quote auf je 300 Teilnehmer pro Jahr erhöht werden.

Seit 2002 besteht die Rückkehrer-Vereinigung „German Alumni Association Hong Kong“ (GAAHK). Die gegenwärtig circa 250 Mitglieder umfassende Organisation dient der Kontaktpflege ehemaliger Stipendiaten und anderer Studenten. Die GAAHK organisiert eine Reihe von Aktivitäten und arbeitet dabei eng mit dem Generalkonsulat und dem DAAD zusammen.

Beim Fremdsprachenunterricht liegt traditionell Englisch an der Spitze, das in Hongkong auch offizielle Amtssprache ist. Zunehmend werden auch andere europäische Sprachen unterrichtet, darunter Französisch, Spanisch und Deutsch. Hochchinesisch (Mandarin) ist in staatlichen Schulen ein Pflichtfach.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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