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Haiti: Politisches Porträt Haiti

12.07.2021 - Artikel

Haiti ist das ärmste Land Amerikas. Sechs Millionen der rund 11,5 Millionen Haitianer leben unter der Armutsgrenze. Neben regelmäßigen Naturkatastrophen (unter anderem Erdbeben 2010, Hurrikan Matthew 2016) leidet das Land unter einer andauernden politischen Krise, grassierender Korruption, politischer Gewalt und Straflosigkeit.

Am 07.07.2021 wurde der 2016 gewählte Präsident ermordet.

Er regierte seit Januar 2020 nach Ablauf der Legislaturperiode des Parlaments per Dekret; in den Augen der Opposition war seine Amtszeit seit dem 07.02.21 abgelaufen Die seit Oktober 2019 fälligen Parlamentswahlen sowie die Neuwahl des Präsidenten sind, wie ein von der Opposition als illegitim angesehenes Verfassungsreferendum, für September 2021 angesetzt.

Politisch induzierte Bandenkriege und gewalttätige Unruhen verschlechtern kontinuierlich die wirtschaftliche Lage, was inzwischen für einen großen Teil der Bevölkerung zu einer humanitären Krise geführt und die Migration aus Haiti verstärkt hat.
Im Oktober 2019 hat mit dem Integrierten Büro der Vereinten Nationen (BINUH) erstmals nach 15 Jahren eine nicht mehr nach Kapitel VII der VN-Charta friedenschaffende, sondern eine beratende politische Mission nach Kapitel VI ihre Arbeit aufgenommen. Die Mission steht angesichts der volatilen Lage vor großen Herausforderungen, darunter der Harmonisierung der Arbeit der vielen im Land tätigen VN-Sonderorganisationen.

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Haiti: Fischerboote an der Küste
Haiti: Fischerboote an der Küste © picture alliance / DUMONT Bildarchiv

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