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Deutschland und Großbritannien / Vereinigtes Königreich: bilaterale Beziehungen Großbritannien / Vereinigtes Königreich

23.07.2019 - Artikel

Politische Beziehungen

Die deutsch-britischen Beziehungen sind eng, vertrauensvoll und vielfältig. Deutschland und das Vereinigte Königreich verbindet die Mitgliedschaft in der Europäischen Union, der NATO, den Vereinten Nationen, der G7, der G20 und anderen internationalen Gremien. Wie Deutschland engagiert sich das Vereinigte Königreich für den internationalen Klimaschutz.  Großbritannien hofft post-Brexit auf eine Intensivierung seiner bilateralen Beziehungen zu EU-Partnern. Auch Deutschland strebt im deutsch-britischen Verhältnis eine neue Dynamik an:

Außenminister Maas und der damalige britische Außenminister Boris Johnson vereinbarten im April 2018 einen jährlichen strategischen Dialog auf Ebene der Außenminister zu außen- und sicherheitspolitischen Themen sowie eine Intensivierung der zivilgesellschaftlichen Kontakte. Die Kranzniederlegung durch Bundespräsident Steinmeier aus Anlass des 100. Jahrestags des Waffenstillstands zu Ende des 1. Weltkriegs und seine Teilnahme am Gottesdienst mit Königin Elisabeth II. in der Westminster Abtei am 10./11. November 2018 wurde in beiden Ländern ebenso als wichtige Geste der Aus- und Versöhnung beachtet, wie auch die Teilnahme von Bundeskanzlerin Merkel an der 75-Jahr-Festlichkeit zur Landung der Alliierten in der Normandie, am 5. Juni 2019 in Portsmouth.

Die letzte Königswinter-Konferenz fand Mitte April in Berlin Stadt, die Jung Königswinterkonferenz - ebenfalls in Berlin - Mitte Juli.

Sicherheitspolitisch gilt Deutschland seit Ende 2015 neben den USA und Frankreich als strategischer bilateraler Partner des Vereinigten Königreichs.

Wirtschaftsbeziehungen

Das Vereinigte Königreich und Deutschland sind füreinander sowohl wichtige Handels- als auch Investitionspartner. Für das Vereinigte Königreich ist Deutschland gefolgt von den USA der wichtigste Warenhandelspartner. Für Deutschland liegt das Vereinigte Königreich unter den Handelspartnern an fünfter Stelle, ist aber der drittwichtigste Exportmarkt. Der bilaterale Warenhandel weist traditionell einen Überschuss zugunsten Deutschlands aus (2017 deutsche Exporte nach Großbritannien: 85,4 Mrd. Euro, deutsche Importe aus Großbritannien: 37 Milliarden Euro). Bezieht man die Dienstleistungen in die Betrachtung ein, die für die britische Außenwirtschaft eine größere Bedeutung haben, rückt das Vereinigte Königreich auf Platz vier der wichtigsten Handelspartner Deutschlands auf, während Deutschland nach den USA für das Vereinigte Königreich an fünfter Stelle liegt.

Mehr als 2.500 deutsche Unternehmen verfügen über Niederlassungen im Vereinigten Königreich und beschäftigen rund 420.000 Mitarbeiter. Damit ist mehr als 1 % der britischen Beschäftigten in Niederlassungen deutscher Unternehmen beschäftigt. Umgekehrt sind in Deutschland circa 3.000 britische Unternehmen engagiert. Die deutschen mittelbaren und unmittelbaren Direktinvestitionen im Vereinigten Königreich lagen 2015 bei über 121 Mrd. Euro, die britischen mittelbaren und unmittelbaren Direktinvestitionen in Deutschland (wie zum Beispiel BP, Shell, GKN, Terra Firma, Rolls Royce), bei 49 Mrd. Euro.

Kulturelle Beziehungen

Die bilateralen Kulturbeziehungen zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich sind intensiv, lebendig und basieren auf öffentlichen, privaten und zivilgesellschaftlichen Kontakten und Aktivitäten.

Beispielhaft hierfür sind deutsche Direktoren großer britischer Kulturinstitutionen (bis Herbst 2016: Martin Roth: Victoria & Albert Museum, seit 2016 Hartwig Fischer: British Museum, seit November 2016 Stefan Kalmár: Institute of Contemporary Art (ICA)) und britische Kulturakteure in Deutschland (bis Herbst 2017 Sir Simon Rattle: Berliner Philharmoniker, Neil MacGregor: Humboldt-Forum).

Die Intensivierung des Jugendaustauschs zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich ist für beide Seiten eine Priorität. Die „UK German Connection“ hat sich als zentrale bilaterale Koordinierungsstelle für deutsch-britische Begegnungen im Schul- und Jugendbereich etabliert. Sie ging aus der bilateralen Regierungsinitiative zur Förderung des Kontaktes und der Verständigung zwischen jungen Menschen aus Deutschland und dem Vereinigten Königreich von Bundespräsident a.D. Köhler und Königin Elisabeth II. hervor. Anlässlich des Besuchs von Prinz William und Herzogin Kate in Berlin im Sommer 2017 gaben die Außenminister von Großbritannien und Deutschland eine gemeinsame Erklärung über die strukturelle und finanzielle Stärkung des Jugendaustausches ab. Deutschland ist das erste und einzige Land Europas, mit dem das Vereinigte Königreich ein Jugendaustauschbüro geschaffen hat.

Im Zuge des Brexits rückt die deutsche Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) in Großbritannien stärker in den Fokus der bilateralen Beziehungen. Dies betrifft insbesondere die Förderung der deutschen Sprache, Bildungsprogramme (Schule und Hochschule) sowie den Schul- und Jugendaustausch (UK-German Connection). Deutsch-britische Städtepartnerschaften könnten und sollten an zusätzlicher Bedeutung gewinnen.

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