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Deutschland und Gabun: bilaterale Beziehungen Gabun

28.06.2019 - Artikel

Politische Beziehungen

Die politischen Beziehungen mit Gabun sind spannungsfrei. Es besteht eine enge Zusammenarbeit im Rahmen internationaler Organisationen. Eine deutsche Botschaft wurde in Libreville im Jahre 1962 eröffnet. Im Rahmen der Vereinten Nationen und anderer zwischenstaatlicher Gremien setzt sich Gabun häufig für deutsche Belange ein. Eine gemeinsame deutsch-gabunische Resolution zum Kampf gegen den illegalen Tierhandel, der auch eine gewichtige sicherheitspolitische Dimension hat, wurde 2015 von der der Generalversammlung der Vereinten Nationen angenommen.

Staatspräsident Ali Bongo Ondimba wurde im November 2017 zusammen mit sieben weiteren afrikanischen Staatsoberhäuptern von Bundespräsident Steinmeier in Bonn empfangen im Rahmen der internationalen Klimaschutzkonferenz COP23 zu einem fast einstündigen Gedankenaustausch.

Wirtschaftsbeziehungen

In den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Gabun gibt es noch viel ungenutztes Potential. Gabun ist rohstoffreich und will seine bislang vom Holz- und Ölexport dominierte Industrie diversifizieren. Allerdings leidet die finanzielle Umsetzung momentan unter dem Ölpreisverfall auf dem Weltmarkt. Bisher sind nur wenige deutsche Firmen in den Bereichen Gesundheit, Holzwirtschaft, Dienstleistungen und Infrastruktur in Gabun aktiv. Die unvermindert starke Orientierung des Landes an Frankreich, ein begrenzter Markt, Fachkräftemangel, hohe Produktions- und Lebenshaltungskosten, immer noch verbreitete Korruption und ein teilweise intransparentes Vergabesystem öffentlicher Aufträge erschweren den Markteintritt. Gabun ist als Land mittleren Einkommens eingestuft und fällt damit nicht mehr in den Kreis der Partner der bilateralen deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Kulturelle Beziehungen

Das Interesse an Deutsch in Gabun ist hoch: an 27 Schulen erhalten etwa 5.000 Schülerinnen und Schüler Unterricht in „Deutsch als zweiter Fremdsprache“. An der staatlichen Universität Omar Bongo in Libreville wurde im Januar 2010 der Fachbereich Deutsch eingerichtet. Dort sind mittlerweile über 100 Studenten eingeschrieben. Es existieren zwei Hochschulkooperationen. Seit 1982 vergibt die gabunische Regierung Stipendien für Studien in Deutschland, überwiegend in naturwissenschaftlichen Fächern. Insgesamt studieren circa 200 junge Gabuner in Deutschland. Die medizinische Fakultät der Universität Tübingen betreibt in Lambaréné ein Forschungszentrum für Tropenkrankheiten, die sich insbesondere auch der Malariaforschung, zuletzt aber auch der Entwicklung eines Ebola-Impfstoffes widmet. Es existiert ein intensiver Austausch von Studenten und Wissenschaftlern.

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