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Deutschland und Costa Rica: Bilaterale Beziehungen Costa Rica

25.03.2019 - Artikel

Politik

Das Verhältnis zwischen Costa Rica und der Bundesrepublik Deutschland ist herzlich und vertrauensvoll. Die Prioritätenliste von Deutschland im Sicherheitsrat entspricht auch Costa Ricas internationalen Prioritäten. Die bilateralen Beziehungen sind intensiv in allen Bereichen der Zusammenarbeit und überwiegend problemlos. Sie sind geprägt durch guten, weiterhin noch ausbaufähigen Handels- und Wirtschaftsaustausch, die langjährige entwicklungspolitische Zusammenarbeit (teils in triangulären Kooperationen mit anderen lateinamerikanischen Ländern), die seit Jahren enge und dichte Kooperation bei Umwelt- und Klimaschutzthemen, die Kooperation im Bildungsbereich sowie kulturelle und wissenschaftliche Beziehungen.

In der costa-ricanischen Öffentlichkeit genießt Deutschland viel Sympathie. Das Deutschlandbild profitiert außerdem von der gut integrierten deutschen Kolonie.

Wirtschaft

Deutschland zählt innerhalb der EU mit zu den wichtigsten Handelspartnern des Landes. Im Jahr 2017 wurden costa-ricanische Waren im Wert von rd. 522 EUR nach Deutschland exportiert; die costa-ricanischen Importe aus Deutschland beliefen sich auf rd. 234 Mio. EUR. Wichtigste Exportgüter aus Deutschland nach Costa Rica sind chemische Erzeugnisse, Maschinen, Kfz und Kfz-Teile. Bei den Importen aus Costa Rica handelt es sich vornehmlich um Nahrungsmittel, Mess-/Regeltechnik, Optik, Elektronik und Elektrotechnik.

Costa Rica ist ein beliebtes Urlaubsziel: 2018 kamen mehr als 74.000 deutsche Touristen ins Land.

Seit 1998 ist ein bilaterales Investitionsschutz- und Förderungsabkommen in Kraft. Ein bilaterales Doppelbesteuerungsabkommen ist seit 1. Januar 2017 anwendbar.

Im Mai 2010 wurden die Verhandlungen zwischen der EU und sechs zentralamerikanischen Staaten – darunter Costa Rica – über ein bi-regionales Assoziierungsabkommen, das schrittweise Zollerleichterungen vorsieht, abgeschlossen. Die innerstaatliche Ratifizierung durch Costa Rica erfolgte im Juli 2013. Seit dem 1.10.2013 wird der Handelsteil des Assoziierungsabkommens gegenüber Costa Rica vorläufig angewendet. 8 EU-Mitgliedstaaten haben insbes. den politischen und sozialen Teil des Abkommens noch nicht ratifiziert.

Entwicklungszusammenarbeit

Costa Rica zählt mit einem BIP pro Kopf von 12.095 USD (Schätzung für 2018, 2017: 11.857 USD) im weltweiten Vergleich zu den Ländern mit gehobenem mittleren Einkommen ('upper middle income countries'). Die liberale Wirtschaftspolitik und ein insgesamt hoher Bildungsstand sorgen für ein anhaltend stabiles Wirtschaftswachstum (2017: 3,2%). Nach offiziellen Angaben beträgt die Armutsrate 20%, davon leben 5,7% (beide Angaben 2017) in extremer Armut. Der Gini-Koeffizient beläuft sich auf 0,49 (2015).

Im November 2006 wurden in San José letztmals Neuzusagen für die auslaufende „traditionelle“ technische und finanzielle Zusammenarbeit gegeben. Seitdem hat sich ein neuer Schwerpunkt im Bereich Klimaschutz durch Einbindung von Costa Rica in die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) der Bundesregierung entwickelt. Dieser mildert den Ausstieg aus der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit ab, die nur noch bei Regional- und sog. trilateralen Projekten fortgeführt wird. Als Vorreiter für klimaneutrales Wachstum bis 2050 „CO2-Neutralität“ zu erreichen, ist Costa Rica für Deutschland ein attraktiver Partner, um in der internationalen Klimakooperation neue Wege und Formen der Zusammenarbeit zu erproben.

Costa Rica wird darüber hinaus auch immer mehr ein zentraler Partner und Standort für regionale Projekte der Entwicklungszusammenarbeit. Schwerpunkte der Zusammenarbeit mit Costa Rica im Rahmen der Kooperation mit dem mittelamerikanischen Integrationssystem (SICA) sind die Unterstützung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen, die Förderung der Beschäftigung und Unternehmensgründung Jugendlicher, Energieeffizienz und –einsparung, Biodiversitätsschutz sowie Reduzierung von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung (REDD). Ferner führt die GIZ ein Vorhaben mit dem Interamerikanischen Menschenrechtsgerichtshof zur Stärkung des Zugangs zum Recht durch. Drei Projekte werden im Rahmen der Internationalen Klimainitiative (IKI) umgesetzt, unter anderem zur Schaffung von Biokorridoren, aber auch nachhaltiger Landwirtschaft.

Kultur und Bildung

Obwohl sich Costa Rica nicht nur politisch und wirtschaftlich, sondern bisher auch kulturell vor allem an den Vereinigten Staaten und traditionell an Frankreich orientiert hatte, ist der Kultursektor ein wichtiger Bestandteil der deutsch-costa-ricanischen Beziehungen. Unter anderem als Reaktion auf den wachsenden US-amerikanischen Einfluss, besonders in den Massenmedien, besteht in Costa Rica nachhaltiges Interesse an europäischer Kultur. Deutschland hat daher eine „Plattform Kultur“ gegründet, die mit dem für Costa Rica zuständigen Goethe-Institut in Mexiko eng zusammenarbeitet.

Wichtiger Teil der deutschen Kulturarbeit ist die Förderung der deutschen Humboldt-Schule „Colegio Humboldt“, einer Begegnungsschule mit insgesamt knapp 1.000 Schülern und Kindern (Kindergarten), 10 entsandten Lehrern und 3 Bundesprogrammlehrkräften. Im Rahmen der auch vom Auswärtigen Amt geförderten Partnerschulinitiative 'Schulen: Partner der Zukunft' gibt es drei Partnerschulen.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ist in San José mit einem Informationszentrum vertreten, das bilaterale und regionale Programme zum Dozenten- und Studentenaustausch (insbesondere im Postgraduiertenbereich) sowie zur Hochschulkooperation für ganz Zentralamerika und die Dominikanische Republik durchführt. Mit verschiedenen costa-ricanischen Institutionen (wie dem Rektorenverband CONARE und der staatlichen Universidad de Costa Rica) bestehen spezielle bilaterale Abkommen zum Wissenschaftler- und Studentenaustausch, ebenso wie mit dem zentralamerikanischen Hochschulverband CSUCA. Der DAAD verfügt über ein Netz von Kontaktpersonen und unterstützt die Ehemaligenvereinigungen in der Region. Jährlich wird eine große Zahl an Austauschmaßnahmen mit und in der Region finanziert; dazu gehören Individualstipendien ebenso wie die Finanzierung von institutionellen Kooperationsprojekten in Forschung und Lehre. Seit 2005 gibt es an der „Universidad de Costa Rica“ (UCR) den „Humboldt-Lehrstuhl“, mit dem der wissenschaftliche Austausch interdisziplinär weiter vertieft wird. Im September 2012 wurde zudem der „Wilhelm und Alexander von Humboldt-Sonderlehrstuhl für Geistes- und Sozialwissenschaften“ an der UCR ins Leben gerufen, der von der UCR und dem DAAD ko-finanziert wird.

In Costa Rica gibt es ein Goethe-Zentrum, das an zwei Standorten in San José Deutschkurse in allen Stufen und entsprechende Deutschzertifikate anbietet. Insgesamt werden jährlich rund 1.800 Kurse in den Sprachkursen des Goethe-Zentrums gebucht.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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