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Beziehungen zu Deutschland Bulgarien

Artikel

Stand: Oktober 2018

Politische Beziehungen

Die Republik Bulgarien und die Bundesrepublik Deutschland sind durch ihre Mitgliedschaft in EU und NATO eng miteinander verbunden. Bulgarien betrachtet Deutschland als den zentralen strategischen Partner in der EU. Die bilateralen politischen Beziehungen sind partnerschaftlich und vertrauensvoll, dazu tragen u.a. Parlamentariergruppen im Bundestag und in der bulgarischen Volksversammlung bei. Besonders intensiv sind die Kontakte zu den Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern. Die Konrad-Adenauer-Stiftung, Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung und Hanns-Seidel-Stiftung unterhalten Büros in Sofia.

Wirtschaftliche Beziehungen

Die wirtschaftlichen Beziehungen Bulgariens zu Deutschland sind eng. Deutschland hat sich seit 2014 vor Italien, Rumänien, Russland und der Türkei als wichtigster Handelspartner positioniert und hält sowohl als Importeur als auch als Exporteur den ersten Rang. Etwa 5.000 Firmen sind im Bulgariengeschäft tätig, davon haben 1.200 eine meist von Bulgaren geleitete Vertretung vor Ort. Bei einem Gesamtumsatz von 56,7 Mrd. Euro des Außenhandelsvolumens (2017) beträgt das bilaterale deutsch-bulgarische Handelsvolumen rd. 7,5 Mrd. Euro.; davon Exporte nach Bulgarien: 3,7 Mrd. Euro und Importe aus Bulgarien: 3,8 Mrd. Euro. Das Handelsvolumen entwickelt sich weiter sehr dynamisch, wobei die Importe aus Bulgarien deutlicher steigen als die Exporte, so dass sich für 2017 ein Handelsüberschuss zugunsten von Bulgarien abzeichnet. Die Deutsch-Bulgarische Industrie- und Handelskammer (DBIHK) ist die mitgliederstärkste bilaterale Handelskammer (545 Mitglieder) vor Ort. Im Tourismus, auf den ca. 13% des BIP entfallen, stellt Deutschland mit jährlich rund 870.000 Besuchern - hauptsächlich an der Schwarzmeerküste - die drittgrößte Gruppe.

Standortvorteile Bulgariens sind vergleichsweise niedrige Lohnkosten und Steuern, eine Vielzahl an deutschsprachigen Arbeitnehmern, die EU-Zugehörigkeit sowie die strategische geographische Lage als Brücke zwischen Europa und Asien. Auch die stabile Währung ist vorteilhaft.

Wettbewerbsnachteile Bulgariens sind die fehlende Verlässlichkeit des rechtlichen Rahmens, bedingt durch verbreitete Korruption in Politik, Verwaltung und Justiz, sowie Mangel an qualifiziertem Personal, insbesondere im IT-Bereich. Die öffentliche Infrastruktur, insbesondere im Verkehrs- und Gesundheitswesen als auch bei Bildung und Forschung, wurde lange vernachlässigt und liegt weit hinter dem EU-Durchschnitt. Staatliche Unternehmen sind überschuldet und können nicht oder nur zu niedrigen Preisen privatisiert werden. Das Land bleibt zudem laut Weltbank das am meisten vom demographischen Wandel betroffene Land. Auswanderung der Bildungseliten wegen beruflicher Chancenlosigkeit und die mangelnde Integration der geburtenstärkeren Roma-Bevölkerung verschärfen das Problem.

Kulturelle Beziehungen

Die kulturelle Zusammenarbeit ist traditionell gut und intensiv. Grundlegend für die Kulturbeziehungen seit der deutschen Einheit ist das Kulturabkommen vom 19. März 1996 sowie weitere Lehrerentsende- und Schulabkommen:

Deutsch als Fremdsprache ist auch unter der jüngeren Generation weit verbreitet. Nach Englisch und Russisch steht Deutsch an bulgarischen Schulen auf Platz 3 der am häufigsten unterrichteten Fremdsprachen. Auch an Universitäten und in der Erwachsenenbildung ist Deutsch als Fremdsprache sehr weit verbreitet. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) unterstützt den Aufbau deutschsprachiger Studiengänge und Fakultäten. Wissenschaftlicher Austausch wird im Wesentlichen durch Stipendien des DAAD, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie der Alexander-von-Humboldt-Stiftung gefördert. Deutschland ist für junge Bulgaren eines der beliebtesten Länder für ein Auslandsstudium. Bulgarinnen und Bulgaren stellen mit rund 7.000 Studierenden eine der größten Gruppen ausländischer Studierender an deutschen Universitäten und Hochschuleinrichtungen.

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