Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Beziehungen zu Deutschland Brunei Darussalam

Artikel

Stand: April 2018

Brunei sieht in Deutschland einen Partner von wirtschaftspolitischer Bedeutung, bilateral und im Rahmen des Dialogs zwischen ASEAN (Association of South East Asian Nations) und der EU (Europäischen Union). Diplomatische Beziehungen bestehen ununterbrochen seit der Unabhängigkeit Bruneis im Jahre 1984. Im Juli 1985 wurde die Botschaft durch den damaligen Außenminister Genscher eröffnet. Der Besuch von Bundeskanzler Kohl in Bandar Seri Begawan 1997 und der Staatsbesuch des Sultans in Deutschland 1998 sowie weitere Besuches des Sultans 2002 und 2011 und ein Aufenthalt des Kronprinzen 2006 zur Fußball-WM haben die Beziehungen vertieft.

Anlässlich des EU-ASEAN-Außenministertreffens 2012 reiste der damalige Außenminister Westerwelle nach Brunei, wo er u.a. mit seinem damaligen bruneiischen Amtskollegen Prinz Mohammed Bolkiah zusammentraf. Eine Begegnung beider hatte es zuvor auch beim EU-ASEAN-Außenministertreffen 2010 in Madrid gegeben.

Weitere Ereignisse in waren die Gespräche des bruneiischen Gesundheitsministers Pehin Dato Adanan im November 2010 mit dem damaligen Bundesgesundheitsminister Rösler in Berlin und Besuche von Delegationen des Deutschen Bundestages in Bandar Seri Begawan im Februar 2007 und im Januar 2011.

Im April 2013 wurde zwischen dem Bundesgesundheitsministerium und dem bruneiischen Gesundheitsministerium ein „Memorandum of Understanding“ mit dem Schwerpunkt auf der Fortbildung von Ärzten und Pflegepersonal unterzeichnet. Im Gesundheitswesen gibt es seit 2010 eine erfolgreiche Unterstützung Bruneis durch das Krankenhaus Nordwest (Frankfurt am Main) beim Aufbau einer neurologischen Klinik im Jerudong Park Medical Center (JPMC) am Rand der Hauptstadt. Die Zusammenarbeit soll auf weitere medizinische Gebiete ausgeweitet werden und umfasst auch die Aus-und Fortbildung von Ärzten und Pflegepersonal.  Zwischen deutschen Universitäten und der Universität Brunei Darussalam besteht in verschiedenen Bereichen eine Forschungszusammenarbeit.

Im August 2017 wurde ein Vertrag zwischen der staatlich kontrollierten Firma Brunei Fertilizer Industries und ThyssenKrupp über den Bau eines Düngemittelwerks auf der Basis von bruneiischem Erdgas unterzeichnet. Mit einem Volumen von über 1 Mrd. Euro ist es das derzeit größte von Brunei finanzierte Industrievorhaben im Land. Es wird einen wichtigen Beitrag zur angestrebten Diversifizierung der Wirtschaftsstruktur des Bruneis leisten.

Das Volumen im bilateralen Warenhandel erreichte 2011 mit rund 346 Mio. Euro seinen Höhepunkt, 2015 waren es 151 Mio. Euro, davon 150 Mio. Ausfuhr nach Brunei.  2017 betrug das Volumen nur noch  52,3 Mio. Euro, wovon 51,6 Mio. Euro auf deutsche Ausfuhren entfielen.   An der wichtigsten wirtschaftlichen Aktivität des Sultanats, der Förderung von Öl und Gas, ist Deutschland nur mittelbar durch Wissenschaftler und Ingenieure sowie Zulieferungen beteiligt, nicht aber durch Investitionen deutscher Firmen. Da Deutschland weder bruneiisches Öl noch Gas importiert, die über 90% der bruneiischen Ausfuhren ausmachen, ist die deutsche Einfuhr aus Brunei entsprechend sehr gering.

Aus Deutschland werden vor allem technische „Fertigprodukte“ wie Kraftfahrzeuge, elektrotechnische Erzeugnisse und Maschinen direkt eingeführt, deutsche Verbrauchsgüter dagegen über Singapur, Großbritannien und Hongkong.

Seit Sommer 2008 entsendet das Sultanat Regierungsstipendiaten an deutsche Hochschulen (derzeit sind 20 junge Bruneier und Bruneierinnen an deutschen Hochschulen eingeschrieben). Aktuell bietet die Regierung Bruneis auch jungen Deutschen Graduierten-Stipendien für ein Studium an bruneiischen Hochschulen an. Gegenwärtig unterrichten drei Lehrkräfte, (Biologie, Geschichte und Geologie)  an der Universität von Brunei Darussalam.

Seit 2008 laufen auch deutsche Kreuzfahrtschiffe wieder  den Hafen von Bandar Seri Begawan (Muara) an.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Schlagworte

nach oben