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Deutschland und Brunei Darussalam: Bilaterale Beziehungen Brunei Darussalam

27.04.2020 - Artikel

Brunei sieht in Deutschland zunehmend einen Partner von wirtschaftspolitischer Bedeutung, bilateral und auch im Rahmen des Dialogs zwischen ASEAN (Association of South East Asian Nations) und der Europäischen Union.

Diplomatische Beziehungen bestehen seit der Unabhängigkeit Bruneis (1984). Der Besuch von Bundeskanzler Kohl in Bandar Seri Begawan 1997 und der Staatsbesuch des Sultans in Deutschland 1998 sowie weitere Besuche des Sultans 2002 und 2011 und ein Aufenthalt des Kronprinzen 2006 zur Fußball-WM haben die Beziehungen vertieft. Ferner trafen sich  Außenminister Westerwelle und sein Amtskollege Prinz Mohamed Bolkiah 2010 in Madrid und 2012 in Brunei am Rand von  EU-ASEAN-Außenministertreffen. 2010 besuchte Gesundheitsminister Pehin Dato Adanan Bundesgesundheitsminister Rösler in Berlin. Delegationen des Deutschen Bundestages reisten im Februar 2007 und im Januar 2011 nach Brunei.  2019 führte Erziehungsminister Dato Hamza in Berlin Fachgespräche zum Thema Berufliche Bildung, unter anderem im Bundesministerium für Forschung Technologie. Ende 2020 übernimmt Brunei turnusgemäß für ein Jahr den ASEAN-Vorsitz.

Schwerpunkt der bilateralen Beziehungen ist der Wirtschaftsbereich. Da Deutschland weder Öl noch Gas aus Brunei importiert (rund 95% aller bruneiischen Ausfuhren) ist der Handelsaustausch sehr ungleichgewichtig zugunsten Deutschlands, das eine breite Palette industrieller Güter (Kfz, Maschinen, Medizintechnik, Investitionsgüter), aber auch Dienstleistungen (Lufthansa Technik, Detecon, Lürssen Defence, Finanzen/Allianz, Ingenieurdienstleistungen) liefert. Wichtigstes Vorhaben ist der Bau eines Düngemittelwerks durch ThyssenKrupp (seit 2017, Auftragswert über 1 Milliarde Euro).

Im Erziehungswesen haben Bemühungen für den Studienstandort Deutschland zu werben angesichts der traditionell sehr starken Orientierung an Großbritannien und dem Fehlen eines deutschen Sprachangebots kaum Erfolgschancen. Dagegen konnte durch die anhaltende und hohe Jugendarbeitslosigkeit das bruneiische Interesse am deutschen System der beruflichen Bildung geweckt werden.

Wegen seines hohen Pro-Kopf-Einkommens kann Brunei nicht bei der bilateralen Entwicklungshilfe berücksichtigt werden.

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