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Ein halbes Jahrhundert diplomatische Beziehungen mit Bangladesch

1972 erkannte Deutschland als eines der ersten Länder Europas die Volksrepublik Bangladesch an.

1972 erkannte Deutschland als eines der ersten Länder Europas die Volksrepublik Bangladesch an., © Botschaft Dhaka

04.02.2022 - Artikel

1972 erkannte Deutschland als eines der ersten Länder Europas die Volksrepublik Bangladesch an. Heute stehen im Fokus der Zusammenarbeit die Bewältigung der Folgen des Klimawandels, Wege zu nachhaltigem Wirtschaftswachstum sowie die Stabilität in der Region.

Am 4. Februar 1972 sandte das damalige Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Dhaka eine Verbalnote an das Außenministerium der jungen Republik Bangladesch, die sich 11 Monate zuvor unabhängig von Pakistan erklärt hatte. Inhalt der diplomatischen Note: Die Anerkennung der Volksrepublik Bangladesch als Staat und der Vorschlag, diplomatische Beziehungen aufzunehmen. Bereits knapp zwei Wochen zuvor hatte die Deutsche Demokratische Republik diplomatische Beziehungen mit Bangladesch aufgenommen. Damit war Deutschland einer der ersten Staaten, der Bangladeschs Unabhängigkeit anerkannte. In den folgenden fünf Jahrzehnten sind freundschaftliche und facettenreiche Beziehungen entstanden. In einer sich rasant entwickelnden Region ist Bangladesch heute ein wichtiger wirtschaftlicher und politischer Partner Deutschlands.

Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Folgen des Klimawandels und beim Klimaschutz

Mit über 164 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ist Bangladesch mit Blick auf die Bevölkerung das achtgrößte Land der Welt, auf nur der Hälfte der Fläche Deutschlands. Damit ist es der am dichtesten besiedelte Flächenstaat der Welt. Dabei muss Bangladesch auch zunehmend Folgen des Klimawandels bewältigen. 10% des Landes liegen nicht mehr als einen Meter über dem Meeresspiegel, und in den Küstenregionen leben ca. 25 Millionen Menschen, deren Lebensgrundlage durch Überflutung, Monsunstürme und Bodenversalzung gefährdet ist. Im Mittelpunkt der seit 50 Jahren bestehenden Entwicklungszusammenarbeit stehen die Anpassung an die Folgen des Klimawandels sowie Maßnahmen zum Klimaschutz. Zudem ist Bangladesch ein Pilotland, in dem das Auswärtige Amt erfolgreich Maßnahmen zur Frühwarnung und Risikovorsorge bei Naturkatastrophen unterstützt.

Gemeinsame Verantwortung für Nachhaltigkeit und Sozialstandards

Die Wirtschaft des aufstrebenden Landes wächst auch in der Covid-19-Pandemie weiterhin rasant, die Armutsquote konnte seit dem Jahr 2000 halbiert werden. Bangladeschs wirtschaftliche Erfolge beruhen vor allem auf seiner Textilindustrie, in der 10% des Bruttosozialprodukts und 80% der Exporterlöse erwirtschaftet werden. Deutschland ist seinerseits als zweitgrößter Importeur von Produkten aus Bangladesch ein enger wirtschaftlicher Partner des Landes. Damit ergibt sich für die deutsche Wirtschaft aber auch die Verantwortung, zusammen mit den Regierungen beider Länder für die Einhaltung grundlegender Sozial- und Umweltstandards bei der Produktion zu sorgen. Deshalb führt Deutschland auch bilateral einen engen Dialog mit Bangladesch, um das Land auf diesem Weg zu unterstützen.

Regionale Stabilität

Ungeachtet der hohen Bevölkerungsdichte hat Bangladesch 2017 über 900.000 Flüchtlinge der Rohingya-Minderheit aus Myanmar aufgenommen. Deren Lage ist weiterhin extrem schwierig. Das Lager Cox’s Bazar im Süden Bangladeschs ist mit ca. 700.000 Bewohnerinnen und Bewohnern das größte Flüchtlingslager der Welt. Deutschland unterstützt Bangladesch bei der Bewältigung dieser Herausforderung u.a. mit Mitteln der Humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit.

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