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Beziehungen zu Deutschland Aserbaidschan

Artikel

Stand: Oktober 2018

Politik

Aserbaidschan sieht in Deutschland einen seiner wichtigsten Partner in Westeuropa. Am 25. August besuchte Bundeskanzlerin Merkel erstmals Baku und traf zu Gesprächen mit Staatspräsident Aliyev zusammen. Der damalige Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier besuchte Baku zuletzt am 30. Juni 2016 im Rahmen seiner Südkaukasus-Reise als OSZE-Vorsitz. Der aserbaidschanische Staatspräsident Ilham Aliyev besuchte Deutschland bereits mehrfach, zuletzt im Juni 2016. 2017 nahm er an der Münchner Sicherheitskonferenz (MSK) teil. An der MSK 2018 haben Außenminister Elmar Mammadyarov und Energieminister Parviz Shahbazov teilgenommen.

Wirtschaft

Seit 1994 fördert die aserbaidschanische Regierung die großen Erdöl- und Erdgasreserven des Kaspischen Meeres in Partnerschaft mit westlichen Unternehmen. Der durch die Einnahmen aus der Ölförderung und große Investitionsvorhaben ausgelöste wirtschaftliche Aufschwung Aserbaidschans schlägt sich auch in den Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland nieder. Für Deutschland ist Aserbaidschan der wichtigste Wirtschaftspartner im Kaukasus. Mit der Gründung der Deutsch-Aserbaidschanischen Auslandshandelskammer im Herbst 2012 wurden die wirtschaftlichen Beziehungen auf eine stabile institutionelle Grundlage gestellt. 2017 bezog Deutschland ca. 2,5 Mio. t Erdöl aus Aserbaidschan (Platz 8 unserer Rohöllieferanten, 5% der Gesamtlieferungen).
Das Handelsvolumen erreichte 2017 laut Statistischem Bundesamt 1002,9 Mio. Euro. Bei der Ausfuhr, die 2017 einen Wert von 351,9 Mio. Euro hatte, stehen Maschinen, Kraftfahrzeuge und -teile, Eisen- und Stahlerzeugnisse sowie Fabrikationsanlagen im Vordergrund. Deutschland ist auf Platz 6 unter den Ländern, die ihre Güter nach Aserbaidschan exportieren. Einige deutsche Energieunternehmen zeigen nachhaltiges Interesse an Explorations- und Produktionstätigkeit im Öl- und Gasbereich. Seit Mai 2015 besteht ein Joint Venture zwischen Uniper (Eon) und dem aserbaidschanischen Ölmonopolisten Socar (State Oil Company of Azerbaijan Republic).

Entwicklungszusammenarbeit

Zur entwicklungspolitischen Zusammenarbeit gehört die Entwicklung der Privatwirtschaft außerhalb des Öl- und Gassektors. Im Auftrag des BMZ unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) die wirtschaftliche Diversifizierung durch Beratung der Regierung bei der Verbesserung des regulatorischen Umfelds, beim Aufbau einer am Bedarf orientierten Beruflichen Bildung sowie bei der Stärkung von Klein- und Mittelunternehmen im Tourismus und der Agrarwirtschaft. Ein weiteres wichtiges Vorhaben ist die Entwicklung des Kreditwesens durch eine Reihe von Maßnahmen der Finanziellen und Technischen Zusammenarbeit. Weitere politisch wichtige Bereiche sind die Unterstützung guter lokale Regierungsführung und Kommunalentwicklung sowie die Bewahrung der Biodiversität. Insgesamt hat  die deutsche Entwicklungszusammenarbeit seit der Unabhängigkeit Aserbaidschans den Aufbau des Landes mit über 600 Mio. Euro (überwiegend als Kredite im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit) unterstützt.

Kultur und Bildung

Die Kulturbeziehungen gehen auf den Anfang des 19. Jahrhunderts zurück. Im Westen Aserbaidschans (Göygöl, ehemals Helenendorf; Şəmkir, ehemals Annenfeld) erinnern zahlreiche Baudenkmäler (darunter Kirchen) an schwäbische Siedler, die sich ab 1818/1819 hier niederließen. Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der deutschen Besiedlung hat die Botschaft im Rahmen des Kulturerhaltprogramms des Auswärtigen Amts verschiedene Projekte wie eine Publikation über die Spuren deutscher Architektur in Aserbaidschan durch geführt.

Das Deutschlandbild ist positiv. Seit 1995 gibt es ein bilaterales Kulturabkommen. 2008 veranstaltete Aserbaidschan sein erstes Kulturjahr im Ausland und wählte dafür Deutschland aus. Der Bau eines aserbaidschanischen Kulturzentrums in Berlin soll den kulturellen Austausch weiter intensivieren. Eine wichtige Säule ist der Deutsch-Aserbaidschanische Kulturverein, der das Begegnungszentrum 'Kapellhaus' (ehemaliger Musiksaal der benachbarten evangelischen Kirche) in Baku betreibt. In dem dank Spenden restaurierten historischen Gebäude finden das ganze Jahr über zahlreiche Kulturveranstaltungen statt. Ein Goethe-Zentrum hat im Dezember 2017 seine Tätigkeit in Baku aufgenommen und leistet seitdem einen substantiellen Beitrag zum Kulturaustausch zwischen beiden Ländern.
Deutsch ist nach Russisch und Englisch die drittwichtigste Fremdsprache und wird an zahlreichen Schulen und mehreren Universitäten gelehrt. In Baku bestehen vier PASCH-Schulen, in denen der Deutschunterricht vom Goethe-Institut bzw. von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) gefördert wird. Die Spracharbeit des Goethe-Instituts Tiflis wird durch das Sprachlernzentrum als Kooperationspartner gewährleistet.
Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) vergibt jährlich zahlreiche Stipendien und fördert den Wissenschaftleraustausch. Alleine im akademischen Jahr 2017/2018 erhielten insgesamt 82   aserbaidschanische Studenten Stipendien des DAAD. Insgesamt studieren rund 1.000 junge Aserbaidschanerinnen und Aserbaidschaner in Deutschland. Es bestehen 23 Kooperationen zwischen deutschen und aserbaidschanischen Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen. Eine DAAD-Lektorin fördert die Verbesserung der Qualität des Deutschunterrichts an der  Aserbaidschanischen Staatlichen Öl- und Industrie-Universität gibt es ein DAAD-Informationszentrum.   
Zwischen Ludwigshafen und Sumgayit besteht eine Städtepartnerschaft sowie zwischen Baku und Mainz eine Städtefreundschaft.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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