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Beziehungen zu Deutschland Angola

Artikel

Stand: Oktober 2017

Politische Beziehungen

Im Juli 2011 besuchte Bundeskanzlerin Merkel als erste deutsche Regierungschefin Angola. Neben den offiziellen Gesprächen traf sie sich auch mit Künstlern und Menschenrechtsvertretern und ließ sich über die Entwicklung Luandas unterrichten. Im Anschluss an den Besuch von Bundeskanzlerin Merkel wurde im Juli 2011 in Luanda eine Gemeinsame Absichtserklärung zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Angola zur Vertiefung des bilateralen Dialogs durch die Begründung einer umfassenden politischen Partnerschaft unterzeichnet. Die Gründungssitzung der darin vorgesehenen bilateralen Kommission fand im Februar 2012 im Auswärtigen Amt unter Leitung von Staatssekretärin Haber und Staatssekretär Augusto statt. Die bilaterale Kommission verfügt über Arbeitsgruppen für die Themen Außen- und Sicherheitspolitik sowie Wirtschaft und Energie. Die zweite Sitzung der bilateralen Kommission fand im April 2016 in Luanda statt.

Der Besuch von Außenminister Steinmeier in Luanda im März 2014 gab den bilateralen Beziehungen einen weiteren wichtigen Impuls. Außenminister Chikoti stattete im November 2014 einen Gegenbesuch ab. Beim Deutschlandbesuch des angolanischen Verteidigungsministers im November 2014 wurde eine Vereinbarung über verteidigungspolitische Zusammenarbeit unterzeichnet. Im Juli 2015 kam die Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, Brigitte Zypries, mit einer Wirtschaftsdelegation nach Angola; im Oktober 2016 war eine Delegation des Deutschen Bundestages zu Gast in Angola.

Derzeit sind keine deutschen politischen Stiftungen vor Ort vertreten. Sowohl die Konrad-Adenauer-Stiftung als auch die Friedrich-Ebert-Stiftung organisieren Veranstaltungen in Angola von ihren Sitzen in Windhuk aus.

Wirtschaftliche Beziehungen

Die deutsch-angolanischen Wirtschaftsbeziehungen entwickelten sich bis 2012 dynamisch. Angola ist in kurzer Zeit zum drittwichtigsten Handelspartner im deutschen Außenhandel mit Subsahara-Afrika aufgestiegen (nach Südafrika und Nigeria). Nach dem Ende des Bürgerkriegs nahmen deutsche Exporte nach Angola zunächst stetig zu. Seit der Verfall internationaler Rohölpreise die angolanische Wirtschaft lähmt, stagniert auch das bilaterale Handelsvolumen. Bis zum Jahr 2012 stieg es auf 391 Millionen Euro, sank bis 2015 auf 336 Millionen Euro ab, stieg 2016 aber wieder auf 406 Millionen Euro.

Während der deutsche Import aus Angola fast ausschließlich aus Rohöl, Erdgas und Mineralölerzeugnissen besteht, machen Fahrzeuge, Maschinen und Technik rund drei Viertel des deutschen Exports nach Angola aus.

Das Interesse deutscher Unternehmen, beim Wiederaufbau der Infrastruktur in Angola mitzuwirken, nimmt stetig zu. 2010 wurde in Luanda ein Delegiertenbüro der Deutschen Wirtschaft mit einem entsandten Leiter eröffnet. Das von beiden Regierungen stets hochrangig begleitete deutsch-angolanische Wirtschaftsforum fand im Juli 2015 bereits zum sechsten Mal statt. Ein Fixpunkt im angolanischen Wirtschaftskalender ist die jährlich im Juli in Luanda stattfindende Industrie- und Handelsmesse "FILDA", an der sich Deutschland seit 1999 regelmäßig beteiligt.

Schon 2007 war eine deutsch-angolanische Wirtschaftsinitiative (DAWI) ins Leben gerufen worden. Ebenfalls 2007 trat der deutsch-angolanische Investitionsschutz- und Fördervertrag in Kraft. Weiterführende Luftverkehrsverhandlungen fanden Mitte März 2014 in Angola statt. Im September 2014 eröffnete die Lufthansa eine dritte Direktverbindung nach Luanda. Seit 2017 verhandeln die Bundesregierung und die Regierung von Angola den Abschluss eines Doppelbesteuerungsabkommens.

Entwicklungszusammenarbeit

Angola ist seit 2012 kein Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mehr. Damit ist keine bilaterale staatliche Entwicklungszusammenarbeit mehr vorgesehen. Die letzte Maßnahme der Technischen Zusammenarbeit „Qualifizierung für den Arbeitsmarkt in Angola“, die zur Erhöhung von Qualität und Relevanz von Weiterbildungs- und Beratungsangeboten in ausgewählten Wirtschaftssektoren (Baubranche) beitrug, lief zum 30.9.2013 aus. Regional profitiert Angola weiterhin von der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit mit der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) in den Schwerpunkten grenzüberschreitendes Wassermanagement und grenzüberschreitender Schutz und Nutzung natürlicher Ressourcen sowie von Vorhaben der Finanziellen Zusammenarbeit mit Regionen.

Im Bereich der nichtstaatlichen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt das BMZ in Angola Vorhaben der kirchlichen Zentralstellen sowie Vorhaben des privaten Trägers OIKOS EINE WELT  E.V., der u. a. im Bereich Berufsbildung tätig ist.

Als Mitgliedsstaat der EU ist Deutschland indirekt an deren Entwicklungszusammenarbeit (v. a. in den Bereichen Landwirtschaft, Wasser und Abwasser sowie Berufs- und Hochschulbildung, daneben Zivilgesellschaftsförderung) mit Angola beteiligt.

Kultur und Bildung

Mehr als 2000 Angolaner haben in der DDR studiert oder sind dort zu Fachkräften ausgebildet worden. Dieser Personenkreis – unter ihnen auch einige derzeitige und frühere Minister – bleibt Deutschland und der deutschen Sprache verbunden. Weitere Angolaner sind nach dem Ende der DDR in den Westteil Deutschlands gezogen. Es gibt zahlreiche Rückkehrer nach Angola mit hervorragenden Deutschkenntnissen und doppelter Staatsangehörigkeit.

Am 8. August 2012 ist das deutsch-angolanische Kultur- und Bildungsabkommen in Kraft getreten. Es bildet die Grundlage für die Arbeit des Goethe-Instituts Luanda.

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