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Deutschland und Angola: bilaterale Beziehungen Angola

20.02.2019 - Artikel

Politische Beziehungen

Die bilateralen Beziehungen zwischen beiden Ländern sind gut und haben sich in den letzten zehn Jahren weiter intensiviert. Angola ist (neben Südafrika und Nigeria) eines von nur drei Ländern in Subsahara-Afrika, mit denen Deutschland eine umfassende Partnerschaft vereinbart hat, begründet im Zuge des Besuchs der Bundeskanzlerin in Angola im Juli 2011. Die daraufhin gegründete „Bilaterale Kommission“ auf Staatsekretärs-Ebene und unter Beteiligung diverser Ressorts tagte im April 2012 und im April 2016. Die Bedeutung Angolas als Partner begründet sich vor allem in dessen politischem Einfluss in der Region (z.B. in der Demokratischen Republik  Kongo), seiner konstruktiven Rolle in der Außen- und Sicherheitspolitik im Rahmen der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC), der Afrikanischen Union und der Vereinten Nationen und dem erheblichen wirtschaftlichen Potenzial des Landes. Es bestehen noch Verbindungen aus dem Engagement der DDR in Angola ab 1976: zahlreiche angolanische Vertragsarbeiter und über 2000 angolanische Studenten kamen in die DDR. Viele Alumni bekleiden heute wichtige Positionen. Seit der Begründung der umfassenden Partnerschaft wurden mehrere Abkommen abgeschlossen: im März 2014 Unterzeichnung eines Luftverkehrsabkommen (seither führt Lufthansa wöchentlich drei Flüge nach Luanda durch), im November 2014 Kooperationsvereinbarung im Verteidigungsbereich (zweijährliche, von der BLK unabhängige sicherheitspolitische Gespräche zwischen den Verteidigungsministerien sowie Einrichtung von Militärattaché-Stäben an der deutschen Botschaft in Luanda und der angolanischen Botschaft in Berlin).

In den vergangen Jahren war darüber hinaus eine verstärkte Besuchsdiplomatie zu verzeichnen: Bundesminister Steinmeier besuchte Luanda im März 2014. Im November desselben Jahres folgte der Gegenbesuch von Außenminister Chikoti. Im November 2014 besuchte zudem der damalige Verteidigungsminister und heutigen Staatspräsidenten Lourenço  Berlin. Im Oktober 2016 und im Februar 2019 reisten  jeweils Delegationen  des Deutschen Bundestages nach Luanda. Im August 2018 besuchte der AGO Präsident mit einer großen Delegation Deutschland. Bundesminister Maas traf im Rahmen des Besuchs auf den angolanischen Außenminister Augusto. Seit 2012 ist Angola kein Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mehr, profitiert jedoch regional weiterhin von unserer EZ mit der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC).

Wirtschaftliche Beziehungen

Die deutsch-angolanischen Wirtschaftsbeziehungen entwickelten sich bis 2012 dynamisch. Angola ist in kurzer Zeit zum drittwichtigsten Handelspartner im deutschen Außenhandel mit Subsahara-Afrika aufgestiegen (nach Südafrika und Nigeria). Nach dem Ende des Bürgerkriegs nahmen deutsche Exporte nach Angola zunächst stetig zu. Seit dem Verfall internationaler Rohölpreise die angolanische Wirtschaft lähmt, stagniert auch das bilaterale Handelsvolumen. Bis zum Jahr 2012 stieg es auf 391 Millionen Euro, sank bis 2015 auf 336 Millionen Euro ab, stieg 2016 aber wieder auf 406 Millionen Euro.

Während der deutsche Import aus Angola fast ausschließlich aus Rohöl, Erdgas und Mineralölerzeugnissen besteht, machen Fahrzeuge, Maschinen und Technik rund drei Viertel des deutschen Exports nach Angola aus.

Das Interesse deutscher Unternehmen, beim Wiederaufbau der Infrastruktur in Angola mitzuwirken, nimmt stetig zu. 2010 wurde in Luanda ein Delegiertenbüro der Deutschen Wirtschaft mit einem entsandten Leiter eröffnet. Ein Fixpunkt im angolanischen Wirtschaftskalender ist die jährlich im Juli in Luanda stattfindende Industrie- und Handelsmesse „FILDA“, an der sich Deutschland seit 1999 regelmäßig beteiligt.

Entwicklungszusammenarbeit

Angola ist seit 2012 kein Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mehr. Damit ist keine bilaterale staatliche Entwicklungszusammenarbeit mehr vorgesehen. Die letzte Maßnahme der Technischen Zusammenarbeit „Qualifizierung für den Arbeitsmarkt in Angola“, die zur Erhöhung von Qualität und Relevanz von Weiterbildungs- und Beratungsangeboten in ausgewählten Wirtschaftssektoren (Baubranche) beitrug, lief zum 30.9.2013 aus. Regional profitiert Angola weiterhin von der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit mit der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) in den Schwerpunkten grenzüberschreitendes Wassermanagement und grenzüberschreitender Schutz und Nutzung natürlicher Ressourcen sowie von Vorhaben der Finanziellen Zusammenarbeit mit Regionen.

Als Mitgliedsstaat der Europäischen Union ist Deutschland indirekt an deren Entwicklungszusammenarbeit (v. a. in den Bereichen Landwirtschaft, Wasser und Abwasser sowie Berufs- und Hochschulbildung, daneben Zivilgesellschaftsförderung) mit Angola beteiligt.


Kultur und Bildung

Mehr als 2000 Angolaner haben in der DDR studiert oder sind dort zu Fachkräften ausgebildet worden. Dieser Personenkreis – unter ihnen auch einige derzeitige und frühere Minister – bleibt Deutschland und der deutschen Sprache verbunden. Weitere Angolaner sind nach dem Ende der DDR in den Westteil Deutschlands gezogen. Es gibt zahlreiche Rückkehrer nach Angola mit hervorragenden Deutschkenntnissen und doppelter Staatsangehörigkeit.

Am 8. August 2012 ist das deutsch-angolanische Kultur- und Bildungsabkommen in Kraft getreten. Es bildet die Grundlage für die Arbeit des Goethe-Instituts Luanda.

Im Dezember 2018 unterzeichneten die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und das Goethe-Institut mit dem Anthropologischem Museum Luanda eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz verwahrt im Ethnologischen Museum Berlin eine der ältesten und weltweit bedeutendsten Sammlungen mit Objekten aus Angola

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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