Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Innenpolitik Andorra

Artikel

Stand: September 2017

Staatsaufbau und aktuelle innenpolitische Lage

Andorra ist ein parlamentarisches Fürstentum (Artikel 1 der Verfassung von 1993). Dyarchische Staatsoberhäupter sind der Bischof von La Seu d’Urgell (Spanien), derzeit Monsigneur Joan Enric Vives i Sicilia und der französische Staatspräsident, derzeit Emmanuel Macron. Damit ist Andorra weltweit das einzige Land, in dem zwei ausländische Amtsträger die Funktion des Staatsoberhauptes wahrnehmen. Ihr Amt ist repräsentativer Natur, sie besitzen allerdings ein Vetorecht in auswärtigen Angelegenheiten.

Das Einkammerparlament besteht aus 28 Abgeordneten, von denen 14 regional bestimmt (je zwei aus sieben Gemeinden) und 14 national durch freie und geheime Wahlen für jeweils vier Jahre gewählt werden. Seit 1993 sind Parteien zur Wahl zugelassen. Zuvor konnte der Wähler nur zwischen Einzelbewerbern entscheiden. Nur ein Teil der Bevölkerung ist wahlberechtigt. Dies hängt auch damit zusammen, dass die Staatsbürgerschaft erst nach 20 Jahren Aufenthalt in Andorra erworben werden kann.

Das Parlament wählt den Regierungspräsidenten („Cap de Govern“) als Chef der Exekutive. Er hat das Recht, Handlungen der „Kofürsten“ gegenzuzeichnen und Volksabstimmungen über politische Fragen zu initiieren.

Bei den letzten Wahlen am 1. März 2015 errang das liberal-konservative Parteienbündnis „Demòcrates per Andorra“ mit 37% Prozent der Stimmen 15 der 28 Mandate und kann wie schon seit den Wahlen 2011 mit absoluter Mehrheit regieren. Weiter im Parlament vertreten ist die liberale Partei „Liberals d’Andorra“ mit 8 Sitzen, sowie die „Partit Socialdemòcrata“ mit 3 Sitzen und die „Socialdemocràcia i Progrès“ mit 2 Sitzen.

Weitere Informationen

Vall d'Incles, Andorra
Vall d'Incles, Andorra© picture alliance / dpa

Verwandte Inhalte

nach oben