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Deutschland und Algerien: bilaterale Beziehungen

12.03.2025 - Artikel

Diplomatische Beziehungen bestehen seit dem 03.07.1962, dem Tag, als die Souveränität des französischen Staates an die provisorische Exekutive des neuen Staates Algerien übergeben wurde.

Deutschland ist für Algerien sechstwichtigstes Lieferland. Die wichtigsten Ausfuhrgüter Deutschlands sind Nahrungsmittel, chemische Erzeugnisse, Kraftfahrzeuge und Fahrzeugteile sowie Maschinen. Importe nach Deutschland umfassen überwiegend Erdöl und –gas sowie Petrochemie. Die deutsch-algerische Industrie- und Handelskammer zählt mehr als 450 Mitglieder. Die bilaterale Handelsbilanz ist geprägt durch einen deutschen Handelsbilanzüberschuss (2023 stehen 2,1 Mrd. EUR deutscher Exporte 1,5 Mrd. EUR deutscher Importe gegenüber).

Neben der 2011 vereinbarten „Gemischten Wirtschaftskommission“ bildet die 2015 eingegangene Energiepartnerschaft ein weiteres Forum für Wirtschaftskontakte zwischen Deutschland und Algerien. Beide Länder sind zudem Teil des H2-Südkorridor, über den zukünftig Wasserstofftransporte per Pipeline nach Deutschland ermöglicht werden sollen. Im Februar 2024 wurde die deutsch-algerische Südkorridor-Taskforce geschaffen und eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit im Wasserstoffbereich unterzeichnet.

Auch in der Entwicklungszusammenarbeit spielt grüner Wasserstoff und der Aufbau erneuerbarer Energien eine große Rolle. Zudem engagiert sich Deutschland für die Diversifizierung der Wirtschaft, in der Schaffung von Arbeitsplätzen und in der Berufsausbildung.

Deutschland und Algerien unterhalten verschiedene bilaterale Abkommen, so etwa seit 2002 ein Investitionsschutzabkommen und seit 2008 ein Doppelbesteuerungsabkommen; darüber hinaus u.a. ein Seeschifffahrts- sowie ein Luftverkehrsabkommen.

Ein bilaterales Kulturabkommen, das die Basis für die Vertiefung der kulturellen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit beider Länder bilden soll, wurde am 13.06.2022 unterzeichnet und ist seit 11.02.2025 in Kraft.

Das Goethe-Institut Algier wurde 1963 gegründet, aufgrund der Ereignisse in Algerien 1994 vorübergehend geschossen und ist seit 2003 wieder aktiv. Schwerpunkte seiner Tätigkeit liegen auf der Spracharbeit und Bildungszusammenarbeit. Fünf algerische Schulen sind Teil des Partnerschulwerks PASCH und bieten Deutsch als Fremdsprache an. Die Zahl der Deutschlernenden hat sich innerhalb weniger Jahre auf kumuliert 50.000 verdoppelt.

Seit 2008 arbeiten das Deutsche Archäologische Institut (DAI) und das Nationalmuseum Cherchell bei der Restaurierung archäologischer Objekte, der Ausbildung von Personal sowie bei der Reorganisation des Museums zusammen.

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