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Albanien und Deutschland: Bilaterale Beziehungen Albanien

22.05.2019 - Artikel

Politische Beziehungen

Die deutsch-albanischen Beziehungen sind eng und partnerschaftlich. Albanien ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen Albanien und der Bundesrepublik Deutschland wurden 1987 aufgenommen. Im Zuge des Demokratisierungsprozesses seit 1991 haben sich die Beziehungen stark belebt.

Im deutschen Interesse liegt es, durch Unterstützung des Transformationsprozesses zu stabilen, demokratischen und rechtstaatlichen Verhältnissen in Albanien und in der Region beizutragen.

Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland steht bei direkten Investitionen in Albanien an zehnter Stelle. Die jährlichen Direktinvestitionen bewegen sich im unteren zweistelligen Millionenbereich.

2007 wurde die Deutsch-Albanische Industrie- und Handelsvereinigung in Albanien (DIHA) gegründet (www.diha.al/), die mittlerweile über 90 Mitglieder hat.

Deutsche Engagements liegen im Kreditwesen, Transport und Logistik, Einzelhandel, Textilbereich, Kfz-Handel und –wartung, in Produktion und Vertrieb chemischer und pharmazeutischer Produkte sowie der Produktion von Kabelbäumen. Lufthansa/Austrian und Adria Airlines bieten tägliche Direktflüge von Tirana nach Frankfurt, München und Wien an. Namhafte Unternehmen betreiben Niederlassungen oder vertreiben ihre Produkte über albanische Partner.

Das deutsch-albanische Investitionsschutzabkommen trat 1995, das bilaterale Doppelbesteuerungsabkommen 2012 in Kraft. Albanien ist seit 2000 Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO).

Albaniens Außenhandel ist auf die EU fokussiert, auf die 62% der Importe und 75% der Exporte entfallen. Unter den EU-Staaten blieb Italien 2017 bedeutendster Partner, gefolgt von Kosovo. Deutschland stand beim Export 2017 mit 99 Mio. Euro an 5., beim Import mit 299 Mio. Euro an 4. Stelle, nach Italien (1,14 Mrd. EUR), der Türkei (372 Mio. EUR) und Griechenland (349 Mio. EUR).

Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland unterstützt Albanien seit 1988 in den Bereichen Wasser- und Energieversorgung, Abwasserentsorgung und Abfallmanagement. Deutschland fördert in Zusammenarbeit mit der albanischen Regierung außerdem die Entwicklung einer sozialen und ökologisch nachhaltigen Marktwirtschaft. Ländliche und landwirtschaftliche Unternehmen erhalten Unterstützung in Form von Krediten, Zuschüssen, Fortbildung und Beratung. Der Aufbau dringend benötigter Berufsschulen sowie eine funktionierende Abfallwirtschaft werden außerdem in zunehmendem Maße gefördert. Die deutschen Leistungen belaufen sich seit 1988 auf insgesamt mehr als eine Milliarde Euro (inkl. der deutschen Leistungen zu EU, UN und Weltbank). Deutschland ist damit einer der größten und wichtigsten bilateralen Geber Albaniens. Ein wichtiges Querschnittsthema ist Umwelt- und Klimaschutz. Alle Projekte zielen auf die Heranführung Albaniens an die EU.

Kulturelle Beziehungen

Grundlage der bilateralen Kulturbeziehungen ist das am 26.11.2015 unterzeichnete und am 25.03.2019 in Kraft getretene deutsch-albanische Kulturabkommen. 

Das Interesse an einem kulturellen Austausch mit Deutschland ist in Albanien groß. Seit 2007 organisiert die Deutsche Botschaft Tirana gemeinsam mit zahlreichen Partnern im Herbst deutsch-albanische Kulturwochen in Albanien („Deutscher Oktober“). In diesem Rahmen finden zahlreiche Veranstaltungen in Tirana und anderen Städten statt. Einen Rückblick auf vergangene Veranstaltungen finden Sie auf der Website der Deutschen Botschaft.

Im Rahmen der Partnerschulinitiative (PASCH) fördert Deutschland 6 Schulen, an denen Deutsch unterrichtet wird. Am Sami-Frasheri-Gymnasium in Tirana gibt es einen bilingualen Schulzweig, in dem neben Deutsch als Fremdsprache auch die Fächer Mathematik und Geographie auf Deutsch (unter anderem durch vermittelte Lehrkräfte aus Deutschland) unterrichtet werden. Seit dem Sommersemester 2018 ist das albanische Abitur für den direkten Hochschulzugang in Deutschland grundsätzlich anerkannt.

Deutschland fördert den wissenschaftlichen Austausch und den Aufbau tragfähiger akademischer Strukturen. Einige Universitäten in Albanien halten Kontakte zu deutschen Universitäten, in deren Rahmen es etwa zum Austausch von Studierenden oder Wissenschaftlern gekommen ist. Ebenso nehmen albanische Studierende und Wissenschaftler regelmäßig an Austauschprogrammen des DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) und der Alexander-von-Humboldt-Stiftung teil. Daneben bietet die DAAD-Lektorin im DAAD-Verbindungsbüro Tirana regelmäßige Sprechstunden zur Studien- und Stipendienberatung an. Ebenso finden regelmäßig Informationstage zum Thema „Studieren in Deutschland“ in Tirana statt.

Mehrere Absolventen albanischer Universitäten haben jedes Jahr die Möglichkeit, im Rahmen eines „Internationales Parlamentspraktikums“ im Deutschen Bundestag politische Entscheidungsprozesse kennenzulernen und praktische Erfahrungen im Bereich der parlamentarischen Arbeit zu sammeln. Deutschland setzt sich außerdem für den Erhalt und die Pflege albanischer Kulturgüter ein. So wurden zum Beispiel das Nationalmuseum für mittelalterliche Kunst in Korça mit seiner bedeutenden Ikonensammlung oder das Marubi-Fotoarchiv in Shkodra unterstützt. 2012/2013 wurde ein Mosaik in der Ausgrabungsstätte Antigonea mit deutschen Kulturerhaltmitteln restauriert. Rund zehn Jahre war auch das Deutsche Archäologische Institut an der Ausgrabungsstätte Apollonia aktiv. Die deutsch-albanische Zusammenarbeit am dortigen Amphitheater wurde Anfang Oktober 2015 feierlich abgeschlossen.

Das „Goethe-Zentrum Tirana“ ist ein wichtiger Akteur der deutschen Kultur- und Bildungszusammenarbeit mit Albanien; es untersteht dem Goethe-Institut in Skopje. Das Goethe-Zentrum bietet Deutschkurse auf allen Niveaus an und organisiert eigene Kulturveranstaltungen.

Weitere Informationen

Albanien ist ein Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
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