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Beziehungen zu Deutschland Albanien

Artikel

Stand: September 2017

Politische Beziehungen

Die deutsch-albanischen Beziehungen sind eng und partnerschaftlich. Albanien ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern wurden 1987 aufgenommen. Im Zuge des Demokratisierungsprozesses seit 1991 haben sich die Beziehungen stark belebt.

Im deutschen Interesse liegt es, durch Unterstützung des Transformationsprozesses zu stabilen, demokratischen und rechtstaatlichen Verhältnissen in Albanien und in der Region beizutragen.

Das 2006 unterzeichnete Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der EU bietet Albanien eine verlässliche europäische Perspektive. Deutschland unterstützte den Beitritt Albaniens zur NATO, der 2009 auf dem NATO-Gipfel in Kehl/Straßburg erfolgte.

Im Dezember 2010 trat die Visaliberalisierung für Reisen in den Schengenraum in Kraft, in deren Rahmen albanische Staatsbürger für einen Aufenthalt von bis zu drei Monaten mit einem biometrischen Pass visumfrei in den Schengenraum reisen können.Mit der von Deutschland unterstützen Verleihung des EU Kandidatenstatus im Juni 2014 ist Albanien einen wichtigen Schritt in Richtung des von allen relevanten albanischen politischen Kräften nachdrücklich verfolgten Ziels eines Beitritts zur EU vorangekommen.

Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland ist sechstgrößter Investor in Albanien. Die jährlichen Direktinvestitionen bewegen sich im unteren zweistelligen Millionenbereich.

2007 wurde die Deutsch-Albanische Industrie- und Handelsvereinigung in Albanien (DIHA) gegründet (www.diha.al/), die mittlerweile über 90 Mitglieder hat.

Deutsche Engagements liegen im Kreditwesen, Transport und Logistik, Einzelhandel, Mobilfunk, Textilbereich, Kfz-Handel und –wartung, in Produktion und Vertrieb chemischer und pharmazeutischer Produkte sowie der Produktion von Kabelbäumen. Die größten deutsche Direktinvestition ist Telekom Albania. Lufthansa/Austrian Airlines bieten tägliche Direktflüge von Tirana nach Frankfurt und Wien an. Namhafte Unternehmen betreiben Niederlassungen oder vertreiben ihre Produkte über albanische Partner.

Das deutsch-albanische Investitionsschutzabkommen trat 1995, das bilaterale Doppelbesteuerungsabkommen 2012 in Kraft. Albanien ist seit 2000 Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO).

Albaniens Außenhandel ist auf die EU fokussiert, auf die 62% der Importe und 75% der Exporte entfallen. Unter den EU-Staaten blieb Italien 2015 bedeutendster Partner, gefolgt von Kosovo. Deutschland stand beim Export 2015 mit EUR 54,2 Mio. Euro an 6., beim Import mit EUR 260 Mio. Euro an 5. Stelle, nach Italien (1,2 Mrd. EUR), China (333 Mio. EUR), der Türkei (313 Mio. EUR) und Griechenland (306 Mio. EUR).

Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland unterstützt Albanien seit 1988 in den Bereichen Wasser- und Energieversorgung, Abwasserentsorgung und Abfallmanagement. Deutschland fördert in Zusammenarbeit mit der albanischen Regierung außerdem die Entwicklung einer sozialen und ökologischen Marktwirtschaft. Ländliche und landwirtschaftliche Unternehmen erhalten Unterstützung in Form von Krediten, Zuschüssen, Fortbildung und Beratung. Der Aufbau dringend benötigter Berufsschulen sowie eine funktionierende Abfallwirtschaft werden außerdem in zunehmendem Maße gefördert. Die deutschen Leistungen belaufen sich seit 1988 auf insgesamt mehr als eine Milliarde Euro (inkl. der deutschen Leistungen zu EU, UN und Weltbank). Deutschland ist damit einer der größten und wichtigsten bilateralen Geber Albaniens. Ein wichtiges Querschnittsthema ist Umwelt- und Klimaschutz. Alle Projekte zielen auf die Heranführung Albaniens an die EU.

Kulturelle Beziehungen

Grundlage der bilateralen Kulturbeziehungen ist das am 26.11.2015 unterzeichnete neue Kulturabkommen, das auf deutscher Seite gerade mit der Ständigen Vertragskommission der Länder abgestimmt wird.

Das Interesse an einem kulturellen Austausch mit Deutschland ist in Albanien groß. Seit 2007 organisiert die Deutsche Botschaft Tirana gemeinsam mit zahlreichen Partnern im Herbst Deutschland Wochen in Albanien („Deutscher Oktober“). In diesem Rahmen finden zahlreiche Veranstaltungen in Tirana und anderen Städten statt. Einen Rückblick auf vergangene Veranstaltungen finden Sie auf der Website der Deutschen Botschaft.

Im Rahmen der Partnerschulinitiative (PASCH) fördert Deutschland 11 Schulen, an denen Deutsch unterrichtet wird. Am Sami-Frasheri-Gymnasium in Tirana Tirana gibt es einen bilingualen Schulzweig, in dem neben Deutsch als Fremdsprache auch die Fächer Mathematik und Geographie auf Deutsch (unter anderem durch entsandte Lehrkräfte aus Deutschland) unterrichtet werden. Mit dem bilingualen albanischen Abschluss ist ein direkter Hochschulzugang in Deutschland möglich. Ein neues Memorandum wird angestrebt, da das Abkommen von 2009 nicht mehr zeitgemäß ist.

Deutschland fördert den wissenschaftlichen Austausch und den Aufbau tragfähiger akademischer Strukturen. Einige Universitäten in Albanien halten Kontakte zu deutschen Universitäten, in deren Rahmen es etwa zum Austausch von Studierenden oder Wissenschaftlern gekommen ist. Ebenso nehmen albanische Studierende und Wissenschaftler regelmäßig an Austauschprogrammen des DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) und der Alexander-von-Humboldt-Stiftung teil. Daneben bietet die DAAD-Lektorin im DAAD-Verbindungsbüro Tirana regelmäßige Sprechstunden zur Studien- und Stipendienberatung an. Ebenso finden regelmäßig Informationstage zum Thema „Studieren in Deutschland“ in Tirana statt.

Mehrere Absolventen albanischer Universitäten haben jedes Jahr die Möglichkeit, im Rahmen eines „Internationales Parlamentspraktikums“ im Deutschen Bundestag politische Entscheidungsprozesse kennenzulernen und praktische Erfahrungen im Bereich der parlamentarischen Arbeit zu sammeln. Deutschland setzt sich außerdem für den Erhalt und die Pflege albanischer Kulturgüter ein. So wurden zum Beispiel das Nationalmuseum für mittelalterliche Kunst in Korça mit seiner bedeutenden Ikonensammlung oder das berühmte Marubi-Fotoarchiv in Shkodra unterstützt. 2012/2013 wurde ein Mosaik in der Ausgrabungsstätte Antigonea mit deutschen Kulturerhaltmitteln restauriert. Rund zehn Jahre war auch das Deutsche Archäologische Institut an der Ausgrabungsstätte Apollonia aktiv. Die deutsch-albanische Zusammenarbeit am dortigen Amphitheater wurde Anfang Oktober 2015 feierlich abgeschlossen.

Folgende deutsche Kulturmittler sind in Albanien engagiert:

  • Das „Goethezentrum Tirana“ ist ein wichtiger Akteur der deutschen Kultur- und Bildungszusammenarbeit mit Albanien. Unter Leitung einer entsandten Mitarbeiterin des Goethe-Instituts bietet es Deutschkurse auf allen Niveaus an. Darüber hinaus organisiert es eigene Kulturveranstaltungen.
  • Mehrere von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen entsandte Lehrkräfte unterrichten Deutsch an den PASCH-Schulen, u.a. am bilingualen Zweig des Gymnasiums Sami Frasheri in Tirana.
  • Eine DAAD-Lektorin und ein DAAD-Sprachassistent (an der Germanistischen Fakultät der Universität Tirana) unterrichten an der Universität und setzen sich für den Ausbau der deutsch-albanischen Beziehungen im akademischen Bereich ein.

Weitere Informationen

Albanien ist ein Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
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