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Afghanistan: Politisches Porträt

05.10.2021 - Artikel

Zentral im Herzen der alten Seidenstraße gelegen, verfügt Afghanistan über außerordentlichen ethnischen und kulturellen Reichtum. Die Bevölkerung, rund 38 Millionen überwiegend junge  Menschen, setzt sich aus Paschtunen, Tadschiken, Usbeken, Hazara, Turkmenen und weiteren Bevölkerungsgruppen zusammen. Amtssprachen sind Dari und Paschto.

Afghanistan ist ein Zentralstaat mit 34 Provinzen, die in Distrikte gegliedert sind. Nach dem Ende der Taliban-Herrschaft 2001 wurde im Jahr 2004 die Verfassung der Islamischen Republik Afghanistan, die Werte des Islam mit Demokratie verbindet, von einer sogenannten Großen Ratsversammlung (Loya Jirga) verabschiedet. Der Übergangspräsident Hamid Karzai wurde in den ersten freien Präsidentschaftswahlen im Oktober 2004 im Amt bestätigt und 2009 wieder gewählt. Im Jahr 2014 übernahm Ashraf Ghani im Rahmen des ersten demokratischen Machtwechsels das Präsidentenamt und trat im März 2020 seine zweite Amtszeit an.

Nachdem die Taliban in den vergangenen Jahren ihren Einfluss vor allem in ländlichen Gebieten militärisch und politisch wieder ausgeweitet hatten, gelang es ihnen im Sommer 2021, weite Teile Afghanistans unter ihre Kontrolle zu bringen. Mit der Einnahme Kabuls am 15. August 2021 haben die Taliban nun den bestimmenden Einfluss  im Land. Seitdem haben sie begonnen, staatliche und institutionelle Strukturen an ihre religiösen und politischen Vorstellungen anzupassen, dieser Prozess hält an.

In den letzten zwanzig Jahren hat sich in Afghanistan eine immer aktivere Zivilgesellschaft und weitgehend freie Medienlandschaft herausgebildet, die im Zuge der Taliban-Machtübernahme unter zunehmenden Druck gerät. Es gibt zunehmende Hinweise über Menschenrechtsverletzungen durch Vertreter der Taliban.

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