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Hilfe in der Not: Internationale Geberkonferenz für Afghanistan

Obdachlose Menschen in der Region Herat

Obdachlose Menschen in der Region Herat, © Adrien Vautier/Le Pictorium Agency via ZUMA Press

31.03.2022 - Artikel

Die humanitäre Not in Afghanistan hat sich mit der Machtübernahme der Taliban verschlimmert. Millionen Menschen sind von Hunger bedroht. Gemeinsam mit den Vereinten Nationen, Großbritannien und Katar lädt Deutschland heute zu einer internationalen Geberkonferenz für Afghanistan ein. 

Die humanitäre Not in Afghanistan ist dramatisch: Rund 23 Millionen Menschen sind in Afghanistan vom Hunger bedroht. 3,5 Millionen Afghaninnen und Afghanen sind als Binnenvertriebene innerhalb des Landes auf der Flucht; fast ebenso viele sind in Nachbarländer und die Region geflohen. Seit der Machtübernahme durch die Taliban ist die schon zuvor schwache Wirtschaft weiter eingebrochen. Viele Menschen, die sich früher selbst versorgen konnten, haben ihre Arbeit verloren und sind nun mit ihren Familien auf Hilfe angewiesen. Gleichzeitig vernichtete die schlimmste Dürre seit 30 Jahren Ernteerträge und der Winter fiel besonders hart aus. Aber auch die Willkürherrschaft der Taliban trägt zur Verschlechterung der humanitären Lage bei.

Eine Konferenz, um lebenswichtige Hilfe zu ermöglichen

Angesichts der wachsenden Not der Menschen in Afghanistan ist auch der Bedarf an humanitären Mitteln enorm gestiegen. Die Vereinten Nationen schätzen, dass in diesem Jahr rund 4,4 Milliarden US-Dollar zur humanitären Unterstützung des Landes benötigt werden. Zusammen mit den Vereinten Nationen, Großbritannien und Katar richtete Deutschland deshalb heute (31.03.) eine internationale Geberkonferenz aus, um Mittel zur Versorgung der notleidenden Bevölkerung einzuwerben. Anlässlich der Eröffnung der Konferenz unterstrich Außenministerin Annalena Baerbock:

Die humanitäre Krise, die die afghanische Bevölkerung durchlebt, zählt zu den schwersten der Welt. Nach der schlimmsten Dürre in 30 Jahren sind jetzt 23 Millionen Menschen von Hunger bedroht. […]Und nach Jahren der Gewalt und des Krieges bleiben Millionen Kinder, Frauen und Männer Flüchtlinge im eigenen Land. Deshalb muss die internationale Gemeinschaft ihre humanitäre Unterstützung für Afghanistan verstärken. […] Aus diesem Grund wird Deutschland zusätzliche 200 Millionen Euro an humanitärer Hilfe für die Menschen in Afghanistan zur Verfügung stellen.

Was geschieht mit den Mitteln?

Die Gelder fließen an humanitäre Organisationen wie das Welternährungsprogramm oder das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, die sicherstellen, dass die Hilfe nur humanitären Zwecken dient und nicht den Taliban zugutekommt. Denn: vielen Menschen fehlt es am Nötigsten – Nahrungsmitteln, Heizmaterialien, warmer Kleidung. Mit den Geldern wird deshalb z.B. auch die Arbeit der Malteser International unterstützt. Dieses konnten beispielsweise im vergangenen Winter über 4.000 Haushalte mit Lebensmitteln, aber auch warmen Decken oder Gaskartuschen zum Heizen versorgen. Möglich wird diese Unterstützung nur durch das Engagement von humanitären Helferinnen und Helfern, die oft unter schwierigen Bedingungen arbeiteten. Außenministerin Baerbock würdigte ihr Engagement:

Ich bewundere den Mut aller humanitären Helferinnen und Helfer in Afghanistan: Sie retten Leben, jeden Tag.

Wir verpflichten uns dazu, ihre Arbeit zu unterstützen, denn wir sind dem afghanischen Volk verpflichtet.

Auch in den Nachbarländern wie Iran und Pakistan unterstützt Deutschland seine Partnerorganisationen bei der Deckung des humanitären Bedarfs.

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