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Deutschland und Afghanistan: Bilaterale Beziehungen Afghanistan

27.11.2019 - Artikel

Die deutsch-afghanischen Beziehungen gehen auf die erste Kontaktaufnahme zwischen den Regierungen des Deutschen Reiches und des Königreichs Afghanistan im Jahr 1915 zurück. Nach dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001 überreichte der deutsche Botschafter als erster ausländischer Missionschef der neuen Übergangsregierung sein Beglaubigungsschreiben. Deutschland war 2001 und 2011 Gastgeber zweier wegweisender Konferenzen zur Zukunft Afghanistans und setzt dieses Engagement gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft fort. Nach der Übernahme der Sicherheitsverantwortung durch die afghanischen Sicherheitskräfte und dem damit verbundenen Ende des NATO-Einsatzes ISAF, beteiligt sich Deutschland nun an der NATO-Mission “Resolute Support” zur Ausbildung, Beratung und Unterstützung der afghanischen Verteidigungs- und Sicherheitskräfte.

Um das fortgesetzte gemeinsame Engagement der internationalen Gemeinschaft zu bekräftigen und die Unterstützung für die Stabilisierung und Entwicklung Afghanistans zu koordinieren, finden regelmäßig Geberkonferenzen statt. Das internationale Engagement ist eng an die mit der afghanischen Regierung vereinbarte Reformagenda geknüpft, die wichtige Bereiche wie gute Regierungsführung, Korruptionsbekämpfung, Frauenrechte und Wirtschaft umfasst. Zuletzt sagte die Bundesregierung Unterstützung von 1,7 Milliarden Euro für zivilen Wiederaufbau und Entwicklung im Zeitraum 2017 bis 2020 zu. Maßnahmen zur Stabilisierung umfassen die Unterstützung lokaler Polizeikräfte, den Aufbau von Kapazitäten in Justiz und Verwaltung, die Förderung von Zivilgesellschaft und Hochschulkooperationen und die Unterstützung des Friedens- und Versöhnungsprozesses. Schwerpunkte der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit sind Wirtschaftsförderung, gute Regierungsführung sowie Stadtentwicklung (einschließlich Wasser und Energie). Die Bundesregierung unterstützt darüber hinaus humanitäre Maßnahmen wie Hilfe für Binnenvertriebene und Flüchtlinge, Katastrophenvorsorge, Minen- und Kampfmittelräumen und Minenopferfürsorge.

Mit zahlreichen Hochschulkooperationen, Stipendienprogrammen und Projekten zum Kulturerhalt trägt Deutschland auch dazu bei, Kapazitäten im afghanischen Bildungs- und Wissenschaftssektor aufzubauen.  

Weitere Informationen

Deutscher Soldat auf dem Vogelmarkt in Kundus, Afghanistan © picture-alliance/dpa/dpaweb

Afghanistan darf nicht wieder zum Rückzugsraum für internationale Terroristen werden. Deshalb helfen Deutschland und die internationale Gemeinschaft Afghanistan, ein stabiles Land zu werden, in dem die Menschen sicher leben können und selbst über ihre Zukunft bestimmen.

Weitere Informationen finden Sie im Perspektivbericht und Inputpapier der Bundesregierung zu Afghanistan.

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