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Deutschland und Afghanistan: Bilaterale Beziehungen Afghanistan

05.10.2021 - Artikel

Die deutsch-afghanischen Beziehungen gehen auf die erste Kontaktaufnahme zwischen den Regierungen des Deutschen Reiches und des Königreichs Afghanistan im Jahr 1915 zurück. Nach dem Ende der Taliban-Herrschaft Ende 2001 überreichte der deutsche Botschafter als erster ausländischer Missionschef der neuen Übergangsregierung sein Beglaubigungsschreiben. Deutschland war 2001 und 2011 Gastgeber zweier wegweisender Konferenzen zur Zukunft Afghanistans.

Nach dem Ende des NATO-Einsatzes ISAF beteiligte sich Deutschland ab 2015 als zweitgrößter Truppensteller an der NATO-Mission „Resolute Support“ zur Ausbildung, Beratung und Unterstützung der afghanischen Verteidigungs- und Sicherheitskräfte. Mit dem gemeinsamen Beschluss der NATO-Partner, die Mission zu beenden, hat auch die Bundesregierung im Sommer 2021 ihre Soldatinnen und Soldaten aus Afghanistan abgezogen.

Mit der Machtübernahme der Taliban am 15. August 2021 hat die Bundesregierung ihre bisherige umfangreiche Unterstützung in den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit ausgesetzt, engagiert sich aber weiterhin substantiell im Rahmen humanitärer Hilfe für die Menschen in Afghanistan und afghanische Flüchtlinge in den benachbarten Ländern.

Das deutsche humanitäre Engagement in Afghanistan beläuft sich in 2020 auf bislang 26,4 Millionen Euro und beträgt seit 2001 insgesamt rund 451,4 Millionen Euro. Die Bundesregierung hat nach den Entwicklungen im August 2021 ihre humanitäre Hilfe für Afghanistan und die Region um 100 Millionen Euro aufgestockt und plant, weitere 500 Millionen Euro für Hilfsmaßnahmen in Afghanistan und den Nachbarstaaten zur Verfügung zu stellen.

Die deutsche Botschaft Kabul ist seit dem 15. August 2021 geschlossen. Die Bundesregierung unterhält Kontakte zur politischen Führung der Taliban über das Politische Büro der Taliban in Doha. Im Zuge von militärischen Evakuierungsflügen im August 2021 wurden von der Bundesregierung über 5.300 Menschen aus Kabul in Sicherheit gebracht.

In einer sich anschließenden Phase unterstützt die Bundesregierung weiterhin die Ausreise von Menschen, für die Deutschland besondere Verantwortung trägt, aus Afghanistan. Die deutschen Bemühungen richten sich an deutsche Staatsangehörige, an Ortskräfte für deutsche Stellen sowie an von der Bundesregierung bereits identifizierte, besonders gefährdete Afghaninnen und Afghanen, die von der Bundesregierung eine Aufnahmezusage für Deutschland erhalten haben. Darüber hinaus gibt es derzeit kein weitergehendes humanitäres Aufnahmeprogramm der Bundesregierung für Afghaninnen und Afghanen. 

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