Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Schnelle und flexible Hilfe: Deutschland zahlt 150 Millionen Euro in den UN-Nothilfefonds ein

Heuschreckenplage am Horn von Afrika

Heuschreckenplage am Horn von Afrika, © Petterik Wiggers/Panos Pictures

08.12.2020 - Artikel

Seit fast 15 Jahren steht der Zentrale Nothilfefonds der Vereinten Nationen (CERF) für schnelle und flexible Hilfe in humanitärer Not. 2020 ist Deutschland größter Geber für den Fonds. Für die kommenden drei Jahre zahlt die Bundesregierung 150 Millionen Euro ein.

Deutschland ist 2020 größter Geber des CERF

Ob bei geschlechterspezifischer Gewalt in Folge der Covid-19-Pandemie, nach Überschwemmungen in Bangladesch oder Hurrikans in Zentralamerika: Mit Hilfe des Zentralen Nothilfefonds (CERF) können die Vereinten Nationen flexibel und schnell auf akute humanitäre Krisen reagieren. 
Die Bundesregierung zahlt für die kommenden drei Jahre 150 Millionen Euro in den Fonds ein, so das Ergebnis der heutigen Geberkonferenz. Bereits 2020 ist Deutschland mit einem Beitrag von 110 Millionen Euro größter Geber, in den Vorjahren lag Deutschland regelmäßig auf Platz 2. Ab dem kommenden Jahr plant die Bundesregierung, ihre finanzielle Unterstützung für mehrere Jahre im Voraus zuzusichern, damit die Vereinten Nationen mehr Planungssicherheit für etwaige Hilfsaktionen erhalten.

Schnelle Reaktion auf geschlechterspezifische Gewalt durch Covid-19

Wie flexibel die Vereinten Nationen mit dem Nothilfefonds auf Krisen reagieren können, zeigte sich zuletzt im Frühjahr dieses Jahres: Als die Corona-Pandemie weltweit zu einem drastischen Anstieg von geschlechterspezifischer Gewalt führte, stellte der Fonds 22 Millionen US-Dollar zu ihrer Bekämpfung bereit. Schnell entstanden zahlreiche Projekte zum Schutz vor geschlechterbasierter Gewalt, im November stellte der Fonds weitere 25 Millionen US-Dollar für UN Women bereit.

Horn von Afrika: Nahrung für 15 Millionen Menschen vor den Heuschrecken gerettet

Auch am Horn von Afrika kam der Fonds zum Einsatz. Seit einem Jahr kämpfen die Länder am Horn von Afrika gegen eine Heuschreckenplage biblischen Ausmaßes. Die Heuschrecken essen pro Tag die Menge ihres eigenen Körpergewichts. Innerhalb weniger Tage vernichten sie die landwirtschaftliche Produktion in ganzen Regionen und somit die Nahrungsmittel tausender Menschen. Als in diesem Jahr Schwärme den Himmel über weiten Teilen Äthiopiens und Somalias grau färbten, zahlte der CERF 20 Millionen US-Dollar zur Bekämpfung aus, die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen konnte die Schwärme gezielt bekämpfen. Insgesamt wurden ca. 2,3 Milliarden Tonnen an Nahrungsmitteln gerettet – so viel wie 15 Millionen Menschen in einem Jahr brauchen.

Effizienz und Innovation: Vorausschauende humanitäre Hilfe

Die schnelle Reaktion auf die Folgen der Corona-Pandemie und auf die Lage am Horn von Afrika zeigt, wie der Nothilfefonds durch die schnell verfügbaren und flexibel einsetzbaren Mittel Leben retten kann. Seit seiner Einrichtung im Jahr 2006 hat der Nothilfefonds insgesamt 5,5 Milliarden US-Dollar bereitgestellt, aus denen Nothilfe in hunderten Krisenkontexten finanziert wurde. Heute ist der CERF aus der humanitären Hilfe nicht mehr wegzudenken. 
Doch er ist mehr als nur ein Hilfsinstrument: er ist auch ein Treiber von Innovation. Seit diesem Jahr kann aus dem Fonds auf Anregung der Bundesregierung auch vorausschauende humanitäre Hilfe finanziert werden: Hilfe, die präventiv geleistet wird, um Katastrophen vorzubeugen. Schon in diesem Jahr konnte sich der CERF durch vorausschauende Maßnahmen als wirksam erweisen und so etwa größere Schäden durch die Überschwemmungen in Bangladesch und eine weitere Eskalation des Hungers in Somalia im Vorfeld abwenden.

Ziel: 1 Milliarde US-Dollar pro Jahr für den CERF

Die Mitgliedsstaaten Vereinten Nationen haben sich 2016 das Ziel gesetzt, dass der CERF jährlich 1 Milliarde US-Dollar zur Verfügung hat. Deutschland trägt tatkräftig dazu bei und kommt alleine für mehr als 10 % dieses Betrags auf. Im Vorfeld der heutigen Geberkonferenz hat die Bundesregierung auch andere Geberstaaten ermuntert, eine großzügigen Beitrag zum CERF zu leisten, damit er immer mehr das werden kann, was er sein soll: ein Hilfsfond von allen für alle. 

Schlagworte

nach oben