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Junge Menschen und die Vereinten Nationen

18.09.2017 - Artikel

Fast die Hälfte der Weltbevölkerung ist jünger als 24 Jahre – eine Zahl die zeigt, wie wichtig es für die Vereinten Nationen ist, die Belange von Jugendlichen besonders zu berücksichtigen.

Junge Menschen aus aller Welt in traditionellen Kostümen mit Landesfahnen
Junge Menschen aus aller Welt in traditionellen Kostümen mit Landesfahnen© UN Photo/Paulo Filgueiras
​​​​​​​Im Dezember 2015 wurde erstmals eine Resolution des Sicherheitsrates zum Thema Jugend, Frieden und Sicherheit (SSR 2250(2015)) verabschiedet.

Auch der erste Sondergesandte für Jugend wurde 2015 vom VN-Generalsekretär ernannt. Seit August 2017 hat diesen Posten Jayathma Wickramanayake aus Sri Lanka inne.

1995 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen daher das Weltaktionsprogramm für die Jugend (World Program of Action for Youth – WPAY). Dieses im Jahr 2010 aktualisierte Programm definiert Problemfelder, von denen Jugendliche auf der ganzen Welt besonders betroffen sind. Das Programm enthält zudem Handlungsempfehlungen an die Mitgliedstaaten.

Seit Verabschiedung des WPAY wird alle zwei Jahre ein so genannter Weltjugendbericht verfasst, eine Art Bestandsaufnahme über die Fortschritte, die bereits erzielt werden konnten.

Informationen zum Jugendprogramm der Vereinten Nationen finden sich unter:

www.un.org/youth

Dort lässt sich unter anderem das Weltaktionsprogramm sowie der jüngste Weltjugendbericht herunterladen (United Nations World Youth Report 2017).

Deutsche Jugenddelegierte

Die Vereinten Nationen hautnah in New York erleben? Seit 2005 haben jeweils zwei Jugendliche die Möglichkeit, als „Jugenddelegierte“ die deutsche Delegation zur Generalversammlung der Vereinten Nationen nach New York zu begleiten. Dort beobachten sie, gemeinsam mit anderen Jugenddelegierten aus aller Welt, die Arbeit der Generalversammlung und setzen sich für die Belange junger Menschen ein. Seit 2006 haben die Jugendlichen jedes Jahr die Möglichkeit, sich mit einer Rede an die Weltgemeinschaft zu wenden. Sie begleiten die deutsche Regierungsdelegation, sind jedoch nicht an die Regierungsposition gebunden und können sich frei äußern.

Vor ihrer Abreise nach New York unternehmen die Jugendlichen jeweils eine mehrwöchige Tour durch Deutschland. In Gesprächen und Projekten mit anderen Jugendlichen in Schulen und Universitäten, bei Jugendorganisationen und -verbänden sowie freien Trägern informieren sie über die Arbeit der Vereinten Nationen und erarbeiten gemeinsam mit den Jugendlichen, welche Anliegen in New York vorgebracht werden sollen.

Die Jugendfragen werden dann von der Generalversammlung im so genannten Dritten Hauptausschuss (Third Committee) behandelt. Außerdem beschäftigt sich die Sozialentwicklungskommission (SEK), eine funktionale Kommission des Wirtschafts- und Sozialrates der Vereinten Nationen (ECOSOC), mit dem Weltaktionsprogramm für die Jugend.

Das Projekt „Jugenddelegierte zur Generalversammlung“ wird von der deutschen Gesellschaft für die Vereinte Nationen (DGVN) sowie dem Deutschen Nationalkomitee für Internationale Jugendarbeit (DNK) getragen und vom Auswärtigen Amt und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt.

Bewerbungen sind jährlich im Herbst für das folgende Jahr möglich unter:

www.jugenddelegierte.de

Model United Nations

Model-United-Nations-Konferenzen sind Simulationen, in denen die Sitzungen und Verhandlungsabläufe von UN-Gremien im Wesentlichen nach tatsächlichen Geschäftsordnungen simuliert werden, beispielsweise die des Sicherheitsrates oder der Generalversammlung. Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin vertritt die Interessen jeweils eines Mitgliedsstaates. Model-United-Nations-Konferenzen verfolgen das Ziel, den Teilnehmenden die Herausforderungen vor Augen zu führen, denen Diplomatinnen und Diplomaten in Verhandlungen gegenüberstehen. Sie vermitteln anschaulich, warum es im UN-System oftmals so schwierig ist, zu einem Konsens zu kommen.

In Deutschland nehmen jedes Jahr zahlreiche junge Menschen an lokalen, überregionalen und internationalen Model-UN-Konferenzen teil. Eine der größten Simulationen ist die jährlich in New York stattfindende National Model United Nations Conference (NMUN). Verschiedene Universitäten aus der ganzen Welt schicken Delegation zu NMUN. Das Auswärtige Amt empfängt jedes Jahr Gruppen verschiedener Universitäten aus ganz Deutschland, die sich bei einem Berlin-Besuch gezielt auf die NMUN in New York vorbereiten.

JUNON

Das Junge UNO-Netzwerk Deutschland (JUNON) ist ein deutschlandweiter Zusammenschluss von mehr als 35 verschiedenen Gruppen junger Menschen, die sich mit den Vereinten Nationen beschäftigen. Ihre Schwerpunkte liegen in den Bereichen Forschung und Lehre, Jugendpartizipation bei den Vereinten Nationen und in der bundesweiten Vernetzung von Model-United-Nations-Initiativen (MUN).

Die Zusammenarbeit erfolgt in Arbeitsgruppen, die auf den Delegiertenversammlungen entweder für bestimmte Projekte (zum Beispiel für die Vorbereitung einer bestimmten Veranstaltung) oder aber für längerfristige Ziele (beispielsweise für den Austausch unter den deutschen Model-United-Nations-Gruppen) eingesetzt werden.

Weitere Informationen finden sich auf dem Internetauftritt des Netzwerkes unter:

JUNON

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