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Die Vereinten Nationen (UN) in Bonn

26.05.2017 - Artikel

In der Bundesstadt Bonn sind zahlreiche größere und kleinere Organisationen, Programme und Büros der Vereinten Nationen präsent: rund 20 UN-Einrichtungen mit über 1000 Beschäftigten.

Haus Carstanjen am Rheinufer
Haus Carstanjen am Rheinufer© Sondermann/Stadt Bonn

In der Bundesstadt Bonn sind zahlreiche größere und kleinere Organisationen, Programme und Büros der Vereinten Nationen präsent. Diese Erfolgsgeschichte begann schon 1951, als der Hohe Flüchtlingskommissar (UNHCR) ein Verbindungsbüro am Sitz der deutschen Bundesregierung eröffnete.

Heute sind rund 20 UN-Einrichtungen mit über 1000 Beschäftigten in Bonn ansässig. Darunter ist das Klimasekretariat (Sekretariat des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen, UNFCCC), das beispielsweise die Einhaltung des Kyoto-Protokolls überwacht und die Umsetzung des Paris-Abkommens begleitet, die Einrichtung mit den meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Drehscheibe für Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Entwicklung

Startschuss für den Ausbau der deutschen UN-Stadt Bonn war der Bonn-Berlin-Beschluss vom 20. Juni 1991, als dessen Ziel „die Übernahme und Ansiedlung neuer Funktionen und Institutionen von nationaler und internationaler Bedeutung“ genannt wurden.

BildIm Juni 2016 jährte sich zum 20. Mal der Einzug des Freiwilligenprogramms der Vereinten Nationen (UNV) sowie - kurze Zeit später - des Klimasekretariats der Vereinten Nationen (UNFCCC) in das idyllisch am Rhein gelegene Haus Carstanjen. Am 20. Juni 1996 war dort im Beisein der damaligen Bundesumweltministerin Angela Merkel und des damaligen UN-Generalsekretärs Boutros Boutros-Ghali die Flagge der Vereinten Nationen gehisst worden. Heute sind dort neben einigen UNFCCC-Büros das Wissenszentrum für nachhaltige Entwicklung der Fortbildungsakademie des Systems der Vereinten Nationen (UNSSC Knowledge Centre) sowie die Aktionskampagne für die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (SDG Action Campaign) untergebracht.

Das Datum 20. Juni 1996 markiert den Durchbruch zur Entwicklung des UN-Standorts Bonn, der heute als Drehscheibe internationaler Politik in den Bereichen Klimaschutz, Entwicklung und weiteren Nachhaltigkeitsthemen gilt. Das 20. Jubiläum der Stadt Bonn als der deutsche Standort der Vereinten Nationen (neben Bonn gibt es 6 weitere UN-Standorte in Deutschland) wurde im Jahr 2016 im Rahmen diverser Veranstaltungen besonders gefeiert. Den Auftakt machte der Besuch des damaligen UN-Generalsekretärs Ban Ki-moon und des damaligen Außenministers Frank-Walter Steinmeier am 08. März 2016. Sie nahmen an einer Podiumsdiskussion über das Thema „20 Jahre UNO-Stadt Bonn – Zukunft durch freiwilliges Engagement nachhaltig gestalten“ im World Conference Center Bonn teil. Es war bereits der fünfte Besuch des damaligen UN-Generalsekretärs Ban Ki-moon in Bonn.

Auf historischem Boden

Da die Zahl der UN-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter in Bonn von nur einigen Dutzend Mitte der 90er Jahre auf heute über 1000 weiter stieg, beschloss die Bundesregierung 2003, den Vereinten Nationen große Teile des früheren Geländes des Deutschen Bundestages zusätzlich zur Verfügung zu stellen, ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung des UN-Standorts Bonn.

Das ehemalige Bürohochhaus der Abgeordneten des Deutschen Bundestages (im Volksmund „Langer Eugen“ in Anspielung auf den ehemaligen Bundestagspräsidenten Eugen Gerstenmaier) und das „Alte Abgeordnetenhochhaus“ sollten zusammen mit dem „Haus Carstanjen“ den UN-Campus bilden. Den Vereinten Nationen wurden damit seit dem 11. Juli 2006 schrittweise Büroräumlichkeiten zur Nutzung übergeben, die nicht nur internationalen Standards entsprechen, sondern auch an einem sinnbildlichen Ort demokratischer Nachkriegsentwicklung in Deutschland eingerichtet wurden.

Am 15. Juli 2013 wurde nach umfangreichen Renovierungsarbeiten und Baumaßnahmen zur Erweiterung das ehemalige „Alte Abgeordnetenhochhaus“, ehemals ein Flügel des Deutschen Bundestags, an die Vereinten Nationen übergeben. Das Sekretariat des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) hat es im Herbst 2013 mit einem Teil seiner Belegschaft bezogen.

Stetiger Ausbau des Campus

Architektenzeichnung des zukünftigen Erweiterungsbaus auf dem UN-Campus Bonn.
Architektenzeichnung des zukünftigen Erweiterungsbaus auf dem UN-Campus Bonn.© SL/A Stefan Lippert Architekten GmbH

Wegen des starken Personalzuwachses auf dem UN-Campus wurde außerdem mit der Planung eines weiteren neuen Bürogebäudes begonnen. Der Grundstein wurde im Oktober 2016 gelegt; mit Fertigstellung wird im Jahr 2020 gerechnet. Ein 17-stöckiges schlankes Hochhaus unmittelbar neben dem Langen Eugen und dem Alten Wasserwerk, nach höchsten ökologischen Standards gebaut, wird Platz für weitere 330 Büroräume bieten.

Auf das Wachstum der UN-Präsenz ist Bonn also gut vorbereitet und hält auch entsprechende Konferenzmöglichkeiten bereit. Angrenzend an den UN-Campus wurde im Juni 2015 in Anwesenheit des damaligen Außenministers Steinmeier und des damaligen UN-Generalsekretärs Ban Ki-moon das erweiterte World Conference Center Bonn (WorldCCBonn) eröffnet, das nahtlos in den UN-Campus integriert werden kann. Dort können Konferenzen mit bis zu 7.000 Teilnehmern ausgerichtet werden.

Weitere Informationen

Das Auswärtige Amt in Bonn - Ansprechpartner der internationalen Organisationen in Deutschland

Bonn - Kompetenzzentrum für internationale Zusammenarbeit und nachhaltige Entwicklung

Bonn - Kompetenzzentrum für internationale Zusammenarbeit und nachhaltige Entwicklung PDF / 3 MB

www.bonn.de/@uno-stadt

www.unbonn.org

www.unric.org

www.bonn-international.org

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