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EU- Finanzmarktregulierung

12.11.2021 - Artikel

Die Finanzkrise 2008/2009 hat Schwachstellen bei der Regulierung der Finanzmärkte sichtbar gemacht. Der digitale und der grüne Wandel führen zu zusätzlichen Herausforderungen

Regenschirm mit Europasymbol
Die Finanzmarktregulierung soll für Stabilität auf den Märkten sorgen.© picture alliance / dpa

Die EU hat in den zurückliegenden Jahren daher ihre Finanzmarktregulierung gründlich überarbeitet. Um eine verbesserte und einheitliche Aufsicht des europäischen Finanz- und Bankensektors zu erreichen, wurde beispielsweise 2011 das Europäische Finanzaufsichtssystem ESFS etabliert, welches die drei Europäischen Aufsichtsbehörden (EBA, EIPOA und ESMA), den Europäischen Ausschuss für Systemrisiken (European Systemic Risk Board) und die nationalen Aufsichtsbehörden umfasst.

Parallel hat die Europäische Zentralbank (EZB) im November 2014 im Rahmen der Bankenunion die direkte Aufsicht über die  größten Banken der Eurozone übernommen, nachdem sie eine umfassende Bewertung der Banken inklusive Stresstests durchgeführt hat. Um Finanzinstitute zu stärken und gleichzeitig ein Rahmenwerk zur Sanierung und Abwicklung von insolventen Banken zu schaffen, wurde im Jahr 2014  zudem der einheitliche Abwicklungsmechanismus SRM errichtet. So können künftig nicht überlebensfähige systemrelevante Banken unter Beteiligung von EZB, EU-Kommission und den Mitgliedstaaten abgewickelt werden.

Ein weiteres wichtiges Ziel der Finanzmarktregulierung ist es, die Widerstandsfähigkeit der Banken zu stärken. Damit soll verhindert werden, dass eine Schieflage einzelner Banken sich negativ auf das gesamte Finanzsystem auswirkt. Dazu wurde im Frühjahr 2019 das europäische Bankenpaket verabschiedet, welches im Wesentlichen eine Änderung der Capital Requirements Regulation (CRR) und eine Änderung der Capital Requirements Directive (CRD IV) beinhaltete.

Mit der Kapitalmarktunion will die EU einen echten Binnenmarkt für Kapital schaffen. Sie zielt u.a. darauf, kleineren Unternehmen den Zugang zu Finanzierungen an den Kapitalmärkten zu erleichtern. Zudem sollen die Qualität und Quantität der Informationen verbessert werden, die Anlegern – insbesondere Kleinanlegern – bereitgestellt werden müssen.

Dem Finanzsystem kommt  darüber hinaus eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der Bemühungen um den Übergang zu einer umweltfreundlicheren, gerechten und inklusiveren Wirtschaft und Gesellschaft zu. Der Aktionsplan der EU für ein nachhaltiges Finanzwesen vom März 2018 ist Teil der umfassenden Anstrengungen, die Finanzströme mit diesen Bemühungen in Einklang zu bringen.

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